Auf der Grundlage der auf Bundesebene am 19.01.2021 gefassten Beschlüsse hat das Land Nordrhein-Westfalen seine Corona-Schutzverordnung mit Wirkung vom kommenden Montag, dem 25.01.2021, befristet bis zum Ablauf des 14.02.2021, fortgeschrieben.

Danach sind Präsenzgottesdienste unter Einhaltung der derzeit geltenden Beschränkungen und Vorgaben wie bisher weiter möglich.

Hinsichtlich der Maskenpflicht im Gottesdienst und in anderen Versammlungen zur Religionsausübung gilt nunmehr die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske. Medizinische Masken im Sinne der Corona-Schutzverordnung sind die sogenannten OP-Masken, Masken des Standards FFP2 oder diesen vergleichbare Masken (KN95 / N95). Ausgenommen von der Maskenpflicht sind weiterhin die liturgischen Dienste im Altarraum. Ein Verstoß gegen die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske im Gottesdienst stellt künftig eine Ordnungswidrigkeit dar.

Diese Änderung gilt auch in den öffentlichen Gottesdiensten der Abtei Königsmünster ab Montag, 25.01.2021.

von Br. Benedikt Müller OSB

„Wohnst du noch oder lebst du schon?“

Liebe Schwestern und Brüder!

Sicher kennen viele von uns diesen Werbespruch einer schwedischen Möbelfirma. Ein Einkauf in Schwedens „Möbelhaus“ ist mit einigen Mühen verbunden und kann leicht zur Geduldsprobe, wenn nicht gar zum Albtraum werden! Lange Anfahrten, überfüllte Hallen, entlegene Regalpositionen, schwere und sperrige Pakete, kaum unterzubringen im eigenen oder geliehenen Wagen, quengelnde Kinder, ungesunde Fleischklöße. Und dann erst der Aufbau zu Hause! „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ erscheint da als beinahe zynische Frage. Es ist der Versuch, das „Leben“ uns als mehr oder weniger erschwingliche Möbel zu verkaufen. Für diese „Lebens.Möbel“ nehmen wir einiges auf uns. Und wir fallen immer wieder darauf herein. Natürlich brauchen wir solche und ähnliche Möbel, wenn wir einmal umziehen oder ins Kloster eintreten. Aber: Findet unser Leben in den Möbeln seinen wohnlichen Grund? Nun, unser heutiges Evangelium geht da weiter und setzt dort an, wo die IKEA-Werbung aufhört. Es fragt uns gleichsam: „Lebst du noch oder bleibst du schon –  und wohnst?“

Die Berufungsgeschichte des Evangelisten Johannes ist eine Geschichte von Suchen und Finden und Bleiben. Der Ort der Geschichte: Bethanien jenseits des Jordan. „In jener Zeit stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.“

Liebe Schwestern und Brüder! Das ist die Initialzündung für die ganze Geschichte. Am Anfang steht das Zeugnis Johannes des Täufers über Jesus: Das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt. Das ist eine Antwort auf die Frage danach, wie Menschsein wieder zurechtgebracht und aufgerichtet werden kann. Gottes Lamm, das ist der Gottesknecht, von dem der Prophet Jesaja erzählt. ER, der Gottesknecht, Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt. ER, der Gottesknecht, der so wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt.

„Siehe, das ist Gottes Lamm“ ist die Antwort auf unser Fragen danach, wie wir Vergebung erfahren, um heilzuwerden. Es ist das, was uns das Christkind an Weihnachten gebracht hat. Geschenkte Erlösung! Es ist ein Finden dessen, wonach wir gesucht haben. Andreas wird danach zu seinem Bruder Simon sagen: „Wir haben den Messias gefunden.“

Das Rufen Jesu bleibt bei Johannes aus! Der HERR ruft nicht. Im Gegenteil. Als er sieht, dass die zwei Johannesjünger ihm nachfolgen, da FRAGT er: „Was sucht ihr?“ Sie antworten: „Wo wohnst du?“ Nun LÄDT er ein: „Kommt und seht!“ Und sie kommen und sehen, wo er bleibt – wo er wohnt. Und dann bleiben auch sie. Sie bleiben für den Rest des Tages und die Nacht bei Jesus. Vielleicht sind in diesem Moment ihre Herzenslampen wie die Lampen der klugen Jungfrauen mit Öl gefüllt und leuchten, auch wenn kein Wächter in der Wüste sie gerufen hat. Aber: Der Lichttag geht zu Ende. Die Sonne geht unter. Die Dämmerung zieht herauf. Irgendwann gehen die Öllampen vielleicht aus, es wird dunkel. „Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.“ Es wird nicht dunkel bleiben, wenn Christi Licht in uns brennend leuchtet. Die Jünger sind gekommen um zu bleiben. Sie bleiben bei dem, den sie schon immer gesucht haben, zu dem sie schon immer gehört haben. Zwischen Jesus und den Jüngern besteht eine Verbindung. Dies wird deutlich in der Begegnung Jesu mit Petrus. „Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas heißen, das heißt übersetzt: Fels. Petrus.“ Auf diesem Felsen baut Jesus seine Kirche. Auf einem Felsen lässt es sich gut und sicher bauen, so hören wir es ja auch in der Geschichte „Vom Haus auf dem Felsen“. Jesus ist unser Fels, auf den wir bauen – unser Fels, auf dem wir wohnen. Mit Christus werden wir Felsen.Stark. Wie die Jünger, sind auch wir eingeladen, zu kommen um zu bleiben. Auch uns sah Jesus bereits unter dem Feigenbaum sitzen. „Lebst du noch,“ so lautet die Frage auch an uns in dieser Stunde. „Lebst du noch“ in deiner Rastlosigkeit, in deiner Suche nach Sinn, in deiner Orientierung an vorläufigen Zielen „oder bleibst du schon?“ Bist du angekommen auf dem Felsen, der DICH trägt?

Das heutige Evangelium verändert unsere Perspektive. Leben ist gut, auch Möbel sind gut, aber wohnen ist etwas Anderes. Wohnen heißt bleiben. „Nimm mich auf, o Herr, nach deinem Wort, und ich werde leben.“ Bei Jesus haben wir eine ewige Bleibe, auch wenn uns das Leben übel mitspielt, auch wenn Möbel zu Bruch gehen.

„Ich bin klein, mein Herz mach rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein“. Heute empfinden viele dieses alte Kindergebet vielleicht als problematisch, dabei drückt es einen wunderbaren Glaubenskern aus. Denn Jüngerschaft Jesu heißt: Wohnen. Christus will in mir Wohnung nehmen. Dafür muss ich die Enge meines Herzens weit machen, damit der König der Herrlichkeit einziehe. Wenn man ein möbliertes Zimmer bezieht, dann dauert es nicht lange, und das Zimmer sieht ganz anders aus. Das Bett steht woanders, die Stühle und der Tisch kommen in eine andere Ecke, neue Bilder werden aufgehangen und manches andere verschwindet ganz – das Zimmer verändert sich. Der Apostel Paulus schreibt im Epheser-Brief: „Durch den Glauben wohne Christus in euren Herzen, in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet.“ Wenn Christus durch den Glauben in unseren Herzen wohnt, dann wird sich unser Leben spürbar verändern. Wenn Christus in unser Herz „einzieht“, dann kann unser Herz nicht so bleiben, wie es war. Dann kann es nicht mehr kalt, hart und lieblos bleiben, dann wird es warm. Jesus ist der Rhythmus im Puls unseres Herzensklangs. Er will nicht machtvoll in uns hausen, sondern in Liebe wohnen.

Im 27. Psalm heißt es: „Mein Herz denkt an dein Wort: Suchet mein Antlitz! Dein Antlitz, o HERR, will ich suchen!“ Jüngerschaft heißt: Suchen und Finden. Das ist sicher die große Aufgabe für uns Missionsbenediktiner! Andere finden und suchen, damit sie wohnen können. Wie kann das bei uns in Königsmünster aussehen? Wie und wo halten wir auf dem Klosterberg die Frage nach dem tiefsten Grund unserer Existenz offen und zwar so, dass sich inmitten des vielfältigen Lebens, das wir ringsum sehen, auch hier die Möglichkeit zum Bleiben in Christus eröffnet? Bringen wir das Wort vom Lamm Gottes zu den Menschen oder hausen wir in unserem Kämmerlein und entziehen uns den nach Gottes Liebe suchenden Menschen? Wo ergibt sich für uns die Gelegenheit, wie Jesus andere mit den Worten „Kommt und seht und bleibt“ anzusprechen? Und zwar mit liebender Offenheit, wachsamer Achtsamkeit, bejahender Ehrlichkeit, fragender Neugier und barmherziger Liebe?

Vielleicht gelingt es uns dann, wenn wir in unserem eigenen Herzens.Gebet Gott immer wieder bitten: „Die Enge meines Herzens mach weit“! Dann kann der König der Herrlichkeit ins uns einziehen und uns verwandeln in der Liebe. Denn Jüngerschaft heißt: Kommt und seht – sucht und findet – bleibt und wohnt und liebt einander. Dann wird unser bereites Herz fühlen, dass ER in uns angekommen und gegenwärtig ist und in uns Wohnung genommen hat.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, bewahre eure Herzen in Christus Jesus. Amen.

Besucherinnen und Besucher unseres Konventamtes am 15. Januar 2021 waren vielleicht etwas erstaunt, weil der Einzug in einer etwas anderen Ordnung erfolgte als gewohnt und der Abt auch jünger schien als an den anderen Tagen. Am 15. Januar wird in benediktinischen Klöstern das Fest der beiden heiligen Maurus und Plazidus gefeiert. Sie gelten als die ersten Schüler Benedikts. Gregor der Große überliefert in seiner Lebensbeschreibung des hl. Benedikt die Legende, dass Maurus auf den Befehl des Abtes hin übers Wasser ging, um seinen Mitbruder Plazidus vor dem Ertrinken zu retten – ein schönes Beispiel für mitbrüderliche Hilfe und Solidarität.

Bis heute ist es guter Brauch in den Klöstern, dass an diesem Tag die Novizen und Junioren das Ruder übernehmen und auf humorvolle Weise die gewohnte Ordnung durchbrechen – ähnlich geschieht es ja säkular beim Karneval. So gab es über den Tag verteilt einige Besonderheiten in unserer Gemeinschaft: das fing an, dass uns in den Klosterräumen überlebensgroße Heiligenfiguren von Benedikt, Scholastika und Laurentius begrüßten (den ein oder anderen zunächst auch erschreckten…). Die Ordnung in der Kirche und im Refektorium richtete sich nicht wie üblich nach dem Eintrittsalter, sondern nach der Körpergröße, was für einige Diskussionen und „Messungen“ sorgte. Die Tischlesung bestand zur Freude unserer frankophilen Brüder aus einem kulinarischen Restaurantführer aus dem Paris der 1950er Jahre mit vielen französischen Ausdrücken, die Bruder Sebastian gekonnt vortrug. Und unsere beiden Novizen, Br. Jonathan und Br. Josef, wechselten sich im Amt des „Novizenabtes“ für einen Tag ab und sprachen die Gebete, die sonst dem Abt vorbehalten sind. Am Ende des Tages war der Konvent zu einem gemütlichen Abend mit Glühwein und Knabbereien eingeladen. Es war ein gelungener Tag, bei dem sich Br. Symeon, Br. Josef und Br. Jonathan viel Mühe gemacht haben, dem Konvent einige schöne und heitere Stunden zu bereiten.

Am 6. Januar 1996, vor 25 Jahren hat unser Bruder Emmanuel Panchyrz OSB in der Abtei Königsmünster Beständigkeit, klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam versprochen. Heute, am 10. Januar 2021, am Fest der Taufe des Herrn, konnte er voll Dankbarkeit erneut das „Suscipe me, Domine“ (Nimm mich an, Herr) singen und seine Profess bekräftigen. Das passt, denn wie Bruder Benjamin in seiner Predigt ausführte, hat sich in der Taufe Jesu der Himmel für jeden Menschen geöffnet, und jedem gilt der Zuspruch: „Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter!“

Vor der Professerneuerung zitierte Abt Aloysius, untermalt von Bruder Vincent an der Orgel, einige Verse aus dem Lied „Jesus soll die Losung sein“:

Unsre Wegen wollen wir nur in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein.

Alle Sorgen, alles Leid soll der Name uns verheißen; so wird alle Bitterkeit uns zur Freude werden müssen. Jesu Nam‘ sei Sonn‘ und Schild, welcher allen Kummer stillt.

Jesus, unser Trost und Hort, sei die Losung fort und fort.

Bruder Emmanuel engagiert sich in unserer Gemeinschaft auf vielfältige Weise: in der Krankenhausseelsorge im Karolinenhospital Hüsten (in ökumenischer Zusammenarbeit mit Pfarrerin Ulrike Rüter), im Abteiladen Olsberg, in der Begleitung von Gästen, bei Kontemplativen Exerzitien. Auch für die liebevolle und kreative Gestaltung des Blumenschmucks in der Abteikirche und in den übrigen Klosterräumen ist er verantwortlich. Für all diese Dienste sei ihm herzlich gedankt. Wir gratulieren Bruder Emmanuel an seinem Jubeltag und wünschen ihm Gottes Segen für die nächsten 25 Jahre!

 

von Br. Benjamin Altemeier OSB

Liebe Schwestern, liebe Brüder, lieber Emmanuel!

Während einer zurückliegenden Exerzitienwoche ging Prof. Peter Knauer auf die Frage ein, ob nur die Menschen von Gott geliebt seien, die getauft sind. Er hat damals ein Bild genutzt, das ich auch heute noch ansprechend finde. Die Taufe ist wie eine Fahne, und die Liebe Gottes ist wie der Wind. Durch die Fahne wird der Wind sichtbar, und in der Taufe wird die Liebe Gottes für den Menschen sichtbar und im Zuspruch zugesagt. Als sich heute für Jesus der Himmel in der Taufe geöffnet hat und Gott zu ihm sprach: „Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen gefunden habe!“,  hat sich in gleicher Weise für uns dieser Himmel geöffnet, und Gott spricht zu uns: „Du bist meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn!“ Uns allen, die wir hier versammelt sind oder uns an anderen Orten befinden, gilt dieser Zuspruch. Das ist wesentlich.

Vor allem öffentlichen Wirken Jesu kommt zuerst der Zuspruch des Vaters. Vor aller Arbeit, vor allem Erfolg, vor allem Verdienst kommt der Zuspruch des Vaters zu uns. Du bist geliebt, weil du bist. Lieber Emmanuel, Dir ist den Jahren Graf Dürckheim zu einer zentralen Person geworden. Er ist ein Lehrer der Initiation. Die Taufe ist ein Initiationsmoment. Hier wird uns zugesagt, dass wir Kinder unserer Eltern und Kinder Gottes zugleich sind.

Während einer Führung mit Familien fragte mich ein Kind. Warum müssen die Mönche so viel beten? Kinder stellen ja häufig die besten Fragen. Ich musste ein wenig überlegen, und dann antwortete ich: Damit wir nicht vergessen, dass wir geliebte Kinder Gottes sind. Mit dieser Antwort war das Kind zufrieden. Wenn wir uns hier, wie in der Profess versprochen,  zum Gebet versammeln, dann eben auch, damit wir nicht vergessen, dass wir geliebte Kinder Gottes sind. Im Mönchtum gibt es den Begriff der „Ruminatio“, des Durchkauens der heiligen Schriften. Damit ist gemeint, dass wir nicht nur die Botschaft Jesu hören, sondern dass sie uns in Fleisch und Blut übergeht. Dass wir also nicht nur die Botschaft Jesu hören, sondern auch in unserem Leib abbilden. Die Botschaft Jesu, die im Wesentlichen aussagt: „Liebt einander, wie ich euch geliebt.“

Urteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden.
Vergebt einander, dann wird auch euch vergeben werden.
Habt Erbarmen mit den am Rande Stehenden, den Armen und Verzweifelten, und euch wird Erbarmen zuteil.

Das ist dann gelebte Nachfolge. Dann lebt das in mir, was in einem Gebet Christian de Chergé, der ermordete Prior der Trappisten von Tibhirine, so ausgedrückt hat: Ich in Ihm, Er in mir.  (Bruder Emmanuel hat dieses Gebet auf der Einladung zu seiner Silberprofess abdrucken lassen.)

Das Fest der Taufe Jesu ist ein Fest der Begegnung. Wir können es auch als Dreifaltigkeitsfest feiern. Die Begegnung Gottes mit seinem geliebten Sohn im heiligen Geist am Fluss Jordan. Martin Buber schreibt: Alles Wesentliche ist Begegnung. Gott ist Bezogenheit im dreifaltigen Sinne untereinander, aber eben auch in der Hinwendung zu uns Menschen. Und so leben wir unsere Nachfolge nicht in sterilen Räumen frömmelnder Ichbezogenheit, sondern in der konkreten Zuwendung zum Nächsten. Das meint der heilige Benedikt, wenn er im Gast, aber auch im Kranken Christus begegnet. Und vielleicht gelingen uns manche Begegnungen, und manche misslingen, aber all das ist besser als ein abgeschottetes, reines und steriles Christentum. Vorausgesetzt, die Begegnungen finden auf Augenhöhe statt, weil ja der Nächste genauso ein geliebter Sohn, eine geliebte Tochter ist wie ich.

Das Fest der Taufe Jesu ist ein Schwellenfest. Es schließt den Weihnachtfestkreis ab. Ab morgen ist wieder Alltag. Aber heute, lieber Emmanuel, feiern wir Deine Silberprofess. Bei einer unserer Wanderungen hast Du mir erzählt, dass Du ein weihnachtlicher Typ bist. Das drückt sich ja auch in Deinem Namen aus, der Dir überaus wichtig ist. Die Menschwerdung Gottes, damit alles auf dieser Erde geheiligt sei. Das ist Dir wichtig. Schwellenfest heißt aber auch: Übergang in den Alltag. Die Treue zu halten, manchmal auch auszuhalten, wie in der Profess versprochen. In guten wie in bösen Tagen. Auszuhalten, wenn das Gebet oder die Arbeit gerade nicht eine Aufeinanderfolge von Höhepunkten sind. Die Mühen der Ebene weitergehen. Das ist gelebte benediktinische Stabilitas.

Das Fest der Taufe Jesu ist ein Fest, welches das Leid nicht ausschließt. Denn die gleichen Worte, die wir eben gehört haben, hören wir am Berg der Verklärung wieder. Diesmal unmittelbar vor dem Leiden Jesu. Dieses Leiden führt zu Tod und Auferstehung Jesu. Und auch hier sind wir hineingenommen. Unser Leid ist nicht grenzenlos. Es findet sein Ende in der Auferstehung.

Zuletzt: Das Fest der Taufe Jesu ist ein Fest der Sinnstiftung. Ein jeder von uns hat seinen Ursprung aus Gott, von Ihm kommen wir. Wir sind, weil Gott möchte, dass wir sind. Das ist der Sinn unseres Lebens. Und in der Auferstehung ist das Ziel unseres Lebens vorgezeichnet. Unsere endgültige Heimat ist im Himmel. Amen.

In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. (Mk 1,9)

Das Fest der Taufe des Herrn beschließt liturgisch den Weihnachtsfestkreis. Die Taufe Jesu im Jordan bedeutet für mich, dass der „holde Knabe im lockigen Haar“ nun endgültig der Krippe entwachsen ist und seinen Weg gehen muss: Israel zu sammeln und das Reich Gottes zu verkünden. Und deshalb besteht die Botschaft von Weihnachten nicht nur in der Erzählung von Jesu Geburt in Bethlehem, sondern Weihnachten geht weiter…

Die Hirten blieben nicht dauerhaft bei der Krippe, sondern sie „kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten“ (Lk 2,20) und auch die Sterndeuter aus dem Osten ziehen wieder heim in ihr Land, bevor die Heilige Familie selbst nach Ägypten fliehen muss (Mt 2,12-15).

Wenn wir am heutigen Sonntag das Evangelium von Jesu Taufe im Jordan hören, dann kann uns das bewusst machen, dass auch unser je eigener und persönlicher Glaubensweg mit der Taufe einen sakramentalen Anfang nahm. Aber das Christ-Sein, zu dem wir berufen sind, soll sich wie ein roter Faden durch unseren Alltag und unser ganzes Leben ziehen. Auch wir sollen als Christen unseren Weg gehen: Indem wir von unserem Glauben und unserer Hoffnung erzählen, geht Weihnachten auch in diesem Sinne weiter, wenn wir nun am Anfang des Neuen Jahres wieder in den Alltag zurückkehren.

Br. Vincent Grunwald OSB

Mit dem Fest der Taufe des Herrn endet die Weihnachtszeit – und damit vorerst auch die Zeit der täglichen Impulse. Ab dem 17. Februar, wenn an Aschermittwoch die Österliche Bußzeit beginnt, geht es aber schon mit unserem Angebot durch die Fasten- und Osterzeit hindurch weiter. Wenn Sie die Impulse dann als Newsletter weiterempfangen möchten, brauchen Sie gar nichts zu tun – wenn nicht, können Sie über den Abmeldelink, den Sie in jedem Newsletter unten finden, ganz einfach Ihr Abonnement beenden.

Nachdem die Sternsinger der Gemeinde Maria Himmelfahrt in Meschede schon am 3. Januar nach dem Konventamt bei uns zu Gast waren, um uns den Segen für 2021 ganz coronakonform auf dem Kirchplatz zuzusprechen und ihre Segenskärtchen zu verteilen, freuen wir uns, dass wir sie morgen noch einmal um 10.00 Uhr vor unserem Konventamt begrüßen dürfen. Sie werden vor dem Eingang der Kirche am oberen Schulhof stehen, um uns den Segen für das vor uns liegende Jahr zu bringen.

Das Konventamt am Fest der Taufe des Herrn zum Abschluss der Weihnachtszeit findet am Sonntag, den 10. Januar 2021, erst um 10.30 Uhr statt. In der Eucharistiefeier wird unser Bruder Emmanuel dankbar auf 25 Jahre seiner klösterlichen Profess zurückschauen.

Die Sternsinger im Mescheder Norden haben einiges auf die Beine gestellt, um den Segen auch in diesem Jahr unter Achtung aller Hygienemaßnahmen allen Menschen zu bringen. In dem Video können Sie sich selbst ein Bild davon machen:

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Nicht kann auch
aus Gottes Hand fallen,
wer sogar außerhalb seiner selbst
und aller Kreatur fällt,
die doch Gottes Hand
von allen Seiten umfasst.
Stürze also durch die Welt,
wohin stürzest du?
Doch nur in die Hand
und an die Brust Gottes!
(Martin Luther)

Es braucht immer wieder diese Vergewisserung. Gerade am Anfang des neuen Jahres, gerade in dieser schwierigen Zeit. Denn es werden Situationen kommen, wo ich fallen werde. Es werden Dinge passieren, die mich an meine Grenzen bringen. Da ist es gut, sich sagen zu lassen, dass ich in Gottes Hand bin, von allen Seiten umfasst. Vielleicht ist auch genau das die Erfahrung Jesu in seiner Taufe, die wir zum Abschluss der Weihnachtszeit morgen feiern. Der Himmel öffnet sich und er hört die Stimme: „Du bist mein geliebter Sohn!“ Und kurz danach: Krisenzeit in der Wüste.
„Ich bin in Gottes Hand geborgen!“ – möge mir dies Fundament für alles sein, was in diesem Jahr auf mich zukommt, was mir widerfährt. Wohin falle ich? – In die Hand Gottes. Möge es so sein.

P. Jonas Wiemann OSB

Gebt ihr ihnen zu essen!

Was für deutliche Worte!
Kommen sie bei den Jüngern an?

Wenn ich es genau betrachte,
dann arbeiten wir ja noch immer daran,
an diesem Auftrag,
diesem Wort Jesu
und all dem,
was jeder von uns einbringt.
Unseren guten Willen,
unsere Talente,
auch wenn nicht alles
wirklich gelingt.

Fünf Brote und zwei Fische
für fünftausend peinlich gering,
jedoch, so sehr ich auch suche,
mehr ist bei mir einfach nicht drin.

Doch welch Wunder,
das Wenige reicht schon aus,
sofern ich es Jesus überlasse
wird die Fülle daraus.
ER nimmt, was ich ihm übergebe
und blickt zum Himmel hin,
sein Lobpreis klingt in die Höhe
und so wird meine Gabe zum Gewinn.

Das sollten wir nicht vergessen,
ja, darum sind wir hier.
Jesu Worte: „Gebt ihr ihnen zu essen!“,
sie gelten auch dir und mir!

P. Cornelius Wanner OSB

Durch die verschärften Maßnahmen im Zuge der Bekämpfung der Corona-Pandemie gibt es einige Änderungen, die auch die Einrichtungen und Betriebe auf dem Klosterberg betreffen:

  • Die AbteiGaststätte bleibt bis einschl. 31. Januar geschlossen; der Außer-Haus-Verkauf von Eintopf und Kuchen findet bis einschl. 31. Januar nicht statt. Auch die Mensa bleibt geschlossen.
  • Die Gästehäuser bleiben bis einschl. 31. Januar geschlossen.
  • Der Abteiladen auf dem Klosterberg öffnet ab Mittwoch, 13. Januar 2021, ausschließlich zum Lebensmittelverkauf (Öffnungszeiten: montags bis samstags 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 14.00 Uhr bis 17.30 Uhr / sonntags 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr).
  • Der Abteiladen Olsberg öffnet als Lebensmittelladen ab Montag, 11. Januar 2021.

Über aktuelle Entwicklungen werden wir Sie weiterhin zeitnah informieren. Kommen Sie gut durch diese Zeit und bleiben Sie gesund!