Nachdem die teilnehmenden Brüder aus aller Welt am Samstag, den 17.09.2022, gut in St. Ottilien angekommen sind – eine große Wiedersehensfreude, denn viele kannten sich schon – , fand am Sonntag, 18.9., eine Wallfahrt zur Eröffnung des Generalkapitels zum Felsenkloster St. Georgenberg in Tirol statt. Der Georgenberg ist seit dem 11. Jahrhundert ein beliebter Wallfahrtsort, und seit 2017 leben sechs Mönche der Missionsbenediktiner an diesem Ort und halten die Wallfahrt aufrecht. Nachdem das Kloster im Tal, das Stift Fiecht, zu groß geworden ist für eine kleiner werdende Zahl an Brüdern, haben sich die Mönche dazu entschlossen, das Stift zu verkaufen und auf den Georgenberg zu ziehen.
Felsenkloster St. Georgenberg
Mit dem Bus fuhren wir am Sonntagmorgen von St. Ottilien nach Tirol in Österreich. An einem Parkplatz unterhalb des Klosters begann der einstündige Fußmarsch auf den Berg. Zum Glück hörte der Regen im Lauf der Wanderung auf, sodass alle relativ trocken oben ankamen. Dort fand dann ein Mittagsgebet in der Kirche statt, gefolgt von einer zünftigen Brotzeit. An jeder freien Ecke des Klosters waren Tische gedeckt, und die Brüder und Mitarbeitenden der kleinen Gemeinschaft haben keine Mühen gescheut, die Gäste zu bewirten. Nach dem Mittagessen gab es drei Führungen in verschiedenen Sprachen – Englisch, Deutsch und Swahili, der Landessprache in Tansania (immerhin kommen über 50 % der Mönche unserer Kongregation aus Afrika). Um 15.00 Uhr fand dann der offizielle Eröffnungsgottesdienst des 22. Generalkapitels statt. Berührend war für mich vor allem, dass Abtpräses Jeremias in seiner Predigt der Verstorbenen der vergangenen Jahre gedachte – viele waren Teilnehmer an früheren Kapiteln gewesen, und einige kannte ich persönlich. Viele Erinnerungen kamen hoch. Ebenso konnte jeder Teilnehmer in Stille eine Kerze nach vorne bringen und vor den Altar stellen – in den Anliegen, die jeder persönlich in diesen Tagen hat.
Die Fahne der Missionsbenediktiner wird feierlich übergeben.
Am Ende des Tages stand dann noch ein besonderes Event: Die Fahne der Missionsbenediktiner, die eigens für das Kapitel gehisst worden war, wurde feierlich eingerollt und dem Erzabt von St. Ottilien, der Gastgeber des Generalkapitels ist, übergeben. Für die nächsten zwei Wochen wird sie einen Platz in der Erzabtei finden.
Morgen beginnen dann die Beratungen des Kapitels – und meine Arbeit als Übersetzer.
P. Maurus Runge OSB
https://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2022/09/Eroeffnungsmesse-GK.jpg9601280Bruder Maurushttps://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2019/12/abtei_logo_weiss_Homepage.pngBruder Maurus2022-09-18 21:36:492022-09-18 21:36:49Kapitelstagebuch: Eröffnung des Generalkapitels
Vom 17. bis zum 29. September 2022 findet in St. Ottilien das Generalkapitel der Missionsbenediktiner statt. Es ist die höchste gesetzgebende Versammlung der Kongregation von St. Ottilien, und alle vier Jahre versammeln sich Delegierte aus den verschiedenen Klöstern, um über wichtige Fragen zu beraten, welche die Sendung der Missionsbenediktiner betreffen. Das letzte Kapitel fand schon 2016 statt – nun sind also mittlerweile sechs Jahre vergangen, denn das Kapitel, das eigentlich 2020 stattfinden sollte, wurde zweimal wegen der Corona-Pandemie verschoben.
Warum Kapitel? Als „Kapitel“ wird in einer benediktinischen Gemeinschaft die Zusammenkunft aller Mönche mit Feierlicher Profess bezeichnet, die gemeinsam Entscheidungen treffen können. Auf Kongregationsebene setzt sich das Generalkapitel aus den Höheren Oberen der einzelnen Klöster, je einem Delegierten, der von den einzelnen Gemeinschaften (den „Kapiteln“) gewählt wird und den Offizialen (Entscheidungsträgern) der Kongregation (Abtpräses, Kongregationssekretär, Kongregationsprokurator, Kongregationsrat) zusammen. Daneben gibt es viele, die für einen reibungslosen Ablauf dieser Tage verantwortlich sind: Sekretäre, Protokollanten, Übersetzer (die offizielle Sprache der Kongregation ist Englisch), Moderatoren, … Alle Teilnehmer zusammen spiegeln etwas von der Vielfalt und Buntheit der Kongregation wider.
Aus unserem Kloster nehmen vier Mitbrüder am Generalkapitel teil: Abt Aloysius als Oberer unserer Gemeinschaft, Bruder Antonius als gewählter Vertreter, P. Cosmas als Moderator und Mitglied der vorbereitenden Kapitelskommission und P. Maurus als Übersetzer, der auch diese Zeilen schreibt. In den folgenden Tagen möchte ich Sie gedanklich mitnehmen nach St. Ottilien und in einem „Kapitelstagebuch“ etwas von meinen Eindrücken vom Generalkapitel berichten. Viel wird ja derzeit in unserer Kirche von Synodalität geredet, von gemeinsamen Entscheidungsprozessen. Von den Orden kann die Kirche da vieles lernen, denn hier wird Synodalität in den verschiedenen Räten und Entscheidungsgremien schon lange selbstverständlich gelebt.
Gerne können Sie Ihre Fragen und Anmerkungen in die Kommentare schreiben; ich werde versuchen, in den nächsten Tagen darauf einzugehen. Die Koffer sind gepackt – morgen geht die Reise nach St. Ottilien los.
Am 11. Oktober 1962 jährt sich der 60. Jahrestag der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils. Es sollte, wie es der selige Papst Johannes XXIII. ausgedrückt hat, dem „aggiornamento“ der Kirche dienen, ihrer „Verheutigung“ – die Kirche sollte im 20. Jahrhundert ankommen. Auf dem II. Vatikanischen Konzil wurde die Kirche zum ersten Mal als Weltkirche erfahrbar, und so hatte es Auswirkungen nicht nur auf unsere Gemeinschaft in Königsmünster, sondern auch auf die weltweit vertretene Kongregation der Missionsbenediktiner. Gerade im Bereich der Liturgie gab es teils hitzige Diskussionen, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind.
Gerade ist unter großer medialer Anteilnahme die vierte Vollversammlung des Synodalen Weges der Kirche in Deutschland zu Ende gegangen. Auch hier gab es teils heftige Diskussionen und einen handfesten Eklat, als ein Grundlagentext zur Sexualmoral der Kirche, der die Vielfalt der Lebensformen positiv würdigt, die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit der Bischöfe verfehlte. Auch auf dem Synodalen Weg geht es um die Frage eines „aggiornamento“ der Kirche in die heutige Zeit, vor allem hinsichtlich der Krise, die durch sexualisierte Gewalt im Raum der Kirche entstanden ist und die mitbedingt ist durch systemische Ursachen wie Machtmissbrauch, eine veraltete Sexualmoral oder ein männerbündisches, geschlossenes System. Vielleicht kann ein Blick in die Geschichte des II. Vatikanischen Konzils den Blick weiten für das, was Synodalität heute bedeuten kann. In unserem aktuellen „Gruß“ schauen wir zurück auf die konkreten Auswirkungen des Konzils auf unsere Gemeinschaft und Kongregation. Möge er einen Beitrag leisten zum notwendigen „Aggiornamento“ heute!
https://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2022/09/koemue-gruss-3-2022-titel.jpg10241075Bruder Maurushttps://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2019/12/abtei_logo_weiss_Homepage.pngBruder Maurus2022-09-12 13:44:262022-09-12 13:44:26Liturgie auf dem Weg – Gruß aus Königsmünster 3-2022
In dieser Woche sind mehrere junge Mitbrüder aus den europäischen Klöstern der Kongregation von St. Ottilien bei uns zu Gast. Vom 5. bis zum 10. September 2022 findet in unserem Kloster die Werkwoche aller Novizen und Zeitlichen Professen der europäischen Klöster der Missionsbenediktiner statt, zu der Mitbrüder aus St. Ottilien, Münsterschwarzach und Uznach (Schweiz) angereist sind. Ebenso ist Bruder Arsanius aus unserem Kloster in Ägypten in dieser Woche bei uns, der zur Zeit an der Hochschule der Benediktiner Sant’Anselmo in Rom studiert.
Der thematische Teil der Werkwoche steht unter der Überschrift „Kampf und Kontemplation“ und beleuchtet die Spannung zwischen dem Leben im Kloster und den missionarischen Aktivitäten, die sich durch die Geschichte der Missionsbenediktiner von Beginn an zieht. Dazu steht neben Impulsen aus der Benediktsregel auch ein Besuch unserer Karateschule auf dem Programm. Die Werkwoche dinet aber vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen der Mitbrüder und der Stärkung auf dem gemeinsamen Weg. So steht auch ein Ausflug zum Museum Kloster Dalheim und zur Wewelsburg auf dem Programm. An einem „Klostertag“ sind die Mitbrüder einen Tag lang bei allen Gebets- und Mahlzeiten in der Klostergemeinschaft, ebenso gibt es eine „Rekreation“, ein gemütliches Beisammensein, zu dem auch die Mönche der gastgebenden Abtei eingeladen sind.
Wir wünschen den Novizen und Zeitlichen Professen eine gute Zeit bei uns und Gottes Segen für ihren weiteren Weg!
https://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2022/09/20220907_184814kl.jpg9601280Bruder Maurushttps://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2019/12/abtei_logo_weiss_Homepage.pngBruder Maurus2022-09-08 10:47:252022-09-08 10:47:25Junioratswerkwoche in Königsmünster
Nach dem Festakt am Samstag, 13.08.2022, ging es am Sonntag, 14.08., mit dem Festhochamt anlässlich des Jubiläums der Gästehäuser weiter. Abt Aloysius begrüßte am Anfang des Gottesdienstes den Festprediger, Pfarrer Stefan Schröder. Der Propst von Arnsberg war lange Jahre als Leiter der Jugendbildungsstätte Hardehausen tätig und war in dieser Funktion unseren Gästehäusern verbunden. An diesem Tag suchte Pfarrer Schröder besondere Lesungen aus, die Berufungsgeschichte des Propheten Samuel und die Verklärungserzählung auf dem Berg Tabor. Ausgehend von der Berufung des jungen Samuel deutete er die Arbeit in der Oase als ein Wecken junger Menschen für ihre Berufung, aber auch als ein Wecken der Mönche durch die Gäste. Es sei gerade in dieser Zeit wichtig, auch auf die jungen Menschen zu hören, so wie der hl. Benedikt in seiner Regel gerade die Jüngeren in die Beratung einbezieht. So wie der Priester Eli Samuel bei seiner Berufung begleitet hat, so gebe es im Haus der Stille viele „Elis“, die Menschen bei ihrer Suche begleiten.
Festprediger Stefan Schröder
Im Anschluss an den Gottesdienst bestand wieder die Möglichkeit, mit den Mönchen ins Gespräch zu kommen und die Gästehäuser zu erkunden. In der Oase gab es Traumreisen und Taizé-Gebete als Angebot, und die Gäste konnten sich über die pädagogische Arbeit in unserem Jugendgästehaus informieren. Im Haus der Stille konnten sich zur vollen Stunde die Menschen durch das Haus führen lassen und die besondere Architektur des Hauses erleben.
Geschwisterliche Begegnung
Das Jubiläumswochenende endete mit einem besonderen Konzert, das die Mönche gemeinsam mit dem Spirituellen Sommer Südwestfalen ausrichteten. Das AVRAM-Quartett mit den Ensemblemitgliedern Murat Çakmaz (Ney-Flöten), Peter Ehm (Klarinetten), Markus Wienstroer (Gitarre) und Konstantin Wienstroer (Kontrabass) war zu Gast, das auf virtuose Weise Weltmusik mit Einflüssen aus Jazz und Klassik verbindet. Leider musste die Sängerin Shirin Partowi kurzfristig absagen, doch das machte das Quartett durch ein urzfristig geändertes Programm und eine humorvolle Moderation wieder wett. So schufen sie Klangbrücken zwischen Himmel und Erde und begeisterten das Publikum mit Stücken aus jüdischer, christlicher und islamischer Tradition.
AVRAM-Quartett
https://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2022/08/20220814_190413.jpg9601280Bruder Maurushttps://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2019/12/abtei_logo_weiss_Homepage.pngBruder Maurus2022-08-15 09:19:332022-08-15 09:19:33Wo Himmel und Erde sich berühren…
Festakt zum Jubiläum von Oase und Haus der Stille am 13. August 2022 in der Abteikirche
„Da wo ein Brunnen fließt und wo uns ein Feuer wärmt, … da ist es, wo der Dornbusch brennt, wo unsere Wüste lebt.“ Dieses Lied von P. Michael Hermes OSB (+2014) wurde am Pfingstmontag 1981 bei der Einweihung der Oase gesungen. Es stand auch am Beginn des Festaktes zum Jubiläum unserer Gästehäuser Oase (40+1) und Haus der Stille (20+1), zu dem sich Ehrengäste aus der Stadt, der Region und dem Erzbistum Paderborn und eine interessierte Öffentlichkeit am Samstag, den 13. August 2022, in der Abteikirche einfanden. Abt Aloysius Althaus nahm in seiner Begrüßung Bezug auf dieses Lied und nannte die Gästehäuser „Brunnen und Quelle, aus denen Vielfältiges hervorgeht und gestaltet wird“. Haus der Stille und Oase seien „Ausrufezeichen, die himmelwärts deuten“ und so Himmel und Erde verbinden. Hier könne jeder so sein, wie er oder sie ist.
Abt Aloysius begrüßt die Anwesenden
Den Festvortrag hielt Altabt Stephan Schröer, der in seiner Amtszeit die Konzeption und Planung beider Häuser vorangetrieben und begleitet hat. Sein Vortrag lotete die Spannung von Rückblick und Aufbruch aus. Gäste seien das Wertvollste, das einem Kloster geschenkt werden kann – hier liege der innerste Auftrag für den Bau der Gästehäuser. Sie tragen die Handschrift zweier Architekten: Hans Schilling, der erst die Abteikirche und später die Oase plante, und Peter Kulka, der schon in die Planungen der Oase eingebunden war und später den Klosterneubau und das Haus der Stille entwickelte. Während der gesamten Bauphase haben sie konstruktiv mit dem Konvent der Abtei zusammengearbeitet, obwohl es „nicht immer leicht ist, mit Mönchen zu bauen“, wie Abt Stephan augenzwinkernd bemerkte. So konnte die Oase Pfingsten 1981 durch den damaligen Erzbischof von Paderborn, Johannes Joachim Degenhardt, eingeweiht werden, der einige Jahre zuvor der jungen Gemeinschaft von Königsmünster den Bau eines Jugendgästehauses nahelegte. Abt Stephan zitierte aus der Predigt des Erzbischofs zur Einweihung, die auch heute noch aktuell sei: Oasen seien nicht einfach da, sie werden gebaut. Sie seien Orte des Durchzugs, des Empfangs, aber auch des Abschieds. Vor allem seien Oasen Orte der Begegnung, und „Gastfreundschaft lässt aus Fremden Freunde werden“. Gerade die Offenheit und Hilfe der jungen Menschen hätten gutgetan, so Abt Stephan, wie auch die „selbstverständliche Gemeinsamkeit zwischen den Konfessionen“. Der Ausruf des Erzbischofs an die versammelten Menschen gelte noch heute: „Seid Miterbauer der Oase, lasst die Mönche von Königsmünster nicht allein!“
Altabt Stephan beim Festvortrag
Das Haus der Stille, das 2001 eingeweiht wurde, sei eine wichtige Ergänzung zur Oase, „ein Ort, der zur Stille einlädt und anleitet“ mit einer „Architektur, die Stille schenken kann“. Viel davon sei in einem weiteren Lied von P. Michael Hermes ausgedrückt: „Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden!“
Beide Häuser lebten von den Menschen, die dort in großer Treue ihren Dienst taten und tun. Es würde den Rahmen dieses Vortrags sprengen, sie alle aufzuzählen, so Abt Stephan weiter, aber einen möchte er doch erwähnen: unseren 2017 verstorbenen Bruder Silvanus Steinrücken, der in großer Verlässlichkeit, einem ausgeprägten Ordnungssinn und in jahrelanger Treue im Empfang und der Verwaltung der Oase gearbeitet habe. Abt Stephan beendete seine Rede mit dem Appell, die Türen immer wieder weit zu öffnen, wie es an diesem Wochenende beim „Tag der offenen Türen“ geschehe, gerade dann, wenn es in unserer Gesellschaft und in der Kirche eng und stickig zu werden drohe. Die Kirche der Zukunft werde eine Kirche der Oasen sein.
Br. Benjamin Altemeier, der Leiter des Gastbereiches, leitete zu einigen Grußworten über. Prälat Thomas Dornseifer, der Leiter des Fachbereiches Pastorales Personal, und Bernhard Leifeld, der Leiter der Abteilung Jugend/Junge Erwachsene, vertraten das Erzbistum Paderborn. „Wo Himmel und Erde sich berühren, da kann es ganz still werden, da erleben Menschen eine persönliche Begegnung mit ihrem Gott“, da kann es „aber auch ganz lebendig werden wie an Pfingsten“ – dafür sei Raum in beiden Gästehäusern, in der „Oase, wo Menschen sich gerne aufhalten“ und im „Haus der Stille, wo nackter Beton eine Rose auf dem Schreibtisch trifft“. „Fürchtet euch nicht, das zu tun, was unmöglich ist“ – dazu ermutigten uns die Vertreter des Erzbistums. Dankbar sind wir unserem Erzbistum für die wohlwollende finanzielle und ideelle Unterstützung seit Bestehen der Gästehäuser.
Christoph Weber, Bürgermeister der Kreis- und Hochschulstadt Meschede, würdigte den Mut der Mönche, das Kloster nach dem Krieg auf eine zeitgemäße Weise weiterzuentwickeln. Königsmünster mit seinen Gästehäusern sei aus dem Stadtbild von Meschede nicht mehr wegzudenken; wenn er Menschen aus ganz Deutschland von Meschede erzähle, sei oft das erste, was ihnen einfiele, die Abtei.
Christoph Weber, Bürgermeister der Stadt Meschede
Frau Marie-Theres Schennen, stellvertretende Landrätin des Hochsauerlandkreises, betonte die Wichtigkeit der Abtei als Wirtschaftsfaktor für die Region. Gerade in den Gästehäusern würden den Menschen Werte und sog. soft skills vermittelt, die im Arbeitsleben immer wichtiger würden. Es sei gut zu sehen, dass nach der Corona-Zwangspause nun in der Abtei wieder durchgestartet werden könne, wie sich schon im Abteisommer gezeigt hat.
Johannes Huxol, Vorstandsmitglied bei der Neheimer Firma Trilux und im Beirat der Jungen Akademie engagiert, würdigte das in Deutschland einmalige Angebot der Jungen Akademie der Oase, wo Jugendliche einen Platz fänden, sich zu hinterfragen und Talente zu entdecken. Hier gebe es eine Kraftoase für Wirtschaft und Industrie, die den jungen Menschen bei ihrer Sinnsuche helfe.
Am Ende stellte Herr Eberhard Henke, der als Architekt die Sanierung der Oase begleitet, in aller Kürze den Stand der Planungen vor. Nach über 40 Jahren mit mehreren tausend Übernachtungsgästen sei eine Renovierung überfällig. So soll es neue Zimmergrößen mit eigenen Sanitärbereichen geben, der Eingangsbereich mit Automatik-Schiebetüren transparenter werden und zu einem zentralen Infopoint umgebaut werden. Ein wichtiger Aspekt sei auch die Sanierung unter energetischen Gesichtspunkten: So soll es eine ergänzende Dämmung der Dachflächen und eine energiesparende Beleuchtung geben. All das ist in einer Umbauzeit von 14 Monaten bei laufendem (Teil-)Betrieb geplant – ein ambitioniertes Unterfangen, bei dem wir auf die Unterstützung unserer Förderinnen und Förderer und der mit uns verbundenen Menschen angewiesen sind.
Musikalische Begleitung durch P. Erasmus (Gesang) und P. Vincent (Orgel)
Musikalisch wurde der Festakt begleitet von P. Erasmus Kulke (Gesang) und mehreren Orgelimprovisationen von P. Vincent Grunwald. An das Ende des Festaktes schloss sich der erste Teil des Tages der offenen Türen an, bei dem die Gäste sich die Häuser vor Ort anschauen und mit den Mönchen und Mitarbeitenden ins Gespräch kommen konnten. Der Samstag endete um 18.00 Uhr mit einem meditativen Gottesdienst, bei dem die Abteikirche mit Licht und Klang erlebt werden konnte. Br. Benedikt Müller und einige Teamer der Oase deuteten Symbole wie Treppe, Brunnen, Farbkasten, Werkstatt und Feuer und bezogen sie auf die Oase. Dazwischen wurde internationale Musik gespielt, die auch bei Besinnungstagen zum Einsatz kommt.
„licht und Klang“ in der Abteikirche
Am Sonntag, den 14. August 2022, laden wir um 9.30 Uhr zum Festhochamt mit Predigt von Propst Stefan Schröder, dem früheren Leiter der Jugendbildungsstätte Hardehausen, ein. Anschließend geht es mit dem Tag der offenen Türen weiter, der um 19.00 Uhr mit dem Konzert des AVRAM-Quartetts endet, das wir in Kooperation mit dem Spirituellen Sommer Südwestfalen durchführen. Sie sind herzlich eingeladen!
https://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2022/08/20220813_113505.jpg9601280Bruder Maurushttps://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2019/12/abtei_logo_weiss_Homepage.pngBruder Maurus2022-08-13 16:52:082022-08-14 16:33:16„Wo nackter Beton eine Rose trifft…“
Einmal im Jahr ist es guter Brauch bei uns, all unseren Mitarbeitenden mit einem besonderen Fest für ihre Arbeit zu danken, die oft über das gewöhnliche Maß hinausgeht. So haben wir uns am Freitag, den 12. August 2022, zum Fest unserer Mitarbeitenden auf dem Klosterberg zusammengefunden, das den Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten unserer Gästehäuser markierte.
Den Anfang machte die Vesper in der Abteikirche. Unser Haustechniker, Herr Paul Neufeld, hielt im Rahmen der Vesper einen bewegenden Impuls, in dem er uns ein persönliches Glaubenszeugnis gab und uns ermutigte, im Alltag unsere Christusbeziehung zu leben. Nach der Vesper dankte Abt Aloysius all unseren Mitarbeitenden ausdrücklich für ihren Dienst, ohne den der Klosterberg nicht das wäre, was er ist.
Paul Neufeld bei seinem Impuls
Nach der Vesper ging das Fest mit einem gemütlichen Tagesausklang auf dem Kirchplatz weiter. Damit keiner der Mitarbeitenden an diesem Tag arbeiten musste, haben die Mönche alle Dienste beim Auf- und Abbau und dem Getränkeausschank übernommen; für das leibliche Wohl sorgte ein Bus der Olsberger Firma „Innefritten“, die mit außergewöhnlichen Kreationen zum Gelingen des Abends beitrugen. So gestärkt kann es am Wochenende mit dem Tag der offenen Türen gut weitergehen.
Der Frittenbus war gut besucht
https://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2022/08/20220812_171644.jpg9601280Bruder Maurushttps://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2019/12/abtei_logo_weiss_Homepage.pngBruder Maurus2022-08-12 22:46:302022-08-12 22:46:30Fest der Mitarbeitenden
Als Gemeinschaft von Königsmünster sind wir in besonderer Weise der Ökumene zwischen den christlichen Konfessionen verpflichtet. So war es eine besondere Freude für uns, dass wir in den letzten Tagen zwei wichtige ökumenische Begegnungen hatten.
Am Freitag, den 5. August 2022, war der neue Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Soest-Arnsberg, Dr. Manuel Schilling, mit seiner Frau bei uns zu Gast. Er wurde am 1. Juni 2020 von der Kreissynode gewählt und ist damit der leitende Geistliche des Kirchenkreises. Wir konnten das Ehepaar zum Abendessen bei uns begrüßen. Daran schloss sich eine Gesprächsrunde mit unserer Gemeinschaft an. Im diesjährigen Jahresbericht hat Dr. Schilling einen Bericht über für ihn wichtige Kirch-Orte geschrieben.
Eine weitere ökumenische Begegnung fand am 6. und 7. August statt. An diesen Tagen war das Seniorat der Abtei Königsmünster zu einem Klausurwochenende zu Gast bei der evangelischen Schwesternkommunität auf dem Zionsberg bei Scherfede. Dieser geistliche Ort und die geschwisterliche Gastfreundschaft waren ein sehr inspirierender Ort für dieser Tage.
Klausurtagung des Seniorates bei den Schwestern in Scherfede
Zur letzten Veranstaltung der diesjährigen Sommererlebnisabende kamen ca. 130 Gäste in das Forum der Abtei. Zu Beginn führte Pater Werner sehr informativ in die Geschichte der Herstellung und Verbreitung der Schokolade ein. Anschließend weihte unser Konditor und Chocolatier Ron Knape die Zuschauer sehr unterhaltsam und anschaulich in die geschmackliche Vielfalt der Schokolade und die Kunst der Schokoladenherstellung hier im Kloster ein und machte gehörig Appetit auf die Schokoladenspezialitäten. Natürlich konnten diese auch ausführlich probiert werden. Kurzum: Ein sehr gelungener und geschmackvoller Abend und Abschluss der Veranstaltungsreihe.
Freuen durfte sich auch Bruder Benjamin, der Leiter des Gastbereichs: Für die Renovierung der Oase wurde sehr großzügig gespendet. Insgesamt 710€ wurden Ihm gleich am nächsten Tag von Ron Knape persönlich überreicht.
https://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2022/08/WhatsApp-Image-2022-08-03-at-00.18.49.jpeg16001200Sven Rehbeinhttps://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2019/12/abtei_logo_weiss_Homepage.pngSven Rehbein2022-08-04 15:27:082022-08-04 15:27:08Schmecken – Das Finale der Sommererlebnisabende
Mittlerweile sind wir schon in der dritten Woche der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen, und das bedeutet auch Halbzeit des diesjährigen AbteiSommers. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen und von den ersten Veranstaltungen zu berichten. Dankbar sind wir, dass nach zwei ruhigen Jahren wieder viele Menschen den Weg auf den Klosterberg finden: an den ersten drei Sommererlebnisabenden, die dienstags um 20.00 Uhr stattfinden, nahmen jeweils ca. 100 interessierte Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung teil. Auch die Samstagsangebote der Klosterführungen mit Einkehr in der AbteiGaststätte und Schnuppern beim Trödelmarkt werden gerne angenommen.
BRENNEN – ein Abend in der Schmiede
Nachdem am 28. Juni das Vokalensemble „Sei Colori“ mit Hanno Kreft den AbteiSommer eröffnet und das Publikum mit sommerlichen Klängen in der Abteikirche verzaubert hat, fand am 5. Juli ein besonderer Feuer-Abend in der Abteischmiede statt. P. Abraham und sein Team öffneten ihre Türen und zeigten ihre Kunst am Schmiedefeuer. P. Abraham gab Interessierten einen Einblick in seine Ideenwerkstatt. Es wurde an diesem Abend deutlich, dass das gesamte Team der Schmiede wirklich für ihre Arbeit „brennt“.
Am 12. Juli gestaltete unsere Choralschola einen Abend mit gregorianischen Gesängen in der Abteikirche. Anhand ausgewählter Psalmen und Stücke führte sie uns durch das Kirchenjahr. Br. Karl-Leo und P. Erasmus erläuterten die Bedeutung der einzelnen Lieder. So beschrieb Bruder Karl-Leo Heller aus der Cella St. Benedikt die gregorianischen Gesänge im Laufe des Kirchenjahres als einen Gebetsweg, auf dem es immer Neues zu entdecken gebe. Exemplarisch beschrieb P. Erasmus Kulke, Erster Kantor der Abtei, die Fastenzeit als Gottes liebendes Werben um unsere Liebe, das in den speziellen Gesängen dieser Zeit zum Ausdruck komme. Höhepunkt war die Begleitung durch das Psalterion bei einzelnen Psalmen.
BETEN – ein Abend mit gregorianischen Gesängen
Die Abende endeten jeweils mit Wein und Brot, sodass Gäste und Mönche miteinander ins Gespräch kommen konnten. Am nächsten Dienstag, den 19. Juli, wird P. Ralph Greis OSB aus der Abtei Gerleve die Orgel unserer Abteikirche in den Mittelpunkt stellen. Die Themen und Termine der nächsten Veranstaltungen finden Sie auf unserer Website.
Abschluss bei Wein und Brot
https://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2022/07/20220712_211057.jpg9601280Bruder Maurushttps://koenigsmuenster.de/wp-content/uploads/2019/12/abtei_logo_weiss_Homepage.pngBruder Maurus2022-07-13 08:41:142022-07-13 08:41:14Sommererlebnisabende im AbteiSommer