17 Und ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen. 18 Und kein Haar von eurem Haupt soll verloren gehen.

(Lk 21,17-18 – gesamte Tageslesung: Lk 21,5-19)

Es wirkt etwas verloren und unglaubwürdig am Ende all der schrecklichen Dinge von Kriegen, Katastrophen und Verfolgungen, die Jesus in seiner sog. Kleinen Apokalypse hier ankündigt: „Kein Haar von eurem Haupt soll verloren gehen.“ Nach all den Kriegen, Hungersnöten, Seuchen und Verfolgungen soll uns kein Haar gekrümmt werden? Das klingt doch reichlich weltfremd.

Mir hilft hier ein kleiner Satz, den ich einmal irgendwo gelesen habe: Gott bewahrt mich vielleicht nicht vor allem Leid, er bewahrt mich aber in allem Leid. Ich kann nicht verhindern, dass nicht alles glatt läuft im Leben, dass ich Leid, Finsternis, Zweifel, Verleumdung etc. erleben muss. Ich darf aber darauf vertrauen, dass da einer ist, der mich in all dem begleitet, der mich bewahrt. „Dies alles ist noch nicht das Ende.“

Das ist alles leichter gesagt als getan. Und wenn ich drinstecke, dann wird auch der Zweifel kommen, die Dunkelheit, der Unglaube. Aber in allem Unglauben – bleibt ER doch da. Gibt es eine größere Verheißung?

P. Maurus Runge OSB