Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters.
(Apg 1,4 – ganze Lesung: Apg 1, 1-14)

Im Moment blicken wir wieder mal bange nach Jerusalem und in das Heilige Land. Wieder einmal scheint ein Krieg kurz bevorzustehen. Die Heilige Stadt, Heimat dreier großer Weltreligionen, kommt nicht zum Frieden.
Manchmal fragt man sich, warum es denn so schwer sein muss, endlich einen gemeinsamen Frieden zu finden.
Doch sind wir mal ehrlich mit uns selber: Wann haben wir selbst denn einmal wirklich inneren Frieden und sind ausgesöhnt? Auch uns fällt es schwer Frieden zu finden oder sich mit jemandem auszusöhnen. Landen wir in einem Konflikt oder im Strom unserer Verletzungen, dann sind wir oft auf Krawall gebürstet, oder wir wollen manchmal auch vor lauter Wut einfach alles hinschmeißen und weglaufen.
Der Heilige Benedikt rät uns im Prolog seiner Regel, nicht immer gleich zu fliehen, wenn wir einmal wieder von unseren Emotionen übermannt werden.  Und daran ist etwas Wahres dran. Emotionen sind gut, und es kann uns helfen, sich in sie zu stürzen oder dorthin zu fliehen. Aber am Ende ist es doch immer besser, einen friedlichen Weg zu finden oder zumindest einen Pfad, der uns alle in eine friedvolle Zukunft führen wird.
Jerusalem bedeutet nicht nur endlose Konflikte, Hass und Gewalt, es ist der Ort, an dem alles geschehen ist und alles geschehen wird. Drei große Religionen legen darüber Zeugnis ab.  Wir alle sollten dort aushalten, um das erfahren zu dürfen.
Hoffen wir im Weg auf Pfingsten zu, dass man im Heiligen Land diesen Pfad der Hoffnung und Verheißung finden wird, und wünschen wir uns alle Frieden.
Wir sehen uns in Jerusalem!

Salam, Shalom, Pace!

Br. Balthasar Hartmann OSB