Die Corona-Pandemie hat nicht nur Auswirkungen auf unser Leben in Königsmünster, sondern betrifft all unsere Klöster weltweit. Gerade unsere Gemeinschaften in Afrika und Asien sind von der Schließung ihrer Betriebe und Gästehäuser existentiell betroffen. So schreibt P. Prior Fidelis aus dem kürzlich unabhängig gewordenen Konventualpriorat Tororo in Uganda, dass alle Betriebe des Klosters derzeit geschlossen sind. Die Augenklinik arbeitet zwar noch, aber auf einem niedrigen Level. Besonders hart trifft es die armen Menschen, die im Sozialprojekt des Klosters generell auf Hilfe angewiesen sind.

In einem Brief schreibt Prior Fidelis über die Auswirkungen, die direkt das klösterliche Leben betreffen: „Wir erlauben es Außenstehenden zur Zeit nicht mehr, ins Kloster zu kommen, es sei denn aus sehr wichtigen Gründen. Selbst die Köche gehen nicht nach Hause, sondern bleiben auf dem Grundstück des Klosters, um Kontakt mit Außenstehenden zu vermeiden. Auch die Brüder verlassen das Kloster nicht außer diejenigen, die wichtige Gründe haben, die das Kloster betreffen; wir bleiben alle zuhause.
Wir haben an jeder Ecke Wasser, Seife und Desinfektionsmittel für die Hygiene. Alle Türklinken werden mit alkoholhaltigem Desinfektionsmittel mindestens viermal am Tag eingesprüht. Viele Hygieneregeln und Vorbeugemaßnahmen der Übertragung von einer Person zu einer anderen werden eingehalten.
Wir teilen nicht mehr das Geschirr miteinander; jedem Bruder wurden Teller, Tasse und Besteck gegeben, das er nach Gebrauch selbst abwäscht und bis zum nächsten Essen behält.“ Der Sicherheitsabstand in Uganda beträgt übrigens ganze vier Meter. Die Sicherheitsmaßnahmen werden von den örtlichen Behörden teilweise sehr strikt durchgesetzt. So wurde in Tororo eine Frau, die allein in der Kathedrale beten wollte, gefangengenommen.

Unser Kloster in Tigoni, Kenia sollte in der kommenden Woche zur Abtei erhoben und ein neuer Abt gewählt werden. Das ist nun wegen der Reisebeschränkungen verschoben. In der Abtei Mvimwa in Tansania haben am 21. März fünf Mitbrüder ihre zeitlichen Gelübde abgelegt – ohne Gäste, in einer schlichten Feier. Unsere Mitbrüder in Ägypten, die dem orthodoxen Kalender folgen, feiern das Osterfest in diesen Tagen. Über ihre Facebookseite geben sie Interessierten Anteil an den Liturgien der Heiligen Woche im koptisch-katholischen Ritus.

 

Neuprofessen in Mvimwa, Tansania

Liturgie der Heiligen Woche in Ägypten

Unsere Kongregation der Missionsbenediktiner leistet gerade in diesen Tagen unkompliziert und schnell Soforthilfe für unsere Gemeinschaften in Afrika, Asien und Lateinamerika und besonders für die Menschen rund um die Klöster. Als Missionsbenediktiner, die einer weltweiten Gemeinschaft angehören, ist uns die Solidarität gerade mit unseren ärmeren Gemeinschaften besonders wichtig. Für jede Spende in diesem Anliegen sind wir dankbar.

Spendenkonto
Bank für Kirche und Caritas Paderborn
IBAN: DE96 4726 0307 0011 5609 00
BIC: GENODEM1BKC
Kennwort: Mission Coronahilfe

 

von P. Abraham Fischer OSB

 

Glocken haben Anteil an der Verkündigung der Kirche. Sie senden die Botschaft in die Welt hinaus. Nicht jeder, der das Geläut der Glocken hört, wird in die Kirche kommen können, aber dennoch bewahrt der Glockenklang die Erinnerung, dass es einen Ort gibt, der zu Heimat und Ruhe in hektischer Zeit einlädt. Glocken – und darin sind sie ein Symbol für die Existenz von Kirche heute – Glocken übertönen den Geräuschpegel der Welt eben nicht. Sie drängen sich nicht auf, wohl aber mischen sie sich ein! Sie messen die Zeit, gliedern durch das Angelusgeläut den Tag in Morgen, Mittag und Abend. Darin scheint ein wenig Ewigkeit durch: Mit stetem Gleichmut zeigt uns der Stundenschlag die regelmäßig vergehende Zeit. Nicht die subjektive innerlich gefärbte und als lang oder kurz erlebte Zeit, sondern die objektiven, mechanisch gemessenen Zeiträume werden hier vermittelt. Diese stete und unbeirrte Zeit kann uns in alltäglicher Hetze Halt schenken.

Jede Glocke ist ein eigenes Wort an die Hörenden. Sie hat einen eigenen Grundton und sich darauf aufbauende Obertöne. Jede Glocke hat aber auch einen eigenen Namen, der ihren Klang bezeichnet und das Geläute mit einer geistigen Botschaft versieht.

Die im Bau befindliche Abteikirche unserer Brüder in der afrikanischen Abtei Mvimwa wird – wie das Kloster selbst – dem heiligen Geist geweiht werden. Ein starkes Patrozinium. Es ist der Geist Gottes, der die Kirche bewegt und antreibt und der ihr zugleich in diesen stürmischen Zeiten ein Standing gibt. Die Geisteskraft ist stabil und dynamisch zugleich.* Das macht sie zuverlässig wirksam und unberechenbar treibend zugleich.

In Absprache mit der Gemeinschaft in Afrika wird die neue Glocke das Thema „Verkündigung“ haben. Damit verknüpfen sich mannigfaltige Aspekte, denn das ist ja die Aufgabe aller Klöster weltweit: es ist die gute Nachricht, DAS Evangelium schlechthin, das wir mit unserem Leben bezeugen: Gott trägt unsere Welt und hält sie in seiner Liebe im Dasein.

Verkündigung im christlichen Sinn hat einen Hintergrund: Der Engel Gabriel wird zu Maria geschickt. Seine Kunde fragt die Geburt des Gotteskindes beim Menschen Maria an. Damit wird die Grenze zwischen Gott und Mensch geöffnet. Der Himmel kommt zur Erde und die Erde kommt in Gott zu ihrer wahren Wirklichkeit. Verkündigung in diesem Sinn öffnet sich auch in einer anderen Perspektive. Sie bleibt nicht bei einer Selbstoffenbarung Gottes stehen, sondern sie bezieht den Menschen mit ein, indem das Geschehen göttlicher Mitteilung menschlicher Antwort bedarf. Das Erlösungswerk Gottes kann nur beginnen, weil Maria die Botschaft hört und ihr zustimmt. Sie spricht ihr Ja-Wort auf besondere Art und Weise. Nicht triumphal, nicht laut und öffentlich, sondern intensiv und innerlich ist ihre Zu-Stimmung. Ihr „Mir Geschehe“ ist eine der intensivsten Haltungen, die Menschen möglich ist. Nicht umsonst ist diese Haltung als Bitte im Vaterunser präsent und oft erbetet: „Dein Wille geschehe“.

So erklingt im Übrigen auch eine Glocke: Aus sich selbst heraus erzeugt sie ja keinen Klang, sondern sie wird angeschlagen durch den frei hängenden Klöppel von innen oder dem Schlaghammer der Stundenglocke von außen. Eine Glocke reagiert auf jede Berührung von außen. Auch wenn jemand sie mit der Hand anschlägt, beginnt sie leise ihren Ton zu singen.

Mit diesem Bild wird einiges von Gottes Wort deutlich und von der „Ant-Wort“ des Menschen. Das nämlich ist eben im Sinn des Dialoges eher nicht ein „Gegen-Wort“, ein „Anti-Wort“, sondern besser verstehbar im Sinne des Klanges. Es ist „Resonanz“. Wenn Gott spricht und uns anrührt, ist das so unendlich, so groß und so wundervoll, dass uns Menschen alle Worte fehlen werden. Wer sich dem Anschlag aber zu öffnen vermag, geht in Resonanz. Im Kern der Seele von Gott berührt, erklingt das originäre Lebenslied. Es leuchtet unsere Gottesebenbildlichkeit auf, und wir werden wir selbst. Das ist ein sehr einleuchtendes Bild für das „Mir geschehe“. Dieses ist schwebend zwischen eigener Aktion und auch sich gebender Passion anzusiedeln. Es bedarf einer suchenden und hörenden Haltung ebenso wie einer inneren Freiheit. Glocken können nur klingen, wenn sie frei hängen. Sind sie irgendwie gebunden an anderes, so wird die Fähigkeit zur Resonanz schwach oder die Glocke schweigt.

Unsere Antwort auf den Ruf Gottes könnte – so gedeutet – ein leises Summen, ein innerer Ton sein. ER ist es, der diesen Ton befreit. Wir sind es, die darin zu sich selber kommen, wenn wir so frei sind, uns anrühren zu lassen.

Vielleicht möchten Sie ja in der neuen Glocke unserer Schwesterabtei Heilig Geist in Mvimwa mitschwingen, indem sie für einen Tag im Jahr die Patenschaft für 60,- € übernehmen. Manchmal sucht man ja nach einem Geschenk für Menschen unserer Kultur, die alle weltlichen Dinge schon haben. Da wäre ein Glockenklang in Afrika vielleicht eine Alternative. Vielleicht vermissen Sie auch Menschen, die bereits in den großen Klang Gottes hineingestorben sind und möchten deren Lebensklang im Geläute gegenwärtig halten. Unsere Spendenaktion ist gut angelaufen – 25 % an nötigen Spenden sind bereits eingegangen. Sobald Abt Pambo Mkorwe OSB im Herbst zum Generalkapitel in Deutschland weilt, wird er persönlich Ihre Patenschaftsurkunde zeichnen. Sollten Sie diese als Geschenk vorher benötigen, so sind wir gerne bereit diese auszustellen. Allen Spenderinnen und Spendern schon jetzt ein herzliches „Vergelts Gott!“

Spendenkonto
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BIC: GENODEM1BKC
Kennwort: Glocke für Mvimwa

Eine Glocke für die Kirche der Abtei Mvimwa in Tansania. Auch Sie können ein Klang dieser Glocke werden und mit einer Spende die Patenschaft für einen Tag im Jahr übernehmen.

Wenn wir im Mutterkloster unserer Kongregation der Missionsbenediktiner, der Erzabtei St. Ottilien, zu Gast sind, dann gehört für viele der Klang der Glocken unverwechselbar dazu. Zunächst ist es vielleicht gewöhnungsbedürftig, dass jede Viertelstunde der Glockenschlag die Zeit ansagt und diese Zeit-Ansage auch nachts nicht unterbrochen wird, aber nach mehreren Tagen und Nächten dort gehört dieser Klang einfach dazu. Als aber im letzten Jahr der Glockenstuhl in St. Ottilien restauriert wurde und die Glocken daher für längere Zeit schwiegen, haben viele Menschen etwas vermisst. Mittlerweile läuten die Glocken in der Nacht übrigens nicht mehr – so können die Mönche doch etwas ruhiger schlafen…
Viel mehr noch als heute haben Glocken in früheren Zeiten den Tagesablauf der Menschen geprägt. In einer Zeit, als es noch keine Armbanduhren, geschweige denn Smartphones mit elektronischer Zeitmessung gab, richteten sich die Menschen nach dem Läuten der Glocken. Der Stundenschlag teilte den Tag ein, das Angelusläuten dreimal am Tag unterbrach die Arbeit und erinnerte die Menschen daran, dass es jemanden gibt, der all unser Machen und Arbeiten übersteigt, das Läuten freitags um 15.00 Uhr erinnerte an die Todesstunde Jesu. Besondere Ereignisse wurden durch das Läuten der Glocken angekündigt, bei Katastrophen wie dem Ausbruch eines Feuers dienten die Glocken als Warnung, und die Totenglocke läutete, wenn jemand gestorben war – denn auch der Tod gehört zum Leben dazu.

Glocken setzen uns in Bewegung und bringen uns zum Handeln – auch heute noch. Wenn unsere Kirchenglocken anfangen zu läuten, erinnern sie uns Mönche und unsere Gäste an die Zeit des Stundengebetes. Und wenn die Glocken einmal unplanmäßig läuten, z.B. weil sie gewartet werden, wird so mancher unruhig und fragt sich, ob er etwas verpasst habe – oder ob jemand gestorben ist. Auch negativ setzen uns Glocken in Bewegung. Warum sonst werden immer wieder Prozesse geführt und fühlen sich Menschen in ihrer Ruhe durch das Geläut von Glocken gestört? Und Glocken wohnt ein subversives Element inne. Vor einigen Monaten ging der Fall eines Pfarrers durch die Presse, der seine Kirchenglocken Sturm läuten ließ, weil in seinem Ort gerade eine Demonstration von Rechtsextremen stattfand. Die konnten ihre eigenen Worte nicht mehr verstehen und mussten ihre Demonstration wutschäumend abbrechen – Don Camillo lässt grüßen.

Wir möchten Sie in diesem Jahr auf einen besonderen Weg mitnehmen. Wir möchten unseren Brüdern der Gemeinschaft der Abtei Mvimwa in Tansania eine Glocke für ihre neue Abteikirche schenken, die in diesem Jahr ihre Vollendung findet. Schon seit längerem unterstützen wir den Aufbau dieser jungen Gemeinschaft und haben immer wieder davon berichtet: vor allem die Landwirtschaft mit Schweinestall, Viehwirtschaft, Fischteich und Gemüsegarten konnten wir dank Ihrer großzügigen Spenden unterstützen. Damit kann heute vielen Menschen geholfen werden, die z.B. zur Krankenstation des Klosters kommen – und diese Hilfe hört auch nicht auf. Bevor wir an die Seele des Menschen denken, müssen wir seine leiblichen Bedürfnisse stillen – so sagt es Abt Pambo, der Abt der Gemeinschaft von Mvimwa. Aber der Mensch ist eben mehr als Leib. Er hat eine andere Dimension, die offen ist für Größeres, die sich ansprechen lässt für den je größeren Gott. Gerade die Lebensfreude vieler Afrikaner, die sich in langen und freudigen Gottesdiensten mit viel Musik und Tanz ausdrückt, lässt diese seelisch-geistige Dimension anklingen. Durch den Bau der neuen Abteikirche in Mvimwa möchte die junge Gemeinschaft auch auf diese Dimension antworten und ihrem Kloster und den Menschen der Region ein Zentrum ihres Betens und Arbeitens geben.

Wir laden Sie ein, uns bei der Finanzierung einer Glocke für die Abtei Mvimwa zu unterstützen. Wir laden Sie ein, selbst ein Klang dieser Glocke zu werden, die Menschen im Südwesten Tansanias in Bewegung bringt, um ihrer Freude über den Gott Ausdruck zu verleihen, der ihr Leben trägt. Ja, mit Ihrer Spende können Sie ein lebendiger Teil des Stundengebetes der Abtei Mvimwa werden. Wir laden Sie ein, mit Ihrer Spende die Patenschaft für die Glocke für einen Tag im Jahr zu übernehmen. An diesem Tag wird Ihrer auf besondere Weise beim Klang der Glocke und beim Beten der Brüder gedacht. Wäre das nicht ein bewegender Gedanke, dass in meinem Anliegen oder am Geburtstag meiner Lieben weit entfernt auf dem afrikanischen Kontinent eine Glocke läutet?


Mit einer Spende von € 60,- können Sie die Patenschaft für einen Tag des Jahres übernehmen.Das Datum können Sie sich (noch) aussuchen. Selbstverständlich bekommen Sie für die Unterstützung eine Urkunde!Schon heute danke ich Ihnen für Ihre Unterstützung, auch im Namen von Abt Pambo und seiner Gemeinschaft in Mvimwa. Wir freuen uns, wenn die Vision einer Glocke für Mvimwa Wirklichkeit werden kann und damit das Band der beiden Abteien von Königsmünster und von Mvimwa noch fester gestärkt wird.

Weitere Informationen incl. der Möglichkeit, eine Patenschaft zu übernehmen, erhalten Sie in unserer Missionsprokura.

Kennwort: Glocke für Mvimwa

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IBAN: DE96 4726 0307 0011 5609 00
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