O Weisheit, hervorgegangen aus dem Munde des Höchsten, die Welt umspannst du von einem Ende zum andern, in Kraft und Milde ordnest du alles: Komm und lehre uns den Weg der Einsicht! (O-Antiphon vom 17.12.)

Im Buch Jesus Sirach lesen wir: „Kind, von deiner Jugend an erwähle Bildung! Bis du graue Haare hast, wirst du Weisheit finden… Hör auf meinen Rat, schlage ihn nicht in den Wind! Leg dir selbst die Fesseln der Weisheit um die Füße und ihren eisernen Ring um den Hals! Nimm sie auf die Schultern und trage sie, ärgere dich nicht über ihre Stricke! Laß dich mit deinem ganzen Willen auf sie ein und folge ihr mit deiner ganzen Kraft! Geh ihren Spuren nach und suche sie; sie wird sich dir zu erkennen geben. Und wenn du sie ergriffen hast, dann lass sie nicht wieder los! Am Ende wirst du bei ihr Ruhe finden, und deine Mühe wird sich in Freude verwandeln. Dann werden ihre Fußfesseln für dich zum starken Schutz und ihr Halseisen zum prächtigen Gewand. Ihr Joch wird zum goldenen Schmuck und ihre Stricke zu purpurfarbenen Bändern. Wie ein Prachtgewand wirst du sie tragen und wie eine strahlende Krone.“ (Sir 6,18.23-31)

Weisheit ist nicht die Ansammlung von möglichst viel Wissen, man kann sie sich nicht erarbeiten. Weisheit erlangt man, indem man sich dem Leben aussetzt und sich auf das Leben

Einlässt – vielleicht sich ganzheitlich durch den Rhythmus der Jahreszeiten bildet. Denn hinter und vor unserem Leben steht Gott selbst, der die Welt und alles Geschehen in ihr weise geschaffen hat. Der, der mir den Weg der Weisheit zeigen möchte, lässt mich fragen:

  • Vertraue ich auf Gott als den Schöpfer und Urheber der Welt und meines Lebens?
  • Bin ich bereit, mir von Gott etwas sagen zu lassen?
  • Welchen Stellenwert hat die Heilige Schrift als Urkunde des Glaubens in meinem Leben?

Br. Benedikt Müller OSB