Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war. (Lk 23,53, ganze Tageslesung: Lk 23,50-56)

Der Leib des Herrn ruht im Grab, die Welt liegt in Dunkelheit.
Alles ist überstanden. Das Werk unserer Erlösung ist vollbracht. Jetzt sind wir Kinder Gottes, weil Jesus für uns gestorben ist und sein Tod uns losgekauft hat.
Empti enim estis pretio magno! (1 Kor 6,20)
Du und ich sind um einen hohen Preis erkauft worden.

…Nun ist alles still.
Die schreckliche Not ist endlich vorüber.
Ein tiefer Friede liegt um das einsame Grab. Es ist der Friede der Vollendung.
Der drinnen schläft, hat mit göttlicher Treue alles zu Ende gebracht, was der Vater ihm aufgetragen hatte.

Ich lade Sie ein, diese Stille, diese Ruhe am Grab – Grabesruhe – auszuhalten und die Sehnsucht nach der Ostersonne nicht zu vergessen.
…Und es ist uns, als wetterleuchte schon die nahende Osterherrlichkeit um den stillen Ort, so schreibt es Romano Guardini.

Benjamin Schmolck hat 1715 gedichtet: Ich gehe zu deinem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, dass du mir zeigen wirst, wie ich kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn und mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehen.

+ Aloysius Althaus OSB