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Am 4. Juli 2021 sind Abt Aloysius und Bruder Antonius nach Tansania aufgebrochen, um an den Feierlichkeiten der Weihe von Abt Christian Temu OSB in der Abtei Ndanda teilzunehmen. Abt Christian ist am 25. März von seinen Brüdern als Nachfolger des an Covid-19 verstorbenen Abtes Placidus Mtunguja OSB gewählt worden. Über viele Jahre ist er unserem Kloster bekannt, so war es uns ein Anliegen, an seinem großen Tag mit vertreten zu sein.
Abt Aloysius berichtet im folgenden von seinen Eindrücken der Reise:

Am 4. Juli 2021 habe ich mich zusammen mit Br. Antonius auf den Weg nach Tansania gemacht, um an der Weihe von Abt Christian teilzunehmen, da Abt Christian unserer Gemeinschaft von Königsmünster in brüderlicher Verbundenheit zugetan ist. Diese Reise war im wahrsten Sinne des Wortes ein  Abenteuer auf den Spuren Gottes.

Nach einer Bahn- und Flugreise von 24h kamen wir in Dar es Salaam an und fanden herzliche Aufnahme im Gästehaus unserer Mitbrüder in Kurasini. Am frühen Morgen des nächsten Tages ging unsere Safari, zusammen mit mehreren Mitbrüdern unserer Kongregation und einem deutschen Filmteam, weiter in die Abtei Ndanda.

Am Spätnachmittag erreichten wir die Abtei und wurden mit einer überaus großen Herzlichkeit und Gastfreundschaft empfangen. Karibuni! Karibuni! Unglaublich, alles war bis ins kleinste Detail vorbereitet und organisiert. Nach der Komplet, dem Nachtgebet der Kirche, klang der Tag in froher Runde aus.

Der nächste Tag begann mit der Laudes und der Feier der Eucharistie. Wunderschöne afrikanische Gesänge durchtönten die Abteikirche. Am Vormittag konnten wir zusehen, wie sich der gesamte Bereich um die Abtei zu einem Festplatz verwandelte. Mönche, Mitarbeitende, Dorfbewohner – alle wirkten mit. Chöre übten für die Liturgie. Traktoren transportierten Stühle und Tische. Brüder probten für die Liturgie. Ordensschwestern schmückten Kirche und Freialtar. Unglaublich und großartig zugleich!

Und dann kam der 8. Juli. Die gesungene Laudes eröffnete die Feierlichkeit. Die Eucharistiefeier begann um 10.00 Uhr am eigens aufgestellten Freialtar unweit der Abtei. Bischof Titus von Mtwara stand der Liturgie vor. Abt Pambo Mkorwe OSB aus der Abtei Mvimwa hat die Predigt gehalten. Die Liturgie wurde weltweit über Radio Maria ausgestrahlt. 700 geladene Gäste, dazu alle, die des Weges kamen, und nicht zuletzt die Gläubigen der Gemeinde Ndanda waren versammelt. Ein lebendiges Bild von Kirche: Frauen und Männer, Kinder und Alte, Arme und Reiche, Kranke und Gesunde, Ordenschristen, Weltpriester und Bischöfe. Volk Gottes auf dem Weg! Afrikaner, Inder, Europäer und Asiaten. Alle Völker und Stämme vereint zum Lob Gottes! Interkulturell und interreligiös!

Im Anschluss an den Gottesdienst fand die offizielle Festfeier statt. Auch hier ein frohes und lebendiges Miteinander. Beeindruckend die einzelnen Wortbeiträge und die Wertschätzung gegenüber der Abtei und ihres missionarischen Wirkens. Die Feier wurde untermalt von musikalischen und tänzerischen Darbietungen. Afrika live! Sehr beeindruckend waren zwei  Momente, zum einen die „Geschenkprozession“. Mit Musik und Tanz brachte jeder sein Geschenk vor Abt Christian: Obst, Gemüse, Reis und Mais, Ziegen und Hühner. Und mitten im bunten Treiben gab es einen Moment der Stille: das Totengedenken für den im Frühjahr verstorbenen Abt Placidus. Nach 5h Fest- und Gratulationsfeier waren alle zum Festmahl geladen. Ich musste an ein Zitat von Teresa von Avila denken: Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn… Ein Festmahl erster Klasse! Bis zur abendlichen Vesper wurde gefeiert, gesungen und getanzt. Dieser Freudentag für die Gemeinschaft von Ndanda mündete in eine afrikanische Disco.

Der nächste Morgen begann mit dem gemeinsamen Lob Gottes und der Feier der Eucharistie. Für die Brüder nahm der Alltag seinen Lauf. Die Nachbereitungen wurden getroffen, und Abt Christian war erfüllt von tiefer Dankbarkeit und Freude.

Ein Abenteuer! Eine unvergessliche Reise! Asante sana – Dankeschön!

Im nächsten „Gruß aus Königsmünster“ werden wir ausführlich über die Abtsweihe berichten. Wir wünschen Abt Christian Gottes Segen für seinen Dienst als Abt und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm!

 

Seit mittlerweile über 40 Jahren gibt es die Abtei Mvimwa im Südwesten Tansanias. Gegründet wurde sie am 3. Juni 1979 von Mönchen der tansanischen Abtei Hanga. Während die beiden großen Abteien Peramiho und Ndanda von deutschen Missionaren gegründet wurden, haben in Hanga und Mvimwa von Anfang an nur Mönche aus Tansania gelebt – hier ist versucht worden, ein Mönchtum einzupflanzen, das aus der Ortskirche Tansanias erwächst. Mittlerweile gehören zur Abtei Mvimwa 94 Mönche, eine der blühendsten Abteien der Missionsbenediktiner. 2017 wählten die Mönche Abt Pambo Mkorwe OSB zu ihrem Abt, der vorher als Kongregationssekretär in St. Ottilien tätig war. Einer der Mönche Mvimwas, Br. Victor, studiert gerade in Salzburg und ist unserer Abtei Königsmünster zugeordnet.

Nuntius Solczynski weiht den Altar der Kirche, links Abt Pambo.

Es war ein besonderer Freudentag, als am 23. Mai 2021, dem Pfingsttag und damit dem Patrozinium der Abtei Mvimwa, die neue Abteikirche benediziert werden konnte, zu der auch die Missionsprokura Königsmünster mit der Hilfe vieler Wohltäterinnen und Wohltäter einen Beitrag leisten konnte. Wegen der Reisebeschränkungen konnten leider nicht viele Brüder aus Europa und Amerika anreisen. Dafür waren unsere afrikanischen Mitbrüder aus Ndanda, Peramiho, Hanga (alle Tansania) und Katibunga (Sambia) und viele Schwestern anwesend, um das Ereignis gebührend zu feiern. Der Apostolische Nuntius von Tansania, Erzbischof Marek Solczynski, stand der Kirchweihe vor, und Bruder Ansgar Stüfe aus der Abtei Münsterschwarzach, der lange als Arzt und Missionar in Tansania tätig war, sprach ein Grußwort.

Bruder Ansgar Stüfe

Die Abteikirche in Mvimwa ist ein Werk der missionsbenediktinischen Familie über Kontinente hinweg. So war ein Architekt aus der Schweiz federführend an den Planungen beteiligt, das Chorgestühl der Kirche stammt aus der Schreinerei der Abtei Ndanda und der Tabernakel aus der Goldschmiede der Abtei Münsterschwarzach.

Tabernakel aus Münsterschwarzach

Etwas Wichtiges fehlt allerdings noch: die Glocke, die in Zukunft die Mönche und alle übrigen Gläubigen zum Gebet zusammenrufen wird. Sie ist aus Patenschaften und Spenden vieler unserer Wohltäter*innen finanziert worden und wird hoffentlich bald ihren Platz im Turm der Kirche finden – als Geschenk der Abtei Königsmünster an unsere Partnerabtei Mvimwa – ein schönes Zeichen der Verbundenheit!

Bald wird eine Glocke aus Königsmünster in Tansania erklingen.

Ganz herzlich gratulieren wir Abt Pambo und seiner Gemeinschaft zur Weihe der Kirche und wünschen der ganzen Gemeinschaft, dass sie lange an diesem Ort beten kann.

 

Nach dem plötzlichen Tod von Abt Placidus Mtunguja OSB haben die Mönche der Abtei Ndanda in Tansania am 25. März 2021 P. Christian Temu OSB in Abwesenheit zu ihrem sechsten Abt gewählt. In Abwesenheit, weil P. Christian als Kongregationsprokurator, also als Koordinator aller Missionsprokuratoren der einzelnen Klöster, im Haus der Kongregation in der Erzabtei St. Ottilien seinen Dienst tat.

Daher konnte Abt Christian erst am Ostermontag in einer kleinen Zeremonie während der Vesper in St. Ottilien von Abtpräses Jeremias Schröder installiert werden. Mit diesem formalen Akt erhält er alle Rechte und Pflichten seines Amtes. Die Abtsbenediktion in Ndanda wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, da Abt Christian in St. Ottilien bleibt, bis seine Nachfolge als Prokurator geregelt ist.

Abt Christian ist unserer Gemeinschaft kein Unbekannter. Er war einer der ersten afrikanischen Mitbrüder, der bei uns Deutsch lernte, und hat uns seitdem immer wieder gerne besucht, z.B. während seiner Zeit als Kongregationssekretär. 2016 hat er gemeinsam mit seinem Vorgänger, Abt Placidus, den Weltmissionssonntag in unserer Abtei gestaltet. Über viele Jahre schon arbeiten wir in vielen Bildungsprojekten seiner Heimatabtei mit ihm zusammen. Wir wünschen Abt Christian Gottes Segen in seiner neuen Aufgabe und freuen uns auf eine gute weitere Zusammenarbeit!

Abt Christian Temu OSB

Am 2. März 2021 hat uns aus der Abtei Ndanda in Tansania folgende Nachricht erreicht, die unsere ganze Gemienschaft schockiert und bestürzt hat:

Heute früh um 5.30 am Dienstag, 2. März. 2021, ist unser lieber Vater,

H.H. Abt Placidus (Peter) Mtunguja OSB

zum ewigen Vater gerufen worden. Abt Placidus war sein Leben lang gesund. Im Januar 2021 hatte er noch alle unsere Häuser in Tansania besucht.  Abt Placidus wurde am 21. Februar 1963 in der Pfarrei Sakarani in der Diözese Tanga geboren. Seine ersten Gelübde legte er am 29. Juni 1996 ab. Am 14. Juli 2001 wurde er zum Priester geweiht. Er wurde am 4. Juli 2015 zum ersten afrikanischen Abt von Ndanda gewählt. Wir bitten Sie, an unseren lieben Abt Placidus in Ihren Gebeten zu denken. Möge er in der ewigen Freude unseres himmlischen Vaters weiterleben. Amen.

Br. Yohannes Mango OSB
Prior von Ndanda 

Auch wir verbinden als Gemeinschaft von Königsmünster viele Erinnerungen mit Abt Placidus. Seine ruhige, bescheidene und freundliche Art hat ihn zu einem angenehmen Gesprächspartner gemacht, mit dem wir viele Projekte realisieren konnten. Viele seiner Mitbrüder, zuletzt Bruder Cyprian, haben in unserer Abtei Deutsch gelernt oder konnten ein Praktikum bei uns absolvieren. Gerade die Bildungsarbeit lag Abt Placidus immer sehr am Herzen. Dankbar erinnern wir uns an den Weltmissionssonntag im Oktober 2016, zu dem Abt Placidus, gemeinsam mit P. Christian, unser Gast war und zu diesem Anlass das Konventamt gehalten hat – teils auf Deutsch, teils auf Swahili.

Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei der Gemeinschaft von Ndanda in diesen schweren Stunden im Vertrauen darauf, dass Abt Placidus nun angekommen ist in der himmlischen Heimat.