Erinnerungen an die Aufhebung des Klosters und die Vertreibung der Mönche durch das NS-Regime vor 80 Jahren (veröffentlicht im „Gruß aus Königsmünster“ 2-2021)

von P. Maurus Runge OSB

„Am Morgen des 19. März [1941], dem Fest des hl. Josef, feierte der Konvent wie an allen Sonn- und Festtagen das Konventamt in der Notkirche am Fuße des Klosterberges. Als wir nach dem Gottesdienst zum Kloster zurückkamen, wunderten wir uns über die vielen Autos, die vor dem Hause standen. … Beim Frühstück erfuhren wir, dass die Gestapo im Hause sei.“ So beschreibt der spätere Abt Harduin Bießle, damals Subprior und Direktor der Schule, in seinen Erinnerungen den denkwürdigen Tag der Vertreibung der Mönche und der Aufhebung des Klosters durch die Nationalsozialisten, der sich in diesem Jahr zum 80. Mal jährt. Der damalige Konventualprior, P. Dr. Alban Buckel OSB aus der Abtei Münsterschwarzach, der erst 1937 mitten in stürmischen Zeiten als Nachfolger von P. Linus Leberle von den Mönchen des jungen Priorates gewählt worden war, hielt an diesem Morgen die Messe im Josefsheim Bigge und kam erst später dazu. Schroff teilte der Leiter des Kommandos der Gestapo den Mönchen mit, dass ihr Kloster beschlagnahmt sei und sie sich sofort in die Erzabtei St. Ottilien zu begeben hätten. Sie sollten in Zivilkleidung reisen und wurden eigens für die Abfahrt ins 20 km entfernte Arnsberg gebracht – die Machthaber wollten anscheinend verhindern, dass die Bevölkerung Meschedes von der Ausweisung der beliebten Mönche erfuhr. Allerdings, so berichtet Abt Harduin weiter: „Bereits am Bahnübergang in Meschede, wo die Schranke sehr lange geschlossen war, erkannten uns Fußgänger trotz unserer Zivilkleidung und wollten mit uns auf dem offenen Lastauto sprechen.“ Am Morgen des 20. März 1941 kamen die Mönche in St. Ottilien an – die Brüder dort waren über ihre plötzliche Ankunft nicht informiert, was zu einigen Problemen hinsichtlich der Versorgung führte. Am 17. April 1941 wurde auch die Erzabtei St. Ottilien aufgehoben, und die Mönche wurden teils in die Wehrmacht eingezogen und teils als Aushilfspfarrer in der Seelsorge eingesetzt. P. Prior Alban, P. Willigis Braun als Cellerar und P. Luitpold Lang als Leiter des Internates wurden von der Gestapo zunächst nach Dortmund mitgenommen, wo sie einige Wochen in Untersuchungshaft bleiben mussten. P. Luitpold wurde danach zur Wehrmacht eingezogen und fiel im Krieg – ebenso wie vier weitere Mitbrüder: P. Maurus Lehre, Br. Medardus Wintergerst, Br. Sturmius Mörs und Br. Stephan Jäger.

P. Luitpold Lang mit Konviktsschülern

P. Prior Alban konnte in Neustadt an der Saale als Seelsorger wirken. Ihm ist es zu verdanken, dass die Gemeinschaft von Königsmünster, die weit verstreut war, nicht auseinanderfiel. Durch viele Rundbriefe leistete er einen großen Beitrag zum inneren Zusammenhalt der Gemeinschaft, sodass schon kurz nach dem Krieg die ersten Brüder heimkehrten, um den Wiederaufbau des Klosters in Angriff zu nehmen, das zwischenzeitlich als Lazarett und Lungenheilanstalt diente.
P. Alban war 1937 von den Mönchen zum Nachfolger des zurückgetretenen P. Linus Leberle gewählt worden. Im Nekrolog für P. Linus lässt Abt Harduin die Hintergründe anklingen: „Dem gewissenhaften, treu an den überlieferten Formen benediktinischen Lebens festhaltenden Obern wurde es in der Zeit des Naziregimes schwer, sich mit den Strömungen der Zeit, die auch versuchten, in das Kloster einzudringen, auseinanderzusetzen.“ Zum Gründungspersonal von Königsmünster, das 1928 aus Bayern ins Sauerland geschickt worden war, gehörte auch P. Godehard Machens (1903-1988). Er kam aus der Abtei Schweiklberg und kehrte 1933 dorthin zurück. Er gründete dann eine Hitlerjugend für die Zöglinge der Abtei, verließ aber 1937 das Kloster und ein Jahr später den Orden. Ob er einige Brüder in seinem Sinne geistig beeinflusst hat? Oder spielt Abt Harduin in seinem Nachruf auf die Ereignisse um seinen Vorgänger im Amt des Schuldirektors, P. Hermann Weggartner, an, dem von Seiten der politisch Verantwortlichen nahegelegt worden war, in die NSDAP einzutreten, um größeren Schaden von der Schule abzuwenden? Darüber kam es zum Konflikt mit den beiden Prioren, zunächst P. Linus, später P. Alban, der P. Hermann 1939 seines Amtes als Direktor enthob. Allerdings wird im Zuge der Reichspogromnacht am 9. November 1938 ein Vorfall überliefert, bei dem P. Hermann sich schützend vor eine jüdische Familie stellte und den SS-Männern entgegenrief: „Wenn ihr schießen wollt, dann erschießt zunächst mich.“ In der Westfalenpost, der Lokalzeitung Meschedes, wurde darüber 1995 in einem Artikel, 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, berichtet. Auch ist P. Hermann schon relativ früh aus der Partei wieder ausgetreten, was ein Indiz dafür sein könnte, dass er nicht aus Überzeugung gehandelt hatte, sondern nur größeren Schaden von der Schule abwenden wollte.

P. Hermann Weggartner

Es ist schwierig, im Abstand von 80 Jahren ein Urteil über die Menschen und Mitbrüder dieser Zeit zu fällen. Was können wir aus dieser Zeit für die Gegenwart lernen? Keiner von uns kann sicher sagen, wie er in ähnlicher Situation handeln würde. Ein vorschnelles Urteil über damalige Personen verbietet sich. Gerade im Blick auf die Geschichte halte ich es dennoch für wichtig, wachsam zu sein und laut die Stimme gegen jede Form von Nationalismus und Rechtsextremismus zu erheben, damit sich die Ereignisse dieser schrecklichen Jahre nicht wiederholen.

Mit P. Alban Buckel im Priorenamt ist in den Veröffentlichungen der Gemeinschaft ein neuer Ton eingekehrt. Das zeigt ein Weihnachtsgruß an die Freundinnen und Freunde von Königsmünster aus dem Jahr 1939/40. Darin schreibt P. Alban:

Dieses Wort vom Frieden berührt uns in unserer Zeit besonders tief. Wir wandern in Gedanken so oft zu unseren Soldaten, die uns den Frieden erstreiten. Wir wünschen, dass der Friedensfürst den Völkern Gedanken des Friedens eingebe. Wir möchten wünschen, dass seine Boten die Gewehre der Soldaten eintauschen gegen den Ölzweig des Friedens. Der friedliche Wettstreit der Völker und Nationen in der Förderung edler menschlicher Kultur möge wieder treten an die Stelle der Zerstörung, die das Kriegshandwerk schafft.

Peter Bürger schreibt in einem neuen Sammelband über die Ereignisse des NS-Klostersturms[1], dass solche Passagen von den Polizeidiensten des NS-Staates durchaus als „wehrkraftzersetzend“ empfunden werden konnten. Das Wort „Frieden“, das im ganzenText 21mal vorkommt, „besagt implizit eine Absage an die Kriegsdoktrin des NS-Rassenstaates“. Wir haben es hier mit einem „katholischen“, nicht mit einem „deutschen“ Text zu tun. Ob der Mescheder Prior schon damals im Visier der NS-Oberen stand, sodass schon am 19. März 2041 das Priorat Königsmünster als erstes Kloster der Missionsbenediktiner aufgehoben wurde?

P. Harduin Bießle

Die Aufhebung von Königsmünster fiel mitten in die Fastenzeit. Kurz danach feierten die Mönche an ganz verschiedenen Orten die Geheimnisse von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi. In den verschiedenen Osterbriefen der Mitbrüder wird das historische Ereignis der Vertreibung aus dieser Glaubensperspektive heraus gedeutet. Ein Brief von P. Harduin, der in St. Ottilien am 27. März 1941 verfasst wurde, gibt Zeugnis von einer Hoffnung, die letztlich stärker ist als alle Gewalt – und erinnert uns Heutige daran, welchem König wir verpflichtet sind: einem Friedenskönig, der seine Herrschaft nicht mit der Macht der Waffen, sondern aus der Ohnmacht der Liebe heraus begründet hat:

Eine Woche folgenschwerster Ereignisse liegt hinter uns. Wir sind nicht mehr in unserem lieben Königsmünster. – Als wir am Josefstag gegen ½ 8 Uhr von der Notkirche zum Kloster zurückkehrten, fanden wir es von einer starken Abteilung Gestapo besetzt. Wir wurden in einen Raum gewiesen, erhielten Sprechverbot und wurden bewacht. Etwas später durchsuchte man in Gegenwart der einzelnen Mitbrüder die Zimmer peinlich genau und im Laufe des Spätvormittages erhielten die meisten den Befehl, ihre Sachen zu packen. Nach dem Mittagessen, das wir unter Stillschweigen und Aufsicht einnahmen, eröffnete uns der Leiter der Kommission, das Kloster sei beschlagnahmt, wir hätten um 3 Uhr das Haus zu verlassen und uns sofort nach St. Ottilien zu begeben; ferner bestände für uns ein Aufenthaltsverbot im Regierungsbezirk Arnsberg. …

Uns gegenüber wurden keine Gründe für diese Aktion genannt; aber die ganze Art der Untersuchung läßt darauf schließen, daß man staatswidrige Gesinnung, Redereien u. dgl. Aufdecken will. – Das eine können Sie jedenfalls aus diesen Nachrichten über Meschede entnehmen: Es ist jetzt für uns die Zeit angebrochen, wo es gilt, dem Heiland das Kreuz nachzutragen in seiner ganzen Schwere und Bitterkeit. Aber auch das andere wissen wir, daß auf den Karfreitag ein OSTERN folgen wird. Beten wir jetzt noch mehr füreinander um Liebe und Treue zum Beruf und zu unserer klösterlichen Gemeinschaft. Beten wir bes. um Kraft und Trost.

P. Harduin

[1] M. Sigram Bauer, Alban Buckel, Dominicus M. Meier u.a., Gestapo-Klostersturm im Hochsauerland. Texte zur Auflösung der missionsbenediktinischen Niederlassungen in Meschede und Olpe, zusammengestellt und eingeleitet von Peter Bürger, Norderstedt 2020, 44f.

„Systemrelevant“ – ein Begriff, der im letzten Jahr in der Corona-Krise geprägt wurde. Damit waren Menschen gemeint, die in Bereichen arbeiten, die man nicht mal eben so einfach schließen kann, weil dann das ganze System irgendwann nicht mehr funktioniert. Oft sind es Menschen in helfenden Berufen – Krankenschwestern und -pfleger, Rettungssanitäter, Ärztinnen – aber auch die Kassiererin im Supermarkt und der Straßenreiniger gehören dazu, die oft für wenig Geld wie selbstverständlich dafür sorgen, dass die Gesellschaft auch in Krisenzeiten weiter funktioniert.

Unser Konditormeister, Ron Knape, hatte in den letzten Wochen die Idee, etwas für diese Menschen zu tun.“Ich wollte einfach einen positiven Impuls in schwierigen Zeiten setzen“, erzählt er. Nach Rücksprache mit Abt Aloysius und den Verantwortlichen der Abtei entwickelte sich dann allmählich die Idee, der Rettungswache in Meschede stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer einige der köstlichen Torten zu schenken, für die unser Konditormeister inzwischen bekannt ist. Damit sollte den Menschen, die rund um die Uhr für andere da sind, einfach DANKE gesagt werden. Abt Aloysius vergleicht den Dienst der Rettungswache mit dem Dienst des Pförtners in der Benediktsregel. „Beide sind 365 Tage im Jahr, sieben Tage in der Woche, 24 Stunden am Tag einfach da für die Menschen – rund um die Uhr.“ Das sei ein wichtiger Dienst, der in unserer Gesellschaft viel zu wenig honoriert werde. Und so nahmen einige Vertreter der Rettungswache am Vormittag des 9. März 2021 einige Pakete mit süßen Köstlichkeiten aus unserer Abteikonditorei in Empfang. Wir bedanken uns damit für ihren wichtigen Dienst und wünschen guten Appetit!

Das Jahr 1941 war für die Missionsbenediktiner von St. Ottilien ein Schicksalsjahr. In diesem Jahr wurden innerhalb von nur zwei Monaten alle deutschen Klöster der Kongregation (Königsmünster, St. Ottilien, Schweiklberg, Münsterschwarzach) von den Nationalsozialisten aufgehoben und die Mönche vertrieben. Unser Kloster Königsmünster stand am 19. März 1941 am Anfang dieser traurigen Entwicklung. Den 80. Jahrestag dieses denkwürdigen Ereignisses nehmen wir zum Anlass, im aktuellen „Gruß“ auf diese Ereignisse zurückzublicken – immer mit der Rückfrage verbunden, was wir daraus für unsere Gegenwart und Zukunft lernen können.

Viele Bilder und Texte aus dieser Zeit sind im Kloster- und Schularchiv aufbewahrt und haben Eingang in diese Ausgabe gefunden. Dass die Aufhebung mitten in die Österliche Bußzeit fiel, war für die Mönche damals Anlass, sie auch im Blick auf die Passion Christi zu deuten – ein Brief vom späteren ersten Abt von Königsmünster, Harduin Bießle, eine Woche nach der Vertreibung macht das deutlich. Im Porträt erinnern wir an den damaligen Konventualprior Alban Buckel, der die verstreute Gemeinschaft zusammengehalten hat und dem es zu verdanken ist, dass nach 1945 das Leben auf dem Klosterberg weitergehen konnte – bis heute. P. Klaus-Ludger stellt in seinem Beitrag die Logik der Vertreibung („Damit ich sein kann, musst du weg“) der Logik des Urvertrauens gegenüber („Es ist gut, dass du da bist“) und gibt so einen Impuls, der gerade in unserer Zeit wichtig sein kann.

Wie üblich berichtet der Gruß über das aktuelle Leben auf dem Klosterberg heute, das letztlich dem beherzten Einsatz und der Wiederaufbauleistung unserer Vorfahren zu verdanken ist. Und wir weiten den Blick über Deutschland hinaus auf unsere Gründungen in Kuba und Ägypten, wo trotz der Einschränkungen der Corona-Pandemie viel Neues entstanden ist und weiter wächst. Gerade die Gemeinschaft auf Kuba wird uns in den nächsten Jahren weiter begleiten. Denn hier soll ein neues Kloster mit Gästehaus entstehen, sodass die sehr einfachen Bedingungen im „Containerkloster“, in dem die Brüder momentan leben, hoffentlich bald ein Ende finden. Hier sind wir auch auf Ihre tatkräftige Unterstützung angewiesen.

Leider ist ein voller Betrieb auf dem Klosterberg immer noch nicht möglich – AbteiGaststätte und Gästehäuser bleiben zunächst bis 22. März geschlossen. Unser Osterkurs findet in diesem Jahr als Onlinekurs statt. Die Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen von Gründonnerstag bis Ostersonntag sind leider nicht als Präsenzgottesdienste möglich; über den Livestream können Sie aber daran teilnehmen. Und ein Hoffnungsschimmer besteht auch: seit dem 8. März darf unser Abteiladen wieder alle Produkte auch vor Ort verkaufen! Sobald es neue Entwicklungen gibt, werden wir Sie hier sofort darüber informieren.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre!

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass ab Montag, den 8. März 2021, unser Abteiladen auf dem Klosterberg wieder zu den gewohnten Zeiten (montags bis samstags 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 14.00 Uhr bis 17.30 Uhr / sonntags 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr) alle Produkte zum Verkauf anbieten kann: Kerzen, Produkte aus den Klosterwerkstätten und christlicher Bedarf, auch im Hinblick auf Ostern und die Erstkommunion. Natürlich können Sie auch weiterhin per E-Mail oder telefonisch unter 0291/2995-109 bestellen. Die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln wie medizinische Maskenpflicht und die Begrenzung der Kunden im Verkaufsraum etc. gelten natürlich weiterhin.

Unser Team vom Abteiladen freut sich auf Ihren Besuch!

Die AbteiGaststätte bleibt leider noch bis einschl. 22. März 2021 geschlossen; auch der Verkauf von Kuchen und Eintopf findet nicht statt.

 

12 großformatige Fotos von Kirchen aus dem Erzbistum Paderborn sind vom 6. März bis Ende Mai 2021 in den Fenstern der Bank für Kirche und Caritas in Paderborn zu sehen. Unter dem Motto „Häuser GOTTES Häuser“ hat der Fotograf Jürgen Kemper aus Büren diese Bildreihe erstellt. Die Kirchen folgen von West nach Ost dem historischen Heeresweg Karls des Großen in das damals zu christianisierende Gebiet der Sachsen. Die Ausstellung umfasst Fotos von den Kirchen Sankt Josef in Lippstadt und Sankt Patrokli in Soest, Sankt Pankratius in Anröchte, dem Hohen Dom St. Maria, St. Liborius, St. Kilian in Paderborn, Maria Immakulata in Büren, St. Laurentius in Erwitte, St. Johannes in Salzkotten, der Kapelle St. Georg in Rüthen, St. Cyriakus in Geseke, St. Stephanus und Vitus in Höxter-Corvey, der Abteikirche Königsmünster in Meschede sowie St. Mariä Heimsuchung und St. Johannes Baptist in Warburg.

Jürgen Kemper, Fotograf der Ausstellung, erläutert zu seinen Bildern: „Mein Anliegen ist es, einzelne besondere Eindrücke und Anregungen mit den künstlerisch bearbeiteten Fotos der Gotteshäuser visuell zu erzählen oder Assoziationen zu ihnen zu visualisieren.“ Der Titel der Ausstellung „Häuser GOTTES Häuser“ verweist darauf, dass mit dem jeweils abgebildeten Kirchengebäude eine Geschichte verbunden sein kann, die Kemper als Fotograf dazu assoziiere und erzählen möchte. Daher tragen die bearbeiteten Fotos der „Häuser Gottes“ auch jedes für sich einen anderen Titel als den des bloßen Kirchennamens. Diese Titel können und sollen beim Betrachter der Bilder ebenfalls Assoziationen und Gedanken wecken, Erinnerungen an eine Lebenssituation, an eine Situation in der Kirche, an eine Textstelle aus der Bibel, an eigene Erfahrungen mit Mitmenschen, der Familie, der Kirche und mit Gott. Diese dürften sicherlich bei jedem Menschen anders ausfallen.

Eine kleine Hilfe zu der Erschließung und Lokalisierung der abstrahierten „Häuser Gottes“ ist der zu jedem Foto beigefügte sehr kurze informative Text über das jeweilige Kirchen-Gebäude und die Karte, wo die jeweilige Kirche im Erzbistum Paderborn liegt. Zudem ist an den Schaufenstern jeweils ein QR-Code angebracht, der zur Webseite der jeweiligen Kirchengemeinde der „Häuser Gottes“ führt. So kann der Betrachter sich interaktiv über sein Smartphone auf die Webseite der Gemeinden zu den Gotteshäusern begeben und Einblicke in die Gemeinde gewinnen, die zeigen, dass in den „Gotteshäusern“ vielfältiges Gemeinde-Leben herrscht.

Pressekontakt
Bank für Kirche und Caritas eG
Vera Audi
Kamp 17
33098 Paderborn
Fon 05251 121-1133
Mobil 0173 5495040
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Zum Gedenken an unseren Br. Adelhard Gerke OSB (+ 2017) hat die Kirchengemeinde Corvey auf dem Friedhof gegenüber der Marienkapelle eine Gedenk-Stele aufgestellt. Br. Adelhard, 1930 in Höxter geboren, war Mönch der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede und wusste sich in besonderer Weise mit der ehemaligen Reichsabtei Corvey verbunden. Um das Westwerk, das heute den Status einer Welterbestätte besitzt, hat sich Br. Adelhard durch seine Publikationen sehr verdient gemacht.  Generationen von Novizen erinnern sich lebhaft an die Ausflüge mit Bruder Adelhard nach Corvey, wo er mit Liebe zum Detail  über „sein“ Corvey erzählen konnte. Dabei blühte er förmlich auf und vergaß auch mal Raum und Zeit. Wir freuen uns, dass ihm durch die Stele nun in Corvey eine bleibende Erinnerung geschaffen wurde.

Gib, dass wir heute, Herr, durch dein Geleite
auf unsern Wegen unverhindert gehen
und überall in deiner Gnade stehen.
Lobet den Herren!

Diese Strophe des bekannten Kirchenliedes von Paul Gerhardt war auf der Einladung zur ersten Zeitlichen Profess unseres Bruders Josef Ellendorff OSB zu lesen, die am Samstag, den 6. Februar 2021, während der Vesper stattfand. Weil die Kirche bei unserem gesungenen Stundengebet wegen der aktuellen Corona-Maßnahmen für die Öffentlichkeit geschlossen ist, konnten wir physisch keine Gäste begrüßen. Aber über den Livestream konnten die Verwandten und Freunde von Br. Josef an der Feier teilnehmen.

Auf der Professanzeige war eine Zeichnung von Richard André abgebildet, die König David beim Harfenspiel zeigt. Daneben finden sich Worte aus Psalm 33,2: „Preist den Herrn mit der Zither, spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe!“ Gott zu loben und zu preisen – das ist auch der Dienst als Mönch, zu dem sich Bruder Josef in der Profess nun für ein Jahr in unserer Gemeinschaft verpflichtet hat. Im Vertrauen auf Gottes Hilfe hat er Beständigkeit, klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam versprochen und sein „Suscipe“ gesungen.

Bruder Josef arbeitet im Gastbüro der Abtei und kann ebenfalls sein Talent der Fotografie einsetzen, indem er viele Fotos für unsere Publikationen und klösterlichen Produkte macht. Wir wünschen ihm Gottes Segen im ersten Jahr seiner Zeitlichen Profess!

Am 3. Februar gedenkt die Kirche des hl. Blasius. Er war im dritten Jahrhundert Bischof von Sebaste (heutige Türkei) und ist als Märtyrer gestorben. Er zählt zu den 14 Nothelfern. Auf sein Gebet hin wurde ein Junge, der sich an einer Fischgräte verschluckt hatte, vor dem Erstickungstod gerettet. An seinem Gedenktag wird der sog. Blasiussegen gespendet, der besonders vor Halskrankheiten schützen soll. Normalerweise wird er mit gekreuzten Kerzen als Einzelsegen gespendet, doch in der Corona-Pandemie ist das nicht möglich. Daher hat unser P. Jorge im heutigen Konventamt den Blasiussegen als Schlusssegen gespendet und um Gesundheit an Leib und Seele gebetet. Gerne stellen wir den Segen als Video auf die Website, um Ihnen gerade in dieser so schwierigen Zeit die Möglichkeit zu geben, ihn mitzuvollziehen und auf diese Weise zu empfangen.

 

 

Schaut hin! Dieses Wort, das auf Mk 6,38 zurückgeht, steht als Motto über dem 3. Ökumenischen Kirchentag, der vom 13. – 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main und digital stattfinden soll. Im ersten „Gruß aus der Abtei Königsmünster“ des Jahres 2021 nehmen wir dieses Wort auf und erzählen in den einzelnen Beiträgen davon, wie wir als Mönche der Abtei ökumenisch zu leben versuchen. Das passt auch gut zum Jahr der Ökumene, das 2021/22 von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland ausgerufen ist.

Der Ökumene fühlen wir uns in der Abtei Königsmünster schon seit langem verpflichtet – davon erzählt Abt em. Stephan in seinem Editorial. Abt Aloysius beleuchtet das Thema aus katholischer Perspektive, Pfarrer Pierre Diekena von der Evangelisch-Freikirchlichen Kreuzkirchengemeinde Meschede aus evangelischer Sicht – über seinen Gastbeitrag freuen wir uns besonders. Als neuer Leiter des Gastbereiches beschreibt Bruder Benjamin am Beispiel der Feier der Kar- und Ostertage, wie wir Gastfreundschaft ökumenisch zu leben versuchen. Und wir schauen zurück auf die adventlich-weihnachtliche Beleuchtung der Abteikirche, die für viele ein echter „Hingucker“ gewesen ist.

Schaut hin! Das meint auch, nicht gleichgültig zu sein dem Leid der Menschen gegenüber, sondern es wahrzunehmen und konkret zu helfen, damit Menschen eine Perspektive haben. Davon erzählen wir in diesem Gruß ebenfalls wieder in unseren missionarischen Projekten: in der Jugendarbeit der OASE, in der Ausbildung junger Menschen in Afrika und in neuen Entwicklungen im Krankenhaus der Abtei Ndanda in Tansania.

Daneben finden Sie auch in dieser Ausgabe wieder die gewohnten Rubriken Benediktinisches Leben, der Kleine Mönch, Bei Tisch gelesen und das Porträt eines Mitbruders, dieses Mal von unserem Bruder Vincent. Und natürlich gibt es aktuelle Informationen aus unseren Bereichen und Betrieben und eine kleine Vorfreude auf neue Produktsorten, die Sie genießen können, wenn unsere AbteiGaststätte hoffentlich bald wieder öffnen kann.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre!

Heute war ein besonderer Freudentag für unsere Gemeinschaft. Am 24. Januar 2021 konnten wir zwei junge Männer als Postulanten in unsere Gemeinschaft aufnehmen und sie mit dem benediktinischen Habit bekleiden. Nico Lassan ist 24 Jahre jung, stammt aus Elze bei Hildesheim und hat vor seinem Eintritt eine Ausbildung zum Klangtherapeuten absolviert und auch als Organist und Küster gearbeitet. David Fuhrmann ist 26, stammt aus Höxter und ist gelernter Koch. Doch mit dem Klostereintritt ist nicht mehr das Lebensalter wichtig, sondern der Zeitpunkt des Eintrittes – und da Nico einige Tage vor David eingetreten ist, ist er der „ältere“ Postulant.

Wir wünschen Nico und David Gottes Segen und eine gute Zeit des Eingewöhnens bei uns!