Am Sonntag, den 15. Juni 2025, machte sich eine Gruppe des Freundeskreises Königsmünster mit Abt Cosmas und Br. Anno auf den Weg in die ehemalige Reichsabtei Corvey bei Höxter im Weserbergland, um an den traditionellen Vitusfeierlichkeiten in der dortigen Kirche teilzunehmen. Abt Cosmas zelebrierte das feierliche Pontifikalamt und knüpfte damit in besonderer Weise an die 1000jährige monastische Geschichte des Glaubensortes und heutigen UNESCO-Weltkulturerbes an. In seiner Festpredigt sprach er vom Benediktinerkloster als einer Schule für den Dienst des Herrn, als Ort der Nachfolge Christi und Menschwerdung. Auch wenn die Messe, bedingt durch das Wetter, in die Kirche verlegt werden musste und die Prozession entfiel, tat das der Feierlichkeit keinen Abbruch.

Im Anschluss an die Festmesse fand eine Führung durch die Abteikirche und das weltberühmte Westwerk statt. Hier erhielten alle Tablets, auf denen moderne Rekonstruktionen der Wandfiguren und Deckenmalereien betrachtet werden konnten. Der Glaseingang zur Kirche diente als Projektionsfläche für einen lebendigen Gang durch die Geschichte Corveys. wo seit 822 an ein Jahrtausend lang Mönche nach der Regel des hl. Benedikt lebten.

Bis heute bestehen gute Kontakte zur Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey. Diese Kontakte gehen auch auf unseren 2017 verstorbenen Bruder Adelhard Gerke zurück, der gebürtig aus Höxter stammte und intensiv zum karolingischen Westwerk der Abtei Corvey forschte. Auf dem Friedhof  neben der ehemaligen Abteikirche erinnert eine Gedenkstele an ihn.

Nach der Messe gab es dann bei einem Empfang Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch.

Fotos: Kirchengemeinde und Freundeskreis „Welterbe Westwerk Corvey“

Einen weiteren Bericht incl. Predigt von Abt Cosmas finden Sie hier.

 

Am Pfingstmontag hat Superintendent Dr. Manuel Schilling (Kirchenkreis (Arnsberg-Soest) mit den Mönchen der Abtei eine Ökumenische Vesper gestaltet. In deren Rahmen hat er mit P. Vincent Grunwald OSB gemeinsam eine Dialogpredigt gehalten, die umrahmt wurde von zwei musikalischen Werken des böhmischen Barockkomponisten Heinrich I.F. Biber für Violine und Cello. Letzteres spielte Manuel Schilling selbst, die Violine der russische Violinist Andrej Surotdinov, der im Exil in Serbien lebt. Am Ende der Vesper dankte Herr Surotdinov in bewegenden Worten für die Gastfreundschaft der Abtei und erinnerte an ein Konzert, das er vor 35 Jahren kurz nach dem Mauerfall in der Abteikirche spielte. Zugleich betete er um Frieden und Versöhnung in der Welt heute. Die Vesper endete mit dem gemeinsam gesprochenen Segen von Superintendent und Abt.
Im Anschluss folgte eine Einladung zum Abendessen ins Refektorium, in dem Superintendent Schilling ein weiteres Musikstück auf dem Cello spielte.

Jedes Jahr Anfang Mai machen sich die Mönche der Abtei Königsmünster zu ihrem Konventausflug auf den Weg. In diesem Jahr führte er uns zu unseren benediktinischen Mitschwestern nach Dinklage ins Oldenburger Münsterland. Bei strahlendem Sonnenschein brachen wir morgens um 8.30 Uhr in verschiedenen Autos auf. Nach zweistündiger Fahrt mit einer kurzen Eispause an der Raststätte Tecklenburger Land kamen wir auf der Klosterburg Dinklage an, wo uns die Gemeinschaft der 19 Schwestern schon freudig erwartete. Das Kloster, eine Gründung des Brandenburger Klosters Alexanderdorf, befindet sich in der Burg der Familie von Galen, wo der seliggesprochene Kardinal Clemens August Graf von Galen, ein unerschrockener Kämpfer gegen die menschenverachtende Tyrannei der Nationalsozialisten, geboren wurde. Bei einem Begrüßungskaffee im Burghof machten wir uns miteinander bekannt. Nach der gemeinsamen Mittagshore, die wir in der im ehemaligen Stall errichteten Klosterkirche beteten, luden uns die Schwestern zum Grillen in ihren wunderschönen Klostergarten ein. Als lokale Spezialität gab es „Friedensbier“, das an den Westfälischen Frieden zum Ende des 30jährigen Krieges erinnerte. Im Anschluss gab es in zwei Gruppen Führungen durch das Kloster. Bei Kaffee und Kuchen erzählten uns die Schwestern von der Gründung der neuen Kongregation von der Auferstehung und von ihren Bestrebungen, die Benediktinerinnenklöster weltweit miteinander zu vernetzen und ihnen in der „Communio Internationalis Benedictinarum“ tragfähige rechtliche Strukturen zu geben.
Es war für alle eine wunderbare geschwisterliche Begegnung. Herzlich bedanken wir uns bei den Dinklager Schwestern für ihre Gastfreundschaft und freuen uns auf den Gegenbesuch.

Erinnerungen an 80 Jahre Kriegsende in Königsmünster

In diesem Jahr gedenken wir zum 80. Mal des Endes des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft – eine Erinnerung, die gerade in unserer Zeit wichtiger denn je ist. Aus der Erinnerung an Vergangenes kann Hoffnung wachsen, dass wir aus der Geschichte lernen. Unser neuer „Gruß“, der zurzeit gedruckt wird, wird sich speziell mit diesem Datum beschäftigen und dazu in die Geschichte unserer Abtei zurückblicken. Welche Folgen hatte das Kriegsende für die junge Gemeinschaft in Königsmünster? Wie gestaltete sich die Rückkehr in das Kloster, das im Krieg und danach anderen Zwecken diente? Den Leitartikel des kommenden „Gruß aus Königsmünster“ veröffentlichen wir anlässlich des heutigen Gedenktages vorab:

„Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. […]
Wir haben wahrlich keinen Grund, uns am heutigen Tag an Siegesfesten zu beteiligen. Aber wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg.“ So hat es der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker in seiner viel beachteten Rede zum 40. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkrieges im Deutschen Bundestag gesagt. Er läutete damit eine neue Phase in der Erinnerungskultur ein. Zum ersten Mal sprach ein deutscher Politiker dezidiert und öffentlich vom 8. Mai als einem Tag der Befreiung – der Befreiung aller Völker, auch des eigenen, von der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft. In diesem Jahr jährt sich dieses Ereignis zum 80. Mal. In einer Zeit, wo autoritäre und populistische Regime weltweit auf dem Vormarsch sind, haben Richard von Weizsäckers Worte nichts von ihrer Bedeutung verloren. „Nie wieder ist jetzt!“ Mit diesen Worten hat eine breite Allianz vieler gesellschaftlicher Gruppen, Parteien, Kirchen und Religionsgemeinschaften seit dem vergangenen Jahr immer wieder zu Demonstrationen für unsere Demokratie aufgerufen, um wachsam zu sein gegen einen wieder erstarkenden Rechtsextremismus und Antisemitismus in unserem Land, der an dunkelste Zeiten unserer Geschichte erinnert – wie z.B. das Mescheder Bündnis für Demokratie und Solidarität e.V., dem sich auch unsere Abtei verbunden fühlt.

Neupriester unseres Klosters aus dem Jahr 1940

Der 8. Mai 1945 war auch eine Befreiung für unser Kloster und die damaligen Mönche. Nach einer vierjährigen Zeit der Vertreibung, die mit dem Josefstag am 19. März 1941 begann, konnten nach und nach die Brüder nach Königsmünster zurückkehren. Vor einer Zerstörung ist unser Kloster – anders als die Stadt Meschede, die in mehreren Luftangriffen Ende des Krieges völlig ausgebombt wurde – bewahrt worden, was wohl auch daran lag, dass auf dem Klosterberg ein Reservelazarett eingerichtet wurde. Nichtsdestotrotz gestalteten sich die Verhandlungen mit der von den Alliierten eingesetzten Militärregierung über eine vollständige Rückgabe von Kloster und Schule als schwierig. Das wird in Erinnerungen des damaligen Priors, P. Alban Buckel OSB, deutlich, die er in einer „Chronik über die Schicksalsjahre des Benediktinerpriorates Königsmünster in Meschede 1939 bis 1948“ niedergeschrieben hat. Nach dem Gedenken an die im Krieg gefallenen Mitbrüder und Konviktsschüler schildert P. Alban die Situation unmittelbar nach Kriegsende:

So war der Personalstand von Königsmünster stark dezimiert, als nach Schluss des Krieges wieder zum Sammeln geblasen werden konnte. Als erster konnte P. Kunibert sich in Königsmünster umsehen. Er hatte zuletzt etwa 25 Dörfer seelsorglich zu betreuen, da überallhin Katholiken aus dem Westen evakuiert worden waren. Vom Amerikaner hatte er dazu einen PKW zugewiesen erhalten. Er fand Möglichkeiten, mit diesem Wagen nach Meschede, seiner Heimat, zu fahren, um festzustellen, wie es da aussehe. Das Kloster war im wesentlichen heil geblieben bei den zwei Groß- und einem halben Dutzend kleineren Bombenangriffen. Br. Virgil war am Tage vor seiner Ankunft vermisst. Das Kloster war von den Amerikanern in ein Lazarett für Ausländer verwandelt worden. Die Stadt Meschede bot ein trauriges Bild. Der erste Eindruck hatte zu dem Urteil geführt: 85 % zerstört. […] Die Fahrt nach Meschede führte über die damaligen Straßen des Elends, überfüllt von sehnsüchtigen Heimkehrern, in schlechtem Zustand durch die Spuren des Krieges und oft verstopft durch die zahllosen Autos der Sieger sowie markiert durch zahlreiche Kontrollstellen für deutsche Wanderer.

Schon bald begannen die Verhandlungen um die Freigabe des Klosters, das als Reservelazarett für Ausländer (DP’s = Displaced Persons) eingerichtet war. P. Alban schreibt dazu:

Die Verhandlungen um die Freigabe des Klosters, die sofort am Tage nach der Ankunft in Meschede, am 16. Juni, aufgenommen wurden, erwiesen sich als sehr langwierig und abwechslungsreich. […] Wie beim Wetterhäuschen zeigte sich bei den Verhandlungen bald das Zeichen hoffnungsvollen Sonnenscheins, aber ebenso regelmäßig der ernüchternde, kalte Wasserguss! Immerhin, nach Ablauf eines Monats gerade zum Schutzfest des hl. Benedikt am 11. Juli 1945, konnten wir zusammen mit den Clemensschwestern von Münster, welche noch als Pflegerinnen im Lazarett waren, ein Dankamt halten. Wir hatten die schriftliche Erlaubnis der Militärregierung über das Landratsamt erhalten, dass wir für die heimkehrenden Mönche Räume im Kloster beanspruchen konnten. Da das Lazarett im allgemeinen nicht sehr stark belegt war, hatte dies keine Schwierigkeiten, zumal zunächst die Heimkehr der Mönche nur sehr zögernd einsetzte. […] Die Russen hatten alle anderen Nationen – es waren zeitweise fünfzehn vertreten, besonders Polen und Italiener – verdrängt und unser Haus einzig für sich beansprucht. Über dem Portal prangte das Bild von Josef Stalin; im Hause waren große Spruchkarten in russisch angebracht.

Die Präsenz einer Gruppe von russischen Verletzen im Lazarett bezeugen auch Zeichnungen, die auf die Fensterbank eines unserer heutigen Sprechzimmer eingeritzt wurden. Sie sind bis zum heutigen Tag erhalten und ein beredtes Zeugnis der Geschichte unseres Klosters.

Zeichnungen in einem der Sprechzimmer des Klosters

Das Ausländerhospital sollte allerdings bald aufgelöst werden, schreibt P. Alban weiter, allerdings wäre es „für den zahlenmäßig noch kleinen Konvent unmöglich gewesen, das ganze Haus für sich zu beanspruchen, angesichts der großen Wohnungsnot in Stadt und Kreis Meschede“. So bot sich im Januar 1946 eine Zwischenlösung an, als ein einjähriger Ausbildungskurs für Volksschullehrer von der Militärregierung eingerichtet wurde und die auszubildenden Lehrer im Kloster wohnen konnten – einige Patres übernahmen den Unterricht. Doch die Schwierigkeiten gingen weiter, denn in Meschede brach bei vielen Menschen Tuberkulose aus, sodass die Einrichtung eines „Behelfskrankenhauses“ im Klostergebäude angeordnet wurde. P. Alban berichtet von „dramatischen Verhandlungen, wobei sogar an eine Ausquartierung des Konventes gedacht wurde“. Dies konnte aber abgewendet werden. P. Alban schreibt: „Es konnte schließlich erreicht werden, dass die Suppe nicht so heiß gegessen wurde als gekocht.“ Der Konvent konnte für immer bleiben, der Lehrerkurs wurde nach und nach in ein freigewordenes Hotel in der Stadt einquartiert. Im Juni 1946 wurde das Behelfskrankenhaus für Tuberkulosekranke eingerichtet. Dazu schloss der Kreis Meschede mit dem Kloster einen Vertrag, „nach dem das Kloster das Krankenhaus selbständig führt.“ Viele der Tuberkulosekranken befanden sich im letzten Stadium ihrer Krankheit und starben daran, sodass auch eine eigene kleine Leichenhalle errichtet wurde.

Auch die Rückübernahme der Schule, die während der NS-Zeit zu einem Gymnasium ausgebaut worden war, gestaltete sich als schwierig. Erst am 28. März 1952 konnte ein Zusatzvertrag mit der Stadt Meschede unterschrieben werden.

Die Geschichte der Heimkehr der Mönche nach dem Krieg und des mühsamen Wiederaufbaus zeigt deutlich, wie zerstörerisch ein Krieg für alle Beteiligten ist und dass die Folgen auch nach einem Waffenstillstand noch lange spürbar sind. In Zeiten, wo auf europäischem Boden wieder ein grausamer Krieg herrscht, wird das noch einmal dringlicher. „Nie wieder ist jetzt“ – die weltweiten gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen führen die Brisanz dieses Satzes deutlich vor Augen. Unsere Geschichte lehrt uns, wie wichtig es ist, uns gerade heute für Frieden und Demokratie einzusetzen. Unsere Friedenskirche möchte ein Ort sein, wo täglich für den Frieden gebetet wird. Hier vertrauen wir uns Christus, dem König des Friedens an: Er hält den Erdkreis in seiner Hand, der den Diktatoren zu entgleiten droht. So können wir aus der Kraft der Erinnerung Hoffnung für die Zukunft gewinnen.

Am 1. Mai, dem Beginn des Marienmonats, findet traditionell an den verschiedenen Orten die Wallfahrtseröffnung statt – so auch im Geistlichen Zentrum der Pallottiner in Kohlhagen, wo seit dem Mittelalter ein Gnadenbild der Pietà, der Schmerzhaften Muttergottes, verehrt wird. In diesem Jahr war unser Abt Cosmas zur Wallfahrtseröffnung eingeladen; er stand dem Festgottesdienst mit anschließender Fahrzeugsegnung vor und hielt die Predigt. In der Predigt stellte Abt Cosmas Maria als Pilgerin der Hoffnung vor. In ihrem „Lied der Hoffnung“, dem Magnificat, singe sie von einer Welt, in der Gott nicht wegschaut, sondern das Leid der Bedrängten sieht.

Einen ausführlichen Bericht über die Wallfahrtseröffnung finden Sie auf der Website des Geistlichen Zentrums Kohlhagen.

 

Papst Franziskus ist am Ostermontag, 21.4.2025, mit 88 Jahren in Rom gestorben. Viele Menschen auch in unserer Region nehmen Anteil an seinem Tod und beten für ihn. Der Vatikan hat bekanntgegeben, dass er am Samstag beerdigt wird.
Die Gemeinden des Pastoralen Raumes Meschede/Bestwig und die Abtei Königsmünster laden daher am Vorabend seiner Beisetzung zu einem Gedenkgottesdienst für Papst Franziskus am Freitag, 25.4.2025, um 17.45 Uhr in die Abteikirche Königsmünster ein. Dort besteht die Gelegenheit, sich im Gebet und der Feier der Eucharistie an Papst Franziskus zu erinnern und für ihn zu beten.

Am heutigen Ostermontag erreichte uns nach dem Konventamt die Nachricht, dass Papst Franziskus am Morgen in Rom im Alter von 88 Jahren verstorben ist.  Nach dem Konventamt läuteten die Glocken der Abteikirche, und in der Mittagshore haben wir ausdrücklich für Papst Franziskus gebetet. Wir vereinen uns mit der ganzen Kirche im Gebet für Papst Franziskus. Möge er nun in die Osterfreude seines Herrn eingehen, dem er ein Leben lang gedient hat!

Abt Cosmas, der gerade auf dem Weg zur Salzburger Äbtekonferenz ist, würdigt das zwölfjährige Pontifikat von Papst Franziskus mit folgenden Worten:

„Das Pontifikat von Papst Franziskus verbinde ich mit einem entschiedenen Einsatz für die Anliegen des II. Vatikanischen Konzils, demzufolge die Kirche nicht Selbstzweck ist, sondern einen Sendungsauftrag hat. Ihr Dienst ist es, Zeichen und Werkzeug für die Vereinigung Gottes mit den Menschen und für die Einheit der ganzen Menschheit zu sein. Genau dieser Sendung entsprachen die beiden großen Themen der Heiligen Jahre, die er ausgerufen hat: „Antlitz der Barmherzigkeit“ (2015) und „Pilger der Hoffnung“ (2025). Konkret wurde der engagierte Einsatz für die weitere Umsetzung des Konzils im Projekt der Weltsynode.
In dessen Folge ist noch einiges offen und manches noch nicht klar genug umsetzbar, aber wichtige Weichen sind gestellt, die unbedingt fortgesetzt werden sollten, damit deutlich wird, das die Kirche selbst die Zeichen der Zeit erforscht, im Lichte des Evangeliums deutet, und ihr Reden und Handeln dem Dienst an Mensch und Welt entsprechend erneuert.“

Wir haben in dieser Woche einen besonderen Gast: Es ist uns eine große Ehre, dass sich P. Basil Barasa OSB, der seit September 2024 das Amt des Kongregationssekretärs der Missionsbenediktiner von St. Ottilien ausübt, dazu entschlossen hat, die Kar- und Ostertage mit uns zu verbringen und so das nördlichste Kloster unserer Kongregation kennenzulernen.

P. Basil stammt aus der Abtei Tigoni in Kenia, wo er  am 6. Januar 2018 seine Profess abgelegt hat. Er studierte Theologie in Sant’Anselmo in Rom und wurde dabei von den Mitbrüdern der Schweizer Abtei Uznach unterstützt. Am 29. Juni 2024 wurde er in Tigoni zum Priester geweiht und begann seinen Dienst als Kongregationssekretär im Haus der Kongregation in St. Ottilien im September. Als Kongregationssekretär unterstützt er den Abtpräses in der Leitung der Missionsbenediktiner und gehört dem Kongregationsrat, dem höchsten Leitungsgremium, an.

Wir wünschen P. Basil eine gute Zeit bei uns und Gottes Segen für seine Aufgabe!

In der Karwoche laden wir Sie ein, zu folgenden Zeiten das Sakrament der Versöhnung zu empfangen:

Karmittwoch, 16.4.:        10 Uhr bis 12 Uhr (Sprechzimmer an der Klosterpforte, P. Helmut)
Gründonnerstag, 17.4.:  15 Uhr bis 17 Uhr (Beichtkapelle in der Abteikirche, P. Vincent)
Karfreitag, 18.4.:              10 Uhr bis 12 Uhr (Beichtkapelle in der Abteikirche, P. Vincent)
Karfreitag, 18.4.:              nach der Karfreitagsliturgie (Beichtkapelle in der Abteikirche, P. Julian)

Alle Zeiten finden Sie auch hier.

„Baustellen der Hoffnung“ – so lautet der Titel des neuen Buches des ehemaligen Abtes der Schweizer Abtei Einsiedeln, P. Martin Werlen OSB, das er beim ersten Abteigespräch dieses Jahres am Abend des 27. März im AbteiForum vor ca. 40 interessierten Gästen vorgestellt hat. P. Martin erzählte mit viel Humor von seiner neuen Aufgabe als Leiter der Propstei St. Gerold, einem geistlichen Zentrum im österreichischen Vorarlberg. Mitten in der Corona-Pandemie habe man sich entschieden, das Haus zu renovieren, sodass er in den letzten Jahren auf einer Baustelle gelebt hat. Das habe ihm die Augen dafür geöffnet, dass das ganze Leben eine Baustelle ist. Wichtig sei für P. Martin ein liebevoller Blick auf die Baustellen des Lebens. Baustellen könne man nie allein bewältigen, es brauche dazu das Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Menschen, eben eine „synodale“ Herangehensweise.
Das bevorzugte biblische Bild für die Kirche sei das der Baustelle – oft wird vom „Bau Gottes“ gesprochen, und Gott werde mit einem Baumeister verglichen. Leider sei das Bild der Kirche als Baustelle etwas untergegangen von einer anderen Sichtweise auf Kirche, die im bekannten Kirchenlied „Ein Haus voll Glorie schauet“ zum Ausdruck kommt. P. Martin ermutigte die Zuhörerinnen und Zuhörer, sich mehr auf das Bild der Baustelle einzulassen – das werde den Blick auf die eigenen Baustellen verändern.

Passend war, dass im AbteiForum vor P. Martin ein König des Diakons und Künstlers Ralf Knoblauch stand, der an die unantastbare Würde jedes Menschen – mit all seinen Baustellen – erinnert. In einigen Anekdoten, die P. Martin aus seinem reichen Erfahrungsschatz schilderte, kam zum Ausdruck, wie wichtig ihm dieser Gedanke der Würde jedes Menschen ist.

Wir danken P. Martin Werlen für einen inspirierenden Abend und wünschen ihm Gottes Segen für seine Aufgabe als „Baustellen-Seelsorger“ in St. Gerold.

P. Martin Werlen OSB