Darauf berührte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll es geschehen. (Mt 9,29)

Bevor Jesus im heutigen Tagesevangelium die zwei Blinden heilt, steht seine Frage: „Glaubt ihr, dass ich euch helfen kann?“ Bei den Heilungserzählungen geht es wie auch bei der Heilung der zwei Blinden wohl kaum oberflächlich um das medizinische Können Jesu. Zwar sprechen die Kirchenväter schon früh vom „Christus medicus“ und stehen damit in der Tradition des alttestamentlichen Gottesbildes aus Ex 15,26: „Ich bin der HERR, dein Arzt“. Aber die entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Heilung möglich wird, ist das Vertrauen und der Glaube an Jesus als den Erlöser und Heiland. Dieses tiefe Vertrauen zeigt sich für mich auch in der Verehrung der Heiligen Barbara, deren Namensfest die Kirche heute feiert. Traditionell ließen die Bergleute ihr zu Ehren an diesem Tag ihre Lampen in den Stollen und Gruben brennen. Meine Großväter haben noch beide im nahen Ruhrgebiet unter Tage gearbeitet. Auch wenn der Bergbau hierzulande keine große Rolle mehr spielt, möchte ich gerade heute allen Menschen einen Lichtblick wünschen, die innerlich „unter Tage“ sind – durch Ängste, Depressionen oder Einsamkeit. Und allen Barbaras wünsche ich einen gesegneten Namenstag!

Br. Vincent Grunwald OSB