Beichte und Versöhnung

Das Sakrament der Buße können Sie

mittwochs von 10 Uhr bis 12 Uhr bei einem Beichtgespräch (Beichtzimmer in der Abtei Königsmünster – bitte an der Pforte melden) oder

freitags von 15 Uhr bis 17 Uhr in der Beichtkapelle (Beichtstuhl) der Abteikirche empfangen.

Darüber hinaus können Sie gerne über unsere Pforte (Telefon: 0291/2995-0) einen Gesprächstermin mit einem der Brüder ausmachen.

Hinweis

Wärend der Corona-Pandemie findet die Beichte am Freitag auch im Sprechzimmer an der Klosterpforte und nicht in der Beichtkapelle statt.

Beichtzeiten in den Kartagen

Samstag, 04.04.

10 – 12 Uhr
15 – 17 Uhr

Karmontag, 06.04.

15 – 17 Uhr

Kardienstag, 07.04.

15 – 17 Uhr

Karmittwoch, 08.04.

10 – 12 Uhr
15 – 17 Uhr

Gründonnerstag, 09.04.

10 – 11.30 Uhr
15 – 17 Uhr

Karfreitag, 10.04.

keine Beichtgelegenheit

Karsamstag, 11.04.

10 – 11.30 Uhr

Gedanken zur Beichte von unserem P. Helmut Bochnick OSB

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EGO TE ABSOLVO…Beichte und Versöhnung

Das Sakrament der Taufe öffnet uns die Tür zum Himmel, zu einem versöhnten Leben mit Gott auf Erden und zum ewigen Leben nach dem Tod. Damit beginnt für uns Christen auch die bleibende, im Glauben an die Macht der Liebe sich immer wieder neu und anders stellende Herausforderung unserer Versöhnungsbereitschaft mit den Menschen, die zur Gemeinschaft der Gotteskinder gehören, das heißt letztendlich mit allen Menschen, mit allen Geschöpfen, ja mit der gesamten Schöpfung.

Wir wissen – auch wenn wir es uns nur selten eingestehen (wollen) – dass wir aufgrund unseres eigenwilligen Strebens, das unseren Blick nach rechts und links oder über den eigenen Tellerrand oder „Kirch“-turm eher verwehrt oder von vorneherein ausklammert, also in unserem vornehmlich und überwiegend egozentrierten Leben, immer wieder durch unsere Gedanken, Worte und Werke, Böses tun und Gutes unterlassen und dadurch den Anderen – unseren Mitmenschen – Schwester oder Bruder sowie die gesamte Schöpfung, missachten, geringschätzen, übersehen oder ausnutzen, ausbeuten, Gewalt antun und vernichten – und somit Schuld auf uns laden, schuldig werden und schuldig bleiben.

Das Schuldeingeständnis gegenüber mir und gegenüber denen, an denen ich mich versündigt habe und schuldig geworden bin, ist nicht einfach und erfordert Aufrichtigkeit, Einsicht, Reue, Mut und Demut, weil dies die verborgenen, dunklen Seiten vor dem Anderen aufdeckt und offenlegt. Niemand tut so etwas gerne.

Aber niemand kommt letztendlich an dem aufrichtigen Schuld-Bekenntnis und der reuevollen (Es tut mir von Herzen leid!) Ent-Schuldigung vorbei, wenn er nicht, allein in sich selbst gefangen und um sich selbst kreisend, verharren und vereinsamen will. Dabei ist es oft nicht mehr möglich, den Betreffenden für die eigene Schuld um Vergebung zu bitten. Schuld bleibt… und wer lange Schuld auf sich lädt und sie nicht loswerden kann, der wird sich selbst zuwider.

Wir haben gelernt, uns die Schuld auszureden – alle anderen sind schuld. Die irrige Meinung: „Ich habe keine Sünde“, „Ich trage keine Schuld“, ist eine Form des Selbstbetrugs, nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil man an (eine Sünden-)Vergebung nicht (mehr) glaubt. Wer aber an Vergebung nicht glaubt, der muss sich die Sünde und die Schuld ausreden…Viele Menschen glauben heute, nicht „genug gesündigt zu haben“ oder verstehen den Sinn des Sakraments der Vergebung nicht mehr. Dabei ist das Bußsakrament, die Beichte, „die intimste Begegnung zwischen einem selbst und Gott“.

Das Sakrament der Buße will uns helfen, sowohl unsere dunklen Seiten aufzudecken, sie anzuschauen, zu benennen und zu bekennen und zu ihnen zu stehen, aber auch sie im Bekenntnis und in der Bitte um Vergebung loszuwerden, um dann im Zuspruch der Versöhnung Freude – neue, echte Lebensfreude – zu erfahren, welche uns befähigt, aus unserer selbstverschuldeten Isolation herauszutreten und die geschwisterliche Gemeinschaft mit neuen guten Gedanken, Worten und Werken zu leben und nicht zuletzt der liebenden Nähe Gottes, des barmherzigen Vaters, der unser aller Vater ist, erneut gewiss zu sein.

Wo wir, allein auf uns selbst gestellt, einer eher mühsamen, oft auch schmerzhaften Erforschung unseres Gewissens aus dem Wege gehen, kann eine Entscheidung für ein Beicht-Gespräch – also einem Gespräch mit einem Geistlichen, der vor allem zuhört und dabei hilft, dass der Beichtende zu sich findet, hilfreich sein, sich diesem ersten wichtigen Schritt der eigenen Wahr-Nehmung in der Gewissenserforschung zu stellen. Er ist es auch, der mir Mut macht, in den vorgehaltenen Spiegel der Selbst-Erkenntnis zu schauen und mich zu sehen, wie ich wirklich bin. Er ist es, der mir als Ratgeber auch die versteckten Nischen meiner Verletztheiten und Eitelkeiten aufzeigen, aber mir auch Wegweiser und Orientierung für einen Neubeginn sein kann. Dabei unterstützt er mich, das rechte Maß für einen guten Vorsatz zu finden, etwas in meinem Leben zu verändern und zu verbessern.

Im Auftrag Jesu Christi spricht er mir mit dem Zeichen des Kreuzes das erlösende und verzeihende Wort der Barmherzigkeit Gottes zu, das mich von jeglicher Schuld befreit und Kraft schenkt, selbst Versöhnung und Frieden in die Welt zu tragen:

Ego te absolvo a peccatis tuis, in nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes spreche ich dich los von deinen Sünden. Amen