„Ihn habe ich eben deshalb zu euch gesandt, dass ihr unsere Umstände erfahrt und er eure Herzen tröstet, …“ (Kol 4,8), so in unserem heutigen Text (Kol 4,7-18). Er soll die Herzen trösten! Trost spenden – das ist auch eine ganz göttliche Angelegenheit. Der Hl. Geist wird der Tröster genannt.

Doch – was ist das eigentlich: Trost? Oder anders gefragt: Was tröstet mich denn überhaupt? Stellen wir uns eine reale Situation vor, in der es mir gut täte, getröstet zu werden. Vielleicht eine Situation der Krankheit, des Verlustes… Da tut es gut, wenn jemand da ist und … Ja, was soll er denn tun? Große Reden schwingen? Ich glaube, das Wichtigste ist, dass er einfach da ist. Vielleicht meine Hand hält, mich in den Arm nimmt. Und mir Raum gibt – in meinem Erzählen, meinem Weinen… Trost spendet mir die Erfahrung, nicht allein zu sein und deshalb: geliebt zu sein, angenommen zu sein. Einfach so. Und genau das will mir der Geist Gottes vermitteln: dass Gott der „Ich-bin-da“ ist. Und – dass ich geliebte Tochter, geliebter Sohn bin. Jede und jeder. Immer und überall. Ja, das kann mir ein festes Fundament für mein Leben geben. Gerade auch in den Krisen. Und trösten…

P. Jonas Wiemann OSB