Impuls zu Dan 9,20-27

Daniel betet. Er kommt mit Gott ins Gespräch. Und mitten in diesem Gebet passiert etwas in und mit Daniel, was er wahrscheinlich erst einmal gar nicht wahr-nimmt (jedenfalls erwähnt es unser Text nur kurz, wie am Rande). Und doch ist es wahrscheinlich das wichtigste, was in einem Gebet, in solch einem Beziehungsaustausch zwischen Gott und  Mensch passieren kann. Es heißt im Text: „Denn als du anfingst zu beten, erging ein Wort, und ich komme, um dir’s kundzutun; denn du bist von Gott geliebt.“ (Dan 9,23)

Du bist von Gott geliebt – das ist es, was mir das Gebet wirklich kundtun will – neben allem anderen. Und vielleicht ist das genau die Botschaft, auf die wir unsere Gebete immer wieder abklopfen, ja, absuchen sollten. Wo und wie ist mir das entgegengekommen? In meinen Gebeten – aber eigentlich in meinem ganzen Leben. Denn, so der Jesuit Willi Lambert einmal in einem seiner Bücher: „Gott umarmt uns durch die Wirklichkeit!“ Er kommt mir in meinem Alltag mit seinen Höhen und Tiefen, seinen Stunden der Freude und Stunden der Trauer entgegen, um diese Botschaft in mein Herz zu träufeln: „Du bist von Gott geliebt!“ Klopfen wir die letzten Tage darauf ab!

P. Jonas Wiemann OSB