Seit mittlerweile über 40 Jahren gibt es die Abtei Mvimwa im Südwesten Tansanias. Gegründet wurde sie am 3. Juni 1979 von Mönchen der tansanischen Abtei Hanga. Während die beiden großen Abteien Peramiho und Ndanda von deutschen Missionaren gegründet wurden, haben in Hanga und Mvimwa von Anfang an nur Mönche aus Tansania gelebt – hier ist versucht worden, ein Mönchtum einzupflanzen, das aus der Ortskirche Tansanias erwächst. Mittlerweile gehören zur Abtei Mvimwa 94 Mönche, eine der blühendsten Abteien der Missionsbenediktiner. 2017 wählten die Mönche Abt Pambo Mkorwe OSB zu ihrem Abt, der vorher als Kongregationssekretär in St. Ottilien tätig war. Einer der Mönche Mvimwas, Br. Victor, studiert gerade in Salzburg und ist unserer Abtei Königsmünster zugeordnet.

Nuntius Solczynski weiht den Altar der Kirche, links Abt Pambo.

Es war ein besonderer Freudentag, als am 23. Mai 2021, dem Pfingsttag und damit dem Patrozinium der Abtei Mvimwa, die neue Abteikirche benediziert werden konnte, zu der auch die Missionsprokura Königsmünster mit der Hilfe vieler Wohltäterinnen und Wohltäter einen Beitrag leisten konnte. Wegen der Reisebeschränkungen konnten leider nicht viele Brüder aus Europa und Amerika anreisen. Dafür waren unsere afrikanischen Mitbrüder aus Ndanda, Peramiho, Hanga (alle Tansania) und Katibunga (Sambia) und viele Schwestern anwesend, um das Ereignis gebührend zu feiern. Der Apostolische Nuntius von Tansania, Erzbischof Marek Solczynski, stand der Kirchweihe vor, und Bruder Ansgar Stüfe aus der Abtei Münsterschwarzach, der lange als Arzt und Missionar in Tansania tätig war, sprach ein Grußwort.

Bruder Ansgar Stüfe

Die Abteikirche in Mvimwa ist ein Werk der missionsbenediktinischen Familie über Kontinente hinweg. So war ein Architekt aus der Schweiz federführend an den Planungen beteiligt, das Chorgestühl der Kirche stammt aus der Schreinerei der Abtei Ndanda und der Tabernakel aus der Goldschmiede der Abtei Münsterschwarzach.

Tabernakel aus Münsterschwarzach

Etwas Wichtiges fehlt allerdings noch: die Glocke, die in Zukunft die Mönche und alle übrigen Gläubigen zum Gebet zusammenrufen wird. Sie ist aus Patenschaften und Spenden vieler unserer Wohltäter*innen finanziert worden und wird hoffentlich bald ihren Platz im Turm der Kirche finden – als Geschenk der Abtei Königsmünster an unsere Partnerabtei Mvimwa – ein schönes Zeichen der Verbundenheit!

Bald wird eine Glocke aus Königsmünster in Tansania erklingen.

Ganz herzlich gratulieren wir Abt Pambo und seiner Gemeinschaft zur Weihe der Kirche und wünschen der ganzen Gemeinschaft, dass sie lange an diesem Ort beten kann.

 

In den Nachrichten war in den letzten Wochen immer wieder von den verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie in Indien zu hören. Die zweite Welle mit dem Auftreten der aggressiven indischen Mutation hat das Land hart getroffen. P. John Kaippallimyalil ist Prior der Gemeinschaft von Kumily im indischen Bundesstaat Kerala, die u.a. ein Waisenhaus betreibt. Er berichtet in einem Rundbrief von der Lage im Land. Am 10. Mai zählte Indien 403 738 neue Covid19-Fälle und 4092 Tote. Insgesamt lag die Zahl der Infizierten bis zu diesem Zeitpunkt bei 22,3 Mio., wovon 18,3 Mio. genesen sind. Allerdings sollen Experten zufolge die wirklichen Zahlen fünf- bis zehnmal höher liegen.

Das größte Problem ist die Versorgung mit Sauerstoff. Es wird zwar laut Pater John im Land genügend Sauerstoff produziert, doch es mangelt an der Verteilung. Der rasante Anstieg von Infektionen über die letzten Wochen habe das Gesundheitssystem vollkommen überlastet. Patienten sterben in Ambulanzen und auf Parkplätzen vor den Krankenhäusern, und Krematorien sind komplett überlastet. Man muss bis zu drei Tage warten, um einen Verstorbenen einäschern zu können.

Obwohl Indien das Land ist, in dem weltweit am meisten Impfstoff hergestellt wird, läuft das Impfprogramm nur schleppend an, und es hapert an der Verteilung. Nur 2 % der gesamten Bevölkerung, das sind 30 Millionen Menschen (von 1,3 Milliarden) sind komplett mit zwei Dosen geimpft worden.

Der Bundesstaat Kerala ist besonders stark betroffen,. Dort gibt es die zweithöchste Inzidenz im ganzen Land. Einer von vier Leuten ist positiv getestet worden. Noch gibt es in der Region genügend Sauerstoff, allerdings kann bei steigenden Zahlen auch hier die Lage kritisch werden.

Die Gemeinschaft von Kumily tut, was sie kann, um den Notleidenden zu helfen. Das Baugewerbe, die Landwirtschaft und der Tourismus sind besonders stark von Corona betroffen, mit am stärksten die Menschen, die auf den Feldern arbeiten. Einige von  den Teilzeit-Arbeitern um das Kloster herum haben ihre Arbeit verloren. Die Brüder haben zu Ostern dort und im Don Bosco-Waisenhaus Hausbesuche gemacht und haben Medizin, Kleidung, Lebensmittel und Süßigkeiten gebracht. Auch haben sie kleinere Geldbeträge gegeben, damit die Menschen die notwendigen Dinge des Lebens kaufen können. Es war für diese Menschen ein großer Trost, schreibt P. John.

Wir freuen uns, auch dank Ihrer Spenden die Mitbrüder in Kumily mit € 10.000,- Soforthilfe unterstützen zu können, damit sie weiterhin den bedürftigen Menschen unkompliziert helfen können. Gerade in den Zeiten einer globalen Pandemie fühlen wir uns dazu verpflichtet, über den Tellerrand unseres eigenen Landes hinauszuschauen und den Menschen zu helfen, die am nötigsten Hilfe brauchen. Für weitere Spenden sind wir dankbar!

Spendenkonto:
IBAN: DE96 4726 0307 0011 5609 00
BIC: GENODEM1BKC
Bank für Kirche und Caritas Paderborn
Stichwort: Coronahilfe Mission

Nach dem plötzlichen Tod von Abt Placidus Mtunguja OSB haben die Mönche der Abtei Ndanda in Tansania am 25. März 2021 P. Christian Temu OSB in Abwesenheit zu ihrem sechsten Abt gewählt. In Abwesenheit, weil P. Christian als Kongregationsprokurator, also als Koordinator aller Missionsprokuratoren der einzelnen Klöster, im Haus der Kongregation in der Erzabtei St. Ottilien seinen Dienst tat.

Daher konnte Abt Christian erst am Ostermontag in einer kleinen Zeremonie während der Vesper in St. Ottilien von Abtpräses Jeremias Schröder installiert werden. Mit diesem formalen Akt erhält er alle Rechte und Pflichten seines Amtes. Die Abtsbenediktion in Ndanda wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, da Abt Christian in St. Ottilien bleibt, bis seine Nachfolge als Prokurator geregelt ist.

Abt Christian ist unserer Gemeinschaft kein Unbekannter. Er war einer der ersten afrikanischen Mitbrüder, der bei uns Deutsch lernte, und hat uns seitdem immer wieder gerne besucht, z.B. während seiner Zeit als Kongregationssekretär. 2016 hat er gemeinsam mit seinem Vorgänger, Abt Placidus, den Weltmissionssonntag in unserer Abtei gestaltet. Über viele Jahre schon arbeiten wir in vielen Bildungsprojekten seiner Heimatabtei mit ihm zusammen. Wir wünschen Abt Christian Gottes Segen in seiner neuen Aufgabe und freuen uns auf eine gute weitere Zusammenarbeit!

Abt Christian Temu OSB

Besuch ist in diesen Tagen selten geworden. Um so mehr haben wir uns gefreut, dass Abt Jeremias Schröder, Abtpräses der Missionsbenediktiner, zusammen mit dem neuen Kongregationsprokurator, P. Christian Temu, den weiten Weg von St. Ottilien in den hohen Norden auf sich genommen haben, um kurz bei uns vorbeizuschauen. Beim Abendessen am Samstag, den 6. März 2021, berichtete Abt Jeremias von den Neuigkeiten und aktuellen Entwicklungen in unserer weltweiten Kongregation. All unsere Klöster sind ja mehr oder weniger betroffen von der Corona-Pandemie – gerade deshalb bleibt die weltumspannende Solidarität der einzelnen Gemeinschaften untereinander wichtig. Ein Großprojekt in den nächsten Jahren wird der Bau eines Klosters für die junge Gemeinschaft auf Kuba sein – hierüber werden wir in den kommenden Ausgaben des „Gruß“ immer wieder berichten.
Im Haus der Kongregation in St. Ottilien gab es einige personelle Veränderungen: P. Christian aus der Abtei Ndanda hat im September 2020 das Amt des Kongregationsprokurators von P. Anastasius Reiser übernommen. Der Kongregationsprokurator koordiniert alle Missionsprojekte der Kongregation und leitet die Konferenz der Missionsprokuratoren, die sich zweimal jährlich trifft. P. Christian ist im Haus der Kongregation kein Unbekannter, denn er hat früher schon als Sekretär vier Jahre lang dort gearbeitet. P. Anastasius bereitet sich auf eine Aufgabe im Kloster Schuyler in den USA vor.
Auch im Amt des Kongregationssekretärs hat es erst vor wenigen Tagen einen Wechsel gegeben: P. Winfried Yego wird in seine Heimat nach Kenia zurückkehren, um dort Oberer des Klosters Nanyuki zu werden, das vor allem in der Exerzitienarbeit tätig ist.. Neuer Kongregationssekretär ist P. Pedro Ampo vom Priorat Digos auf den Philippinen – mit ihm übernimmt zum ersten Mal ein Mönch aus Asien diese Aufgabe.

vlnr: P. Pedro, Abt Jeremias, P. Winfried

So ist die Kongregationsleitung der Missionsbenediktiner international aufgestellt. Wir wünschen allen, die dort tätig waren bzw. sein werden, Gottes Segen für ihren Dienst!

 

Am 2. März 2021 hat uns aus der Abtei Ndanda in Tansania folgende Nachricht erreicht, die unsere ganze Gemienschaft schockiert und bestürzt hat:

Heute früh um 5.30 am Dienstag, 2. März. 2021, ist unser lieber Vater,

H.H. Abt Placidus (Peter) Mtunguja OSB

zum ewigen Vater gerufen worden. Abt Placidus war sein Leben lang gesund. Im Januar 2021 hatte er noch alle unsere Häuser in Tansania besucht.  Abt Placidus wurde am 21. Februar 1963 in der Pfarrei Sakarani in der Diözese Tanga geboren. Seine ersten Gelübde legte er am 29. Juni 1996 ab. Am 14. Juli 2001 wurde er zum Priester geweiht. Er wurde am 4. Juli 2015 zum ersten afrikanischen Abt von Ndanda gewählt. Wir bitten Sie, an unseren lieben Abt Placidus in Ihren Gebeten zu denken. Möge er in der ewigen Freude unseres himmlischen Vaters weiterleben. Amen.

Br. Yohannes Mango OSB
Prior von Ndanda 

Auch wir verbinden als Gemeinschaft von Königsmünster viele Erinnerungen mit Abt Placidus. Seine ruhige, bescheidene und freundliche Art hat ihn zu einem angenehmen Gesprächspartner gemacht, mit dem wir viele Projekte realisieren konnten. Viele seiner Mitbrüder, zuletzt Bruder Cyprian, haben in unserer Abtei Deutsch gelernt oder konnten ein Praktikum bei uns absolvieren. Gerade die Bildungsarbeit lag Abt Placidus immer sehr am Herzen. Dankbar erinnern wir uns an den Weltmissionssonntag im Oktober 2016, zu dem Abt Placidus, gemeinsam mit P. Christian, unser Gast war und zu diesem Anlass das Konventamt gehalten hat – teils auf Deutsch, teils auf Swahili.

Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei der Gemeinschaft von Ndanda in diesen schweren Stunden im Vertrauen darauf, dass Abt Placidus nun angekommen ist in der himmlischen Heimat.

Am 11. Februar 2021 ist Bischof Luis F. Lisboa von Pemba in Mosambik von Papst Franziskus zum Bischof der Diözese Cachoeiro de Itapemirim in seiner brasilianischen Heimat und Erzbischof „ad personam“ ernannt worden. Bischof Luis war ein großer Förderer unserer missionarischen Aktivitäten in Mosambik und hat die Brüder der Abtei Ndanda in Tansania ins Land geholt. In den letzten Monaten hat er unermüdlich den Menschen seiner Diözese geholfen, die sowohl vom Wirbelsturm als auch von den terroristischen Anschlägen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Darüber hat er sich noch vor einigen Monaten mit Papst Franziskus persönlich ausgetauscht.

Im Juli 2016, als unser P. Jorge noch als Missionar in Mosambik tätig war, hat er uns in Meschede besucht und bei uns in der Sonntagsmesse die Predigt gehalten. Ein beeindruckender und bescheidener Ordensmann und Bischof – für die Menschen in Mosambik sicher ein großer Verlust. Wir wünschen Erzbischof Luis Gottes Segen für seine neue Aufgabe – und Gottes guten Geist bei der Wahl eines neuen Bischofs in Pemba!

 

In den letzten Tagen waren Bruder Justus und Herr Deckers, stellvertretender Direktor des Gymnasiums der Benediktiner, an unserem Kirchenportal, um ein besonderes Motiv zu fotografieren und einzuscannen. Es handelt sich um die Verkündigungsszene auf dem Bronzeportal der Abteikirche, das von dem Künstler Ernst Suberg aus Olsberg-Elleringhausen in den 1960er Jahren gestaltet wurde.
Dieses Motiv soll seinen Platz auf der Verkündigungsglocke der Abtei Mvimwa in Tansania finden, deren neue Kirche in diesem Jahr – so Corona es zulässt – geweiht werden soll. Die Glocke ist ein Geschenk unserer Abtei und wird komplett aus Spenden finanziert. Viele Menschen haben eine Patenschaft für einen Tag des Jahres übernommen, an dem die Glocke in Tansania in ihren Anliegen läuten und die Brüder und Menschen der Region zum Gebet rufen wird. Vielen Dank allen Spenderinnen und Spendern, die uns so zahlreich unterstützt haben! Das Geld für den Glockenguss incl. Transport ist nun da, und wir können mit den Arbeiten beginnen. In unseren Medien werden wir Sie über den Stand der Dinge auf dem Laufenden halten. Alle, die eine Patenschaft übernommen haben, werden darüber eine besondere Urkunde bekommen, die Abt Pambo Mkorwe OSB von der Abtei Mvimwa unterzeichnen wird.

Neben dem Motiv werden auf der Glocke einige Worte auf Swahili eingeschrieben: TUMA ROHO WAKO NA VITAUMBWA – SEND HERAB DEINEN GEIST UND ERSCHAFFE DAS ANTLITZ DER ERDE. Die Kirche in Mvimwa ist wie die ganze Abtei dem hl. Geist geweiht.

Es ist ein schönes Zeichen der Verbundenheit zu unserer Schwesterabtei in Tansania, dass 57 Jahre nach der Weihe unserer Mescheder Kirche sozusagen ein „Teil“ dieser Kirche einen Platz bei einer neu zu weihenden Abteikirche in Afrika findet.

Anfang Oktober ist Bruder Victor aus der tansanischen Abtei Mvimwa, der in den vergangenen anderthalb Jahren zum Sprachstudium in unserer Cella St. Benedikt lebte, ins Kolleg St. Benedikt nach Salzburg gezogen, um an der dortigen Paris-Lodron-Universität seine theologischen Studien aufzunehmen. Das Kolleg St. Benedikt ist 1926 als Studienhaus für die Benediktiner im deutschsprachigen Raum gegründet worden, hat sich in den letzten Jahren aber mehr und mehr internationalisiert. So leben dort neben Br. Victor Mitbrüder aus Indien, Sambia, Italien, Deutschland und Österreich. Wir wünschen Bruder Victor Gottes Segen und ein gutes Ankommen in der „Mozartstadt“.

Br. Victor vor dem Kolleg St. Benedikt in Salzburg

Bruder Cyprian wird leider Anfang des Monats unsere Gemeinschaft verlassen, um seine philosophischen und theologischen Studien in Lusaka, der Hauptstadt Sambias, fortzusetzen, wo die Kongregation der Missionsbenediktiner von St. Ottilien ein Studienhaus unterhält. In den vergangenen zwei Jahren hat er unsere Gemeinschaft mit seinen Gaben und Talenten bereichert – wir erinnern uns gerne an so manches in Swahili gesungene Tischgebet an Festtagen zurück. Auch Bruder Cyprian wünschen wir alles Gute für die Zukunft und für seinen weiteren Lebensweg in unserer internationalen benediktinischen Familie!

Br. Cyprian beim gesungenen Tischgebet

von Abtpräses Jeremias Schröder OSB

1972 kamen die Missionsbenediktiner nach Kenia. In Tanzania hatte die Übergabe der Mission an den einheimischen Klerus begonnen, und einige jüngere Patres suchten nach neuen Aufgaben. Ein paar Jahre später gründeten sie ein Kloster in Nairobi – dem wichtigsten Zentrum Ostafrikas. Das Kloster zog später aufs Land nach Tigoni, 20 km vor der Stadt. Die europäischen Gründer rekrutieren junge Männer aus Uganda und Kenia, und allmählich entstand ein stattliches Priorat mit großer Landwirtschaft, Teeplantage und Gästehaus. In der Tradition der Missionsbenediktiner übernahmen sie Verantwortung für eine große Stadtpfarrei und entwickelten ein Bibelzentrum an den Ausläufern des Mount Kenia. 2005 starteten sie die Erstmission bei den Dassenech, einem Nomadenvolk im Norden des Landes.

Das Wachstum von Tigoni war nicht ungetrübt. In den über 40 Jahren der Klostergeschichte gab es auch Rückschläge. Die spannungsreiche und manchmal auch gewalttätige Geschichte des Landes spiegelte sich auch in der Entwicklung des Klosters. Aber allmählich erlangte die seit vielen Jahren ganz afrikanische Gemeinschaft – nur noch ein Deutscher lebt dort, in der Dassenech-Mission – die lang ersehnte Stabilität. Mönche aus Tigoni sind heute auch verantwortlich für die Neugründung in Ägypten und helfen anderen Klöstern aus. Ein Pater ist in der Kongregationsleitung in St. Ottilien tätig. Die Zeit schien reif, um dieses Kloster endlich zur Abtei zu erheben – der Vollform eines Benediktinerklosters.

Am 21. September 2020 war es soweit. Der Abtpräses vollzog die Erhebung zur Abtei in einem schlichten Festakt während der Vesper des Evangelisten Matthäus. Am nächsten Tag begann die erste Abtswahl. Von den rund 50 Mönchen der Gemeinschaft waren 26 wahlberechtigt und entschieden sich schließlich für Pater John Batist Imai OSB, der zuvor schon fast sechs Jahre lang als Prior das Kloster geleitet hatte. Das spricht für Kontinuität!

Tigoni ist das einzige Mönchskloster in Kenia. Als Abtei wird das Kloster in Zukunft wohl eine noch größere Rolle spielen. Die Brüder haben guten Nachwuchs und noch viele Pläne. Sie planen weitere Gründungen und die Missionsbenediktiner sind zuversichtlich, dass die jüngste Abtei unseres Ordens die Sendung der Missionsbenediktiner in Kenia und auch in anderen Ländern weitertragen wird.

Abt John Baptist

 

Friedensgruß in Coronazeiten

„Endlich hatten wir wieder eine Priesterweihe in unserer Notkirche. P. Thomas Timpte aus Oberhausen-Osterfeld war mit seinen Studien an unserer Ordenshochschule San Anselmo in Rom so weit, daß ihm am 20. August 1960 unser Missionsbischof aus Ndanda in Ostafrika, Abt Viktor Hälg, die Weihehände auflegen und ihn mit der Priesterwürde ausstatten konnte.“ So schreibt es der Jahresbericht aus der Abtei Königsmünster des Jahres 1961 in der Chronik. Dieses Datum jährt sich heute zum 60. Mal, so dass wir unserem P. Thomas herzlich zum Diamantenen Priesterjubiläum gratulieren. Feiern wird er es in Hwasun, einem abhängigen Haus der Abtei Waegwan in Südkorea, wo P. Thomas seit 1962 als Missionar tätig ist. Er ist der erste Missionar, den die junge Abtei Königsmünster am 6. Januar 1962 ausgesandt hat. Ursprünglich glaubte P. Thomas, für das Missionsgebiet in Ostafrika bestimmt zu sein; aber, wie es in der Chronik weiter heißt, „bei einem gelegentlichen Besuch unseres Vaters Erzabt [Anm. d. Red.: Erzabt Suso Brechter, Erzabt und Abtpräses der Missionsbenediktiner von 1957 bis 1974] in Rom mußte er hören, daß er für die Mission in Korea ausersehen sei.“ Eine Entscheidung, die P. Thomas bis heute nicht bereut hat, wie er gerne erzählt! Bis heute ist er ein gefragter Exerzitienbegleiter in seiner Wahlheimat.

Wir sind dankbar für das segensreiche Wirken von P. Thomas in Korea und wünschen ihm weiterhin Gottes Segen in seinem Dienst!