Ab kommenden Samstag, den 30. Mai 2020, sind alle Besucherinnen und Besucher von Gottesdiensten zur Rückverfolgbarkeit von Infektionsketten namentlich zu erfassen. Ab dem Wochenende müssen daher Name und Telefonnummer erfasst und für vier Wochen aufbewahrt werden. So bitten wir Sie, beim Betreten unserer Kirche dem Ordnungsdienst ihre Daten mitzuteilen.

Laut Vorschrift des Landes Nordrhein-Westfalen sind „die Daten vor dem Zugriff Unbefugter zu sichern und nach Ablauf von vier Wochen vollständig zu vernichten.“ Diesen Datenschutzrichtlinien sind wir natürlich auch verpflichtet und werden Ihre Daten über diesen Zeitraum hinaus nicht speichern.

von Br. Justus Niehaus OSB

 

Liebe Schwestern und Brüder,

was für eine Gefühlsachterbahn, die die Jünger Jesu gefahren sind. Erst die Wunder und Reden, das Vertrauen und die Hoffnung das Jesus der Messias ist. Der begeisternde Einzug nach Jerusalem, die Huldigung der Menschen, Freude und Jubel. Dann das Letzte Abendmahl, wo der Meister ihnen die Füße wäscht und Verwunderung stiftet.

Auf dem Ölberg die Angst des Meisters zu spüren.

Der Verrat durch den Bruder aus den eigenen Reihen, der Jesus ausliefert und sich anschließend das Leben nimmt. Petrus der sich seine eigene Schwäche eingestehen muss, indem er Jesus dreimal Verleugnet.

Die Verurteilung, Demütigung und Hinrichtung dessen an den man geglaubt hat. Für den man alles stehen und liegen hat lassen und ihm nachgefolgt ist.

Verwirrung, Angst, Flucht und Verstecken.

Nur drei Tage später, die Auferstehung, die erst ankommen muss. An der Einige erst zweifeln. Vierzig Tage lang erscheint Jesus in den unterschiedlichsten Situationen.

Wieder Freude und Jubel doch an den Richtigen geglaubt zu haben. Doch die Hoffnung auf die Erlösung durch den Messias.

Und dann die Himmelfahrt. Jesus ist wieder weg. Empor gehoben in den Himmel. Aber wie lange kann das jetzt schon noch dauern bis er wiederkommt mit all seinen Engeln. Letztes Mal waren es ja auch nur drei Tage, die er fort war. Es kann also nicht lange dauern bis etwas passiert.

Diesmal keine Angst, sondern Vorfreude auf das was da kommt. Zusammensitzen und beten. Jetzt ist Zeit die Dinge zu reflektieren. Sich zu erinnern, was Jesus vor seinem Tod gesagt hat. Die Hoffnung zu nähren. Zu Warten.

Warten. Dieser seltsame Zustand zwischen Hoffen und Bangen. Zwischen Angst und Vorfreude. Zwischen Unsicherheit und Zuversicht. Zwischen Zögern und Ungeduld. Zwischen Spannung und Entspannung.

Warten. Erwarten. Diese urchristliche Haltung.

Traditioneller Weise ist der Advent die Zeit in der wir uns dieser Spannung gewiss werden. In der wir uns wieder Bewusst machen sollten, die Wiederkunft Christi zu erwarten. Leider ist diese Zeit heutzutage so vollgepackt mit den eigentlich für Weihnachten vorbehaltenen Feiern und Genüssen, dass das Gefühl des Wartens schwerlich aufkommt.

Vielleicht können wir ja dieses Jahr die jetzige außergewöhnliche Zeit nutzen uns des Gefühls des Wartens als urchristlichem Gefühl wieder zu nähern. In der Zeit des Verzichtes durch die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronaviruses merke ich bei mir diese Spannungen des Wartens, des Erwartens, der Angst und der Vorfreude, des Zögerns und der Ungeduld, des Hoffens und Bangens. Des Ausschau Haltens. Was wird? Wann enden die Maßnahmen? Wie kommen wir aus dieser Zeit? Welche Wunden bleiben? Wann kann ich mich wieder ruhigen Gewissens mit Freunden treffen? Wann wieder Menschen ohne Beeinträchtigungen begegnen? Wird sich unser Sozialverhalten verändern? Die Angst mich oder andere Leute anzustecken und den Drang nach Freiheit mit anderen wieder mehr in Kontakt zu kommen

Sich diesen Zustand des Wartens zu eigen zu machen. Sich des Namens Jesu – Also Gott rettet – bewusst zu werden und zu wachen, zu beten, zu Hoffen und zu erwarten wie die Jünger nach der Himmelfahrt, kann helfen diese Zeit zu überstehen. Aus Ihr etwas Positives mitzunehmen. Einen richtigen Advent zu begehen.

Kraft dazu kommt von Gott. Er, Christus ist in UNS verherrlicht.

Einen dezenten Hinweis wie wir beten können gibt uns der Komponist des Gregorianischen Chorales. Er fasst in der heutigen Communio, – also des Gesanges, den wir gleich nach dem Kommunionempfang singen – die Verse aus dem Johannesevangelium, die der Stelle, die wir gerade gehört haben unmittelbar folgen zusammen. Er komponiert: Vater, solange ich war bei ihnen, ich bewahrte sie, die du gegeben hast mir. Jetzt aber: zu dir komme ich. Nicht bitte ich, dass du nimmst sie aus der Welt, sondern dass du bewahrst Sie vor dem Bösen.

Er kürzt damit nicht nur 3 Bibelverse auf das Wesentliche zusammen und hebt so den Kern des Hohepriesterlichen Gebetes Jesu, von dem wir heute die erste Hälfte gehört haben, hervor.

Er bietet auch uns einen Hinweis wie wir beten können. Das erste Wort ist „Pater“ also „Vater“ und die letzten Wörter sind „a malo“ also „vor dem Bösen“. Dies sind auch die ersten und letzten Worte des lateinischen Vaterunsers, welches die Mönche damals und auch wir Mönche heute mindestens dreimal am Tag beten. Auch die Vertonung von a malo erinnert an den Schluss des gesungenen Vaterunsers.

Das Vaterunser, dieses Urgebet der Christenheit, das uns von Jesus selbst geschenkt wurde. Dass die Bitte im Hohepriesterlichen Gebet Jesu wiederholt. Bewahre uns vor dem Bösen.

Es kann unsere Antwort, unsere Bekräftigung des Hohepriesterlichen Gebetes sein.

Es kann uns begleiten in der Zeit des Wartens, des Ausschau haltens. Wir können unsere Hoffnung hineinlegen.

Und wir können uns des Namens, den Gott seinem Sohn gegeben hat, bewusstwerden: Jesus (Gott rettet)

Nutzen wir diese Zeit das Warten, das Erwarten neu zu lernen auf den, der da kommt, der Herr ist und lebendig macht.

Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern. (Apg 1,14)

Am heutigen Siebten Ostersonntag, der liturgisch zwischen Christi Himmelfahrt und der Geistsendung an Pfingsten, also in einer Zwischen-Zeit liegt, finden wir uns wieder im Obergemach in Jerusalem gemeinsam mit den Aposteln, mit Maria, der Mutter Jesu, und weiteren Frauen und mit Jesu Brüdern. Es ist dasselbe Obergemach, in dem Jesus mit seinen Freunden am Abend vor seinem Tod das Abschiedsmahl hielt. Und es ist dasselbe Obergemach, in dem sich die Apostel nach Jesu Tod eingeschlossen haben, voller Angst und Zweifel, was nun nach dem Tod ihres Meisters werden soll. So ist das Obergemach ein Ort durchlebter Emotionen.

Jetzt ist die Stimmung anders: „Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet.“ Der von Emotionen gefüllte Raum wird zum durchbeteten Raum, zum Raum, in dem die junge Kirche ihre Sehnsucht und Erwartung im Gebet vor Gott bringt. Es ist der Raum, in dem sich die Apostel vorbereiten auf ihre Mission, die an Pfingsten, am jüdischen Wochenfest, zum Durchbruch kommt.

Wo ist mein Obergemach? In welcher Stimmung bin ich dort? Ist es Raum des Abschieds, der Erinnerung an das, was einmal gewesen ist? Raum der Angst und Verzweiflung, in den ich mich einschließe und niemanden hereinlasse? Oder doch Raum des Gebetes, in dem meine Sehnsucht gut aufgehoben ist im doppelten Sinn des Wortes?

P. Maurus Runge OSB

 

Eine Klostergemeinschaft kennt neben dem offiziell-benediktinischen „Ora et Labora“, den Zeiten für Gebet und Arbeit, auch Zeiten der „Rekreation“, des ungezwungenen Beisammenseins. Und da wir einen großen Klostergarten haben und auch das Wetter uns einen herrlichen Sonnentag bescherte, verlegten wir das Abendessen am Himmelfahrtstag, den 21. Mai 2020, einfach spontan nach draußen und eröffneten die sommerliche Grillsaison. Da wir als ein Haushalt gelten und der Klostergarten zu unserem inneren Klosterbereich gehört, haben wir damit auch nicht gegen das Kontakt- und Versammlungsverbot verstoßen. Und die Virologen empfehlen ja, sich bei warmem Wetter im Freien aufzuhalten…

von P. Cosmas Hoffmann OSB

Lesung:          1 Petr 3, 15 – 18        
Evangelium:  Joh 14, 15 – 21

Auch an diesem Wochenende demonstrieren Tausende Menschen in vielen Städten Deutschlands gegen die Beschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie. Dabei fällt die bunte Mischung der Teilnehmenden auf. Neben denen, die berechtigter Weise gegen die Einschränkungen einiger Grundfreiheiten protestieren, finden sich Verschwörungstheoretiker und Impfgegner, zudem versuchen Rechtspopulisten diese Proteste für ihr Interesse an Verunsicherung und Destabilisierung zu nutzen.

In der Folge kommt es zu Polarisierungen, Verteufelung der anderen, Hass, Wut und Aggression, die sich in Angriffen auf Polizisten und auch auf Journalisten entladen.

Die Reaktionen seitens der Politik sind gemischt, einerseits eine gewisse Fassungslosigkeit angesichts der teilweisen Verweigerung notwendiger Verhaltensregeln, kruder Verschwörungsphantasien und aufgeheizter Stimmungen, andererseits die ausdrückliche Bestätigung des Rechts auf Meinungsfreiheit verbunden mit der Bitte, diese in angemessener und gewaltloser Weise zu nutzen.

In Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes heißt es dazu: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern“.

Dieses Recht ist zum einen Ausdruck der in Artikel 1 Absatz 1 gemachten Aussage und Forderung: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, zum anderen ist es für ein demokratisch verfasstes Gemeinwesen wichtig, dass jeder seine Meinung frei äußern kann, um so in der gemeinsamen Auseinandersetzung dieses Gemeinwesen zum Wohle aller zu gestalten.

Dahinter steht die Einsicht, dass jede und jeder vor dem Hintergrund der persönlichen Lebensgeschichte und dem eigenen Kontext eine je eigene Weise der Wahrnehmung der Wirklichkeit hat. Keiner sieht alles, aber gemeinsam sieht man mehr und kann so der Wirklichkeit näher auf die Spur kommen und entsprechende Entscheidungen und Vereinbarungen treffen. Die Vielfalt der Meinungen somit als eine Ressource gemeinsamer Weltverantwortung und Lebensgestaltung.

Eine Ressource, die Benedikt in seiner Regel ausdrücklich zu nutzen empfiehlt, wenn er fordert, dass vor wichtigen Entscheidungen alle Brüder gehört werden sollen.

Doch die Vielfalt der Meinungen kann auch eine Herausforderung sein, die verunsichert und bedrohlich wirkt: Wem oder was soll oder kann ich glauben?

Zudem verwechseln manche die eigene Meinung mit Tatsachenbehauptung oder halten die Behauptung schon für eine Tatsache oder gar für die Wahrheit, um schließlich anderen fake news vorzuwerfen.

Je mehr ich jedoch von meiner Meinung als einer Tatsache oder der Wahrheit überzeugt bin, desto schärfer reagiere ich auf andere Meinungen.

Je mehr mich andere Meinungen nerven, desto verunsichernder und bedrohlicher empfinde ich die Vielfalt von Meinungen und klammere mich noch mehr an meine Meinung.

Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Teufelskreis, in dem der Mensch sich verrennt, sich einer wirklichen Auseinandersetzung mit den Meinungen anderer entzieht, sich so dem Bemühen um eine gemeinsame Gestaltung von Gesellschaft und Welt verweigert.

Ganz anders klingt das heutige Evangelium, in dem Jesus seinen Jüngern, den Beistand, den Geist der Wahrheit verheißt, der sie führen soll.

Es ist die Fortsetzung des Evangeliums vom vergangenen Sonntag, wo Jesus von sich sagte: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Somit ist dieser Geist der Wahrheit der Geist Jesu. Der Heilige Geist, das Band der Einheit zwischen Vater und Sohn, in dem auch wir durch den Sohn mit dem Vater verbunden sind.

Doch wie können wir diesen Geist der Wahrheit erkennen, um durch ihn die Wahrheit, Christus erkennen zu können?

Im Umgang mit dieser Frage kann ein zentraler Begriff der Benediktsregel hilfreich sein: discretio – mit diesem Begriff wird die Kunst der Unterscheidung bezeichnet.

Darunter verstehen wir heute zumeist die Bestimmung des guten Maßes, die Unterscheidung zwischen Zuviel und Zuwenig.

Im frühen Mönchtum verstand man darunter vor allem die Unterscheidung der Geister, die bereits der 1. Korintherbrief (12,10) als Geistesgabe, als Charisma nennt.

Dieses Charisma der Unterscheidung der Geister war in Korinth besonders gefordert, weil die Gemeinde dort in sich zerstritten war, so nennt Paulus gleich zu Beginn des Briefes vier Gruppierungen, die sich auf Paulus, Apollos, Kephas oder Christus beziehen, wobei jede meint, allein im Besitz der Wahrheit zu sein.

Diese Zerstrittenheit zeugt von keinem guten Geist, eher vom Widergeist oder Abergeist, der stets verneint und verwirrt und somit dem Geist Christi, der zur Einheit führt, völlig entgegensteht.

Joseph Ratzinger bringt es so auf den Punkt: Während der Geist Gottes „jenes Zwischen (ist), in dem der Vater und der Sohn eins sind als der eine Gott“ gilt vom Widergeist, dass er „allenthalben ‚dazwischen‘ steht und Einheit hindert“.

Damit ist ein wichtiges Kriterium zur Unterscheidung der Geister genannt: Der Geist Gottes verbindet, der Widergeist trennt. Wes Geistes Kind jemand ist, zeigt sich meist an seinem Tun und dessen Folgen. Diese Einsicht entspricht schon dem Unterscheidungskriterium zwischen wahrer und falscher Prophetie, auf das sich auch Jesus bezieht, wenn er sagt: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Mt 7,16).

Paulus wird dazu in seinem Brief an die Galater ganz konkret und nennt die jeweiligen Geistesfrüchte (Gal 5, 19-25):

Der Widergeist bringt die Werke des Fleisches hervor: … Maßlosigkeit, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen.
Der Geist Gottes aber: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut …

Origenes, einer der Begründer einer Theologie der Spiritualität, der um 200 gelebt hat, nimmt diese Gedanken des Paulus auf, fasst sie zusammen und sieht die Wirkung des guten Geistes in tiefer Ruhe und echter Verbundenheit.

D.h. die Frucht des Geistes nach innen ist die Verbundenheit mit mir selbst, psychologisch ausgedrückt die Selbstkongruenz, die innere Stimmigkeit, das Ruhen in sich.

Die Frucht des Geistes nach außen ist die Verbundenheit mit den anderen, die ich als Nächste, als Schwestern und Brüder wahrnehme und achte.

Die Frucht des Geistes ist damit letztlich die communio, die Gemeinschaft, nach innen mit mir selbst, nach außen mit den anderen.

Das ist auch die Grundhaltung für gelungene Kommunikation genannt, für einen guten Umgang mit der Meinungsfreiheit: Bei-sich-selbst-sein und zugleich dem anderen zugewandt-sein.

Damit sind mir auch die Kriterien gegeben, mit denen ich mein eigenes Kommunikationsverhalten beurteilen kann:

Wie sage ich meine Meinung? Wann, wo, wem? Welche Worte wähle ich? Wie ist der Ton? Welche Einstellung oder Haltung dem anderen gegenüber wird darin erkennbar? Welche Bedeutung, welche Wirkung hat der Inhalt?

Dienen Inhalt und Form meiner Meinungsäußerung der communio, der Gemeinschaft, der Verbundenheit mit den anderen oder wirken sie eher trennend und untergraben ein gutes Miteinander?

Ein konkretes Beispiel dafür, wie wir Christen unseren Standpunkt vertreten sollen, findet sich in der heutigen Lesung aus dem 1. Petrusbrief, die uns dazu ermutigt, anderen zu begegnen und zu bezeugen, woran wir glauben und wofür wir stehen. Dabei wird hier noch ausdrücklich auf die Art und Weise aufmerksam gemacht, in der dies geschehen soll.

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt; antwortet aber mit Sanftmut und Milde und in Bescheidenheit und Respekt.“

Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt. (1 Petr 3,15)

In einem katholischen Podcast, in dem mehrmals in der Woche ganz unterschiedliche Menschen über ihr Leben in und ihren Umgang mit der Corona-Pandemie interviewt werden, wird jedem Gast am Ende dieselbe Frage gestellt: „Was gibt Ihnen Hoffnung in dieser Zeit?“ Am Ende eines Gespräches, in dem es vor allem um Schwierigkeiten und Probleme geht, mit denen die befragten Menschen zu tun haben – und derer gibt es viele – wird der Horizont geweitet auf Zukunft hin, auf das, was den Menschen mitten in der Krise Hoffnung macht. Nicht umsonst heißt der Podcast „Himmelklar“ – er sieht in großer Klarheit die Situation der Menschen in der Krise, richtet den Blick aber weiter, gen Himmel, auf das, was uns übersteigt und am Leben hält (er ist übrigens sehr hörenswert; den Link finden Sie im Text).

In den Worten des Ersten Petrusbriefs, die der heutigen Lesung entnommen sind, steht ebenfalls die Aufforderung, „jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.“ Hoffnung ist die Tugend der Zukunft. Sie eröffnet neue Räume über die oft triste Gegenwart hinaus und zeigt uns, was alles an Möglichkeiten, die Wirklichkeit werden wollen, in der Luft liegt. Und genau deswegen ist sie auch keine bloße Vertröstung, wie es ihr immer wieder vorgeworfen wird. Denn Hoffnung kann das Potential wecken, das in mir zum Besseren angelegt ist. Sie kann aus Möglichkeit Wirklichkeit machen – und setzt ihr Heil dennoch nicht auf den Menschen allein – das würde uns hoffnungslos überfordern – sondern weiß sich rückgebunden an einen, der all unsere verloren geglaubten Hoffnungen einmal erfüllen wird – auch die Hoffnungen der Zu-Kurz-Gekommenen, der sog. Opfer der Geschichte.

Was gibt ihnen Hoffnung in dieser Zeit? Ich lade Sie ein, einmal über diese Frage nachzudenken und für sich zu beantworten. Das kann die Perspektive auf diese Zeit vielleicht schon verändern.

P. Maurus Runge OSB

Bild: Gianni Crestani auf Pixabay

Führer der großen Weltreligionen haben am 14. Mai 2020 einen weltweiten Gebetstag zur Unterstützung der Betroffenen angesichts der Corona-Pandemie ins Leben gerufen. Papst Franziskus hat am 3. Mai alle Katholiken aufgefordert, sich dieser religionsübergreifenden Initiative anzuschließen. Auch wir haben uns diesem Aufruf angeschlossen. So haben wir unsere Mittagshore mit einem besonderen Gebet abgeschlossen, das eigens für diesen Tag geschrieben wurde:

Guter Gott!
Wir durchleben außergewöhnliche Zeiten. Du hast uns die Zusage gegeben, auch in den schwersten Zeiten bei uns zu sein. Du bist uns nahe, wenn wir die Nähe zu allen anderen meiden müssen. Wir kommen heute – Gläubige aller Religionen, weltweit, getrennt und doch gemeinsam – zu dir, vertrauen dir unsere Sorgen an und bitten dich:
Schenke allen Menschen die Zuversicht deiner Gegenwart, stärke sie in schweren Stunden und führe sie durch die Krise. Zu dir kommen wir voll Vertrauen, dich bitten wir, dich preisen wir in Ewigkeit. Amen.

 

Aufgrund der Corona-Pandemie entfallen folgende Veranstaltungen des Freundeskreises Königsmünster:

Sonntag, 07.06.2020: Predigtgespräch mit Br. Vincent

Samstag, 22.08.2020: Regionaltreffen des Freundeskreises in Münster

 

Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! (Joh 14,1)

In diesen Tagen ist es nicht unbedingt einfach, diesem Rat Jesu am Anfang des heutigen Evangeliums zu folgen. Denn wer ist gerade nicht verwirrt bei den vielen oft widersprüchlichen Meldungen und Meinungen, bei unterschiedlichen Herangehensweisen an die Krise, bei so vielen Fake News und Verschwörungstheorien, vor denen selbst hochrangige Kardinäle der Kirche nicht gefeit sind?
Wer sollte nicht das Vertrauen verlieren, wenn Menschen in der näheren Umgebung krank werden, im schlimmsten Fall sogar sterben?
Wer sollte sich nicht sorgen um die Gesundheit, um die wirtschaftliche Existenz, um liebe Freunde und Bekannte?

Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Jesu Wort klingt wie eine Beruhigungspille, eine billige Vertröstung, welche die Realität nicht wahrhaben will.

Aber dieses Wort ist ganz und gar nicht realitätsfremd. Es ist Teil der sog. Abschiedsreden Jesu – gesprochen im Schatten des Kreuzes, am Vorabend von Jesu Passion. Jesus hat die Realität klar gesehen. Er hat gespürt, dass es mit ihm zu Ende geht, und er hat die Angst und Sorge seiner Jünger vorausgesehen. Und so spricht er ihnen Worte der Stärkung und Ermutigung zu. Worte des Trostes, die auch in schweren Zeiten tragen sollen. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Habt Vertrauen, dass es einen gibt, der alle Unsicherheiten überdauert, der in allen Stürmen des Lebens Halt gibt. Ja, das mag manchmal wie eine Beruhigungspille  wirken. Aber auch eine Beruhigungspille kann für den Moment helfen, Schmerz lindern, das Herz ruhig machen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer wieder Orte finden, an denen Sie Ihr Herz festmachen können, wo Sie den Anker werfen und neuen Mut schöpfen können.

P. Maurus Runge OSB

Seit Mitte März befinden wir uns nun schon in einer besonderen Situation – in ganz Deutschland, weltweit und auch auf dem Klosterberg. Schule, Gästehäuser, Gastronomie, AbteiLaden, Kirche – das alles ist im „Lockdown“. Nun beginnt so langsam wieder das Leben – der Abteiladen ist wieder geöffnet, unsere Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen konnten wieder tageweise zur Schule, und am Sonntag, den 10. Mai, öffnen wir unsere Kirche für Gottesdienste. Alles zwar eingeschränkt und unter Wahrung der Hygiene- und Sicherheitsauflagen, aber das Leben geht auch bei uns weiter…

Unser Team begrüßt Sie herzlich in der Gaststätte

Auch unsere AbteiGaststätte hat heute wieder ihre Tore geöffnet. An den Wochenenden gibt es von 11 bis 16 Uhr die Möglichkeit, Kuchen oder auch ein warmes Gericht zu kaufen und nach Hause mitzunehmen – der Verzehr in der Gaststätte ist noch nicht möglich, Also, wenn Sie den Muttertag mit einem köstlichen Törtchen aus dem Kloster krönen wollen oder noch etwas Süßes als Geschenk für die beste Mutter suchen – morgen ist ab 11.00 Uhr Gelegenheit dazu. Für ausreichend Abstand ist mit einem Einbahnstraßenverkehr gesorgt. Bitte vergessen Sie Ihren Mund- und Nasenschutz nicht – so können wir uns gegenseitig schützen! Und vorher sind Sie um 9.30 Uhr zu unserem Konventamt in die Abteikirche eingeladen – solange Plätze da sind. Unser klösterlicher Ordnungsdienst wird Sie ab 9.00 Uhr begrüßen!