Die Abtei Königsmünster lädt am Wochenende nach Fronleichnam zu einem Bücher- und Trödelmarkt im Bereich des AbteiForum ein. Am Samstag, 18. Juni, von 9 bis 17 Uhr und Sonntag, 19. Juni, von 11 bis 17 Uhr sind Sie eingeladen, nach Herzenslust zu stöbern und das ein oder andere Schnäppchen zu machen. Vielleicht entdecken Sie ja einige interessante Bücher für die anstehende Ferienzeit. Und natürlich ist auch die AbteiGaststätte geöffnet, wo Sie sich leiblich stärken können.

Der Erlös des Trödelmarkts wird für die Ukrainehilfe der Abtei und für die Schule der Abtei Agbang in Togo verwendet. Die Abtei Agbang ist 1985 gegründet worden und unterhält drei Schulen: eine Grundschule, eine Sekundarschule und die sog. „high school“, die auf das Studium an einer Universität vorbereitet. Die Mönche möchten auch ärmeren Kindern eine solide Schulbildung ermöglichen und nehmen kein hohes Schulgeld. Daher sind sie auf Unterstützung angewiesen.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges vor drei Monaten sind die Mönche der Abtei Königsmünster auf vielfältige Weise in der Ukrainehilfe engagiert. Zwei geflüchtete Familien werden von den Mönchen begleitet, und ukrainische Kinder nehmen am Unterricht im Gymnasium der Benediktiner teil.

Wir laden Sie am Wochenende nach Fronleichnam herzlich zum Bücher- und Trödelmarkt sein. Damit können Sie auch einen Beitrag zur Unterstützung der erwähnten Projekte leisten. Herzlich willkommen!

Am Nachmittag des 10. Mai 2022 stand das AbteiForum ganz im Zeichen der Ukraine. Ca. 60 aus der Ukraine geflüchtete Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, die im Großraum Meschede Unterkunft gefunden haben, waren zu Kaffee und Kuchen in das AbteiForum eingeladen. Das Treffen, zu dem auch die Stadt Meschede über ihre Kanäle eingeladen hatte, diente vor allem als Anlaufpunkt für Menschen aus der Ukraine, um sich miteinander zu vernetzen und wichtige Informationen in ihrer Muttersprache  auszutauschen. Bei strahlendem Sonnenschein konnten die Kinder auf dem Pausenhof und Sportplatz des Gymnasiums spielen. So hat sich das Begegnungstreffen in die vielen weiteren Initiativen derehrenamtlichen Helferinnen und Helfer eingereiht, die sich in den letzten Monaten um eine gute Willkommenskultur in unserer Stadt bemüht haben.
Wir freuen uns, dass wir die Räumlichkeiten unseres AbteiForums auf diese Weise zur Verfügung stellen konnten – sicher nicht zum letzten Mal.

Am 7. Mai 2022 wandelte eine Gruppe unseres Konventes auf den Spuren der Prämonstratenser in unserer Region. Zunächst machten wir uns auf zum Museum Schloss Cappenberg nach Selm ins südliche Münsterland. Das 1122 von Graf Gottfried gegründete erste Prämonstratenserstift im deutschsprachigen Bereich wurde 1816 von Freiherr Karl vom und zum Stein erworben und als Alterssitz genutzt. Nach einer Führung durch das Museum und die Kirche, die bis heute von den Prämonstratensern betreut wird, stärkten wir uns bei wunderbarem Frühlingswetter mit einem Picknick.

Chorgestühl in Cappenberg

Anschließend besuchten wir die ehemaligen Klöster in Oelinghausen und Rumbeck, bevor es zum Stift Wedinghausen, der heutigen Propsteikirche in Arnsberg, ging, wo wir u.a. einen exklusiven Überblick zum Stand der derzeitigen Ausgrabungsarbeiten bekamen. Der Höhepunkt im wahrsten Sinn des Wortes war der Aufstieg in das Dachgewölbe der Kirche. Nach so viel Wissenserwerb konnten wir uns beim Grillen im Propsteigarten stärken und den Tag ausklingen lassen. Auch ein kurzer Regenschauer konnte die Stimmung nicht trüben.

Über den Dächern von Wedinghausen

Bedanken möchten wir uns herzlich bei allen, die zum Gelingen des Tages beigetragen und uns an den verschiedenen Orten geführt haben: Dr. Funke und P. Joachim Hagel OPraem für die Führung in Cappenberg, Herrn Dr. Bertzen vom Freundeskreis Oelinghausen e.V., Herrn Niemand für die Führung und das grandiose Orgelspiel in Rumbeck und Frau Dr. Heine-Hippler, die auch bei der Sanierung unserer Abteikirche engagiert ist, für die kompetente Einführung in die archäologischen Ausgrabungen in Wedinghausen. Nicht zuletzt geht ein Dank an P. Werner und P. Paulus für die Bewirtung in der Propstei.

von Br. Justus Niehaus OSB

 

Liebe Schwestern und Brüder,

ich finde es jedes Jahr wieder berührend den Introitus also den Eingangsgesang von Ostern zu singen. Er ist für mich eine gute Möglichkeit Auferstehung zu deuten. Es ist dieses intime Gespräch des Sohnes mit dem Vater, der den Introitus so besonders macht. Es ist kein Triumphgesang mit Pauken und Trompeten, sondern es ist die Begegnung des Sohnes, der vom Vater gerettet, ja aufgefangen wurde.

Ich bin auferstanden und bin immer bei dir. Halleluja.

Du hast deine Hand auf mich gelegt. Halleluja.

Wie wunderbar wurde dein Wissen um mich.

Jesus ist Gott, aber er ist auch Mensch. Er hat Todesangst gehabt. Er musste den Tod am Kreuz sterben. Er musste sich fallen lassen am Kreuz, in den Tod hinein. Sich fallen lassen in diesen grausamen Erstickungstod. Er musste dies als Mensch, mit diesem letzten Zweifel, der den Glauben vom Wissen trennt, tun. Ohne Netz und doppelten Boden sich fallen lassen allein im Vertrauen, dass der Vater seinen Sohn nicht allein lässt.

Diesen intimen Moment des Sohnes mit dem Vater – die Erleichterung, das nicht enttäuschte Vertrauen in den Vater, wird uns am Anfang dieses Gottesdienstes vor Augen geführt. Kein Triumph und Herrlichkeit sondern Berührung und Liebe. Dieser Glaube und das Vertrauen des Menschen Jesu zu seinem Vater.

Ein Zweiter Mensch, der mich jedes Jahr berührt ist Maria Magdalena, diese Apostolin der Apostel. Sie läuft zum Grab und sieht, der Stein ist weg. Sie läuft zurück um Hilfe zu holen. Mit den zwei Jüngern kehrt sie verunsichert wieder. Doch sie lassen sie alleine am Grab zurück. Erst als sie alleine zur Ruhe kommt spricht Jesus sie an. Und auch dann muss sie sich ganz zu ihm wenden um ihn zu erkennen. Welches Gefühlschaos in ihr geherrscht haben muss. Erst der Tod, dann die vermeindliche Grabschändung und dann die Erkenntnis: Er lebt.

Dieses Gefühlschaos kann ich in der heutigen Zeit gut nachvollziehen. Erst über zwei Jahre Pandemie, in der wir alle nur mühsam tastend die nächsten Schritte gemacht haben, immer in der Angst sich und Andere anzustecken. Aber auch immer die Hoffnung, dass es Schritte zur Normalität gibt. Vorsichtige Schritte zu Normalisierung des Lebens künden sich an.

Dann geschieht Ende Februar, das Unfassbare, welches wir eigentlich überwunden zu haben glaubten. Ein Staat in Europa greift einen anderen Staat mit Waffengewalt an. Krieg in Europa. Wieder ein Rückschlag, Ohnmacht und Sorgen. Helfen wollen und gleichzeitig nicht in einen Krieg hineingezogen werden wollen.

Die Jüngerinnen und Jünger damals hätten sich auch lieber einen Messias gewünscht, der mit Macht kommt. Als triumphaler Held, der das jüdische Volk von seinen römischen Besatzern befreit und in Jerusalem einzieht. Aber so kommt Gott nicht in diese Welt.

Er kommt ganz leise. Er kommt nur zu denen, die an ihn glauben. Er kommt, wenn sie nicht damit rechnen. Er kommt, wenn sie zusammensitzen und die Türen verschlossen sind. Er bleibt nicht weg. Dies im Einzelnen zu deuten überlasse ich in den nächsten 50 Tagen meinen Brüdern.

Ein Wort des auferstandenen Christus an seine Jünger taucht dabei aber immer wieder auf. Es ist auf der diesjährigen Osterkerze: Friede sei mit euch! Wir bekommen vom Auferstandenen den Frieden zugesprochen, den wir nicht nur in Europa, gerade mehr als dringend brauchen.

Das jüdische Schalom meint aber mehr als Frieden. Es meint zunächst Unversehrtheit und Heil. Doch es ist nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück gemeint, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, Frieden und Ruhe. Im Alten Testament wird Schalom als „Zustand, der keine unerfüllten Wünsche offen lässt“ beschrieben.

Oder um es mit dem jüdischen Gelehrten Montefiori zu sagen:

„… der Friede, der allein versöhnt und stärkt, der uns beruhigt und unser Gesichtsbild aufhellt, uns von Unrast und von der Knechtung durch unbefriedigte Gelüste frei macht, uns das Bewusstsein des Erreichten gibt, das Bewusstsein der Dauer, inmitten unserer eigenen Vergänglichkeit und der aller Äußerlichkeiten.“

Dies alles zu begreifen und damit an die Öffentlichkeit zu gehen, dauert für die Jüngerinnen und Jünger 50 Tage. Es braucht Zeit dies alles zu Verstehen und zu Verinnerlichen.

Haben wir das Vertrauen, dass Jesus in seinen Vater gesetzt hat.

Haben wir die Offenheit, von der Pater Matthias heute Nacht gesprochen hat, um Christus zu erkennen, wenn er uns begegnen will.

Lassen wir uns diesen Frieden Gottes in dieser Osterzeit immer wieder zusprechen, damit er in uns wirken kann. Damit er durch uns in diese Welt kommen kann. Damit auch wir Pfingsten davon erzählen können.

Schalom Alechem!

Friede sei mit euch!

Wir freuen uns, nach zwei „stillen“ Jahren an den Kar- und Ostertagen wieder Gäste bei uns zu haben, die mit uns diese besonderen Tage verbringen. Alle Gottesdienste sind wieder frei zugänglich, Sie brauchen sich nicht vorher anzumelden. Es gelten keine Abstandsregeln mehr in der Kirche, einzig bitten wir Sie darum, bei den Gottesdiensten weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Liturgien sind sehr lang, und wir dürfen auch wieder gemeinsam singen, und so können wir uns gegenseitig gut schützen. Einen Überblick über die aktualisierten Corona-Regeln finden Sie hier. An allen Gottesdiensten können Sie auch über den Livestream teilnehmen.

Hier eine Übersicht über alle Gebetszeiten des Österlichen Triduum:

Gründonnerstag, 14. April
06.30 Uhr Trauermetten
12.15 Uhr  Mittagshore
17.30 Uhr Abendmahlsgottesdienst
20.30 Uhr Komplet
21.00 Uhr Ölbergstunde

Karfreitag, 15. April
06.30 Uhr Trauermetten
12.15 Uhr Mittagshore
15.00 Uhr Karfreitagsliturgie
19.15 Uhr Komplet

Karsamstag, 16. April
06.30 Uhr Trauermetten
12.15 Uhr Mittagshore
17.00 Uhr Vesper
23.00 Uhr Feier der Osternacht

Ostersonntag, 17. April
10.30 Uhr Festhochamt, anschl. Friedhofsgang
17.45 Uhr Vesper mit eucharistischem Segen
19.40 Uhr Komplet

Wir wünschen Ihnen gesegnete Kar- und Ostertage!

Passend zur Karwoche ist unter dem Titel „Worte zum Kreuz“ im Abteiladen Königsmünster bis zum 25.04.2022 eine Ausstellung zu sehen, die die Klasse 7a des Gymnasiums der Benediktiner mit ihrer Klassenlehrerin Christiane Dorsz gestaltet hat. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben ihr Projekt mit folgenden Worten:

Wie stellst du dir Gott vor? Ist es nicht verboten, sich ein Bild von Gott zu machen? Wer ist das eigentlich – Gott? Mit diesen Fragen beschäftigten wir uns im Religionsunterricht. Wir – das sind die 33 Schülerinnen und Schüler der Klasse 7a.

Auf unsere Fragen suchten wir Antworten in der Kunst. Wir haben dem Moment des „Noch-Nicht“, unmittelbar bevor Gottes Finger Adams Finger berührt, in Michelangelos Ausmalung der Sixtinischen Kapelle nachgespürt… Wir haben uns vorgestellt, wie die Menschen einer kleinen Gemeinde in Oberbayern im 15. Jahrhundert auf die weibliche Darstellung des Hl. Geistes reagiert haben müssen… Wir haben das Scherzhafte in der Darstellung des Paderborner Hasenfensters entdeckt… Wir sind in den Dialog getreten mit der Christusdarstellung des Kreuzes, das in unserer Pausenhalle hängt und von Herrn Mause, Kunstlehrer an unserer Schule, stammt… Wir haben uns auch mit der Frage beschäftigt, inwiefern Promis mit ihren Kreuz-Tattoos eine christliche Botschaft zum Ausdruck bringen.

Danach haben wir uns selber künstlerisch versucht. Zunächst haben wir mit der Kamera unseres Smartphones Längs- und Querbalken innerhalb und außerhalb des Schulgebäudes so fokussiert, dass wir Kreuz-Motive eingefangen haben: Fenster, Türen, Fliesen, Fugen, Decken, Heizkörper, Beleuchtung, Buchstaben auf Hinweisschildern…

Gestützt auf all diese Erfahrungen haben wir unser Projekt begonnen, ein eigenes Kreuz anzufertigen und erklärende Worte dazu zu schreiben. Denn eins haben wir im Unterricht immer wieder gemerkt: Kreuz und Erklärung bilden eine Einheit. So versteht sich auch der Titel des Projekts „Worte zum Kreuz“. Beim Kreuz konnten wir uns überlegen, ob wir das Kreuz mit oder ohne Christusfigur gestalten oder mit einem Symbol statt Christusfigur. Beim Material hatten wir freie Hand.

Wir freuen uns, dass Sie sich Zeit nehmen für unsere Kreuze und die Ideen, die wir damit ausdrücken möchten. Was Sie bewegt, können Sie uns gerne in einer Mail schreiben:

Wir haben die Kreuze nicht mit der Absicht gefertigt, sie zu verkaufen. Vielleicht spricht Sie aber ein Kreuz so sehr an, dass Sie es am Ende der Ausstellung gegen eine Spende erwerben möchten. Die Höhe der Spende bestimmen natürlich Sie. Spenden fließen mit ein in den Erlös, den wir im Rahmen des Sponsorenlaufes an unserer Schule zugunsten der Ukraine-Hilfe nach den Ferien durchführen werden (ein Teil des Betrags wird dem Caritasverband Meschede übergeben, der andere Teil Caritas International für die Nothilfe in der Ukraine).

Wir wünschen Ihnen gesegnete Ostern und allen Menschen Frieden.

Ihre Klasse 7a mit Frau Dorsz als Klassen- und Religionslehrerin

Auch an unserer Klostergemeinschaft geht der Krieg in der Ukraine nicht spurlos vorbei. In den letzten Wochen haben wir überlegt, wie wir den Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Terror sind, helfen können. Im Gespräch mit den zuständigen Behörden sind wir dabei, gute Lösungen zu finden. Zwei Wohnungen, die in unserem Besitz sind, konnten wir reinigen und einrichten, sodass sie schon bald für Geflüchtete zur Verfügung stehen. Wir überlegen auch, unser AbteiForum als Ort der Begegnung der ukrainischen Menschen untereinander anzubieten.
Am Sonntag, den 27. März 2022, hat sich eine erste konkrete Möglichkeit der Begegnung ergeben. Etwa 50 behinderte Kinder und Jugendliche, die mit ihren Betreuern auf der Durchreise waren, waren bei uns zum Abendessen zu Gast. Einige haben in der Oase übernachtet, bevor sie dann in verschiedene Städte und Gemeinden in ganz Deutschland weiterreisen, wo sie eine vorübergehende Zuflucht vor dem Krieg erhalten. Die Geschichten, die sie – mit der Hilfe von Dolmetschern – erzählt haben und das Leid, das ihnen begegnet ist, hat uns alle tief bewegt. Wir beten weiter darum, dass dieser furchtbare Krieg im Herzen Europas schnell ein Ende findet. Möge Gott die Herzen der Menschen zum Frieden bewegen und das Leid der Menschen lindern!

Am Mittwoch, den 23. März 2022, durften wir Herrn Hendrik Grewe, den neuen stellvertretenden Schulleiter am Gymnasium der Benediktiner, zum Mittagessen in unserem Refektorium begrüßen. Nachdem Herr Joachim Deckers die Nachfolge von Herrn Plugge als Schulleiter mit Beginn dieses Schuljahres angetreten hat, war die Stellvertreterstelle vakant. Wir freuen uns, nun mit Herrn Grewe diese wichtige Stelle nun wieder besetzen zu können. Im Folgenden möchten wir ihn vorstellen:

Hendrik Grewe wurde 1978 in Lippstadt geboren und wuchs dort mit drei Schwestern auf. Beide Eltern waren Lehrer. Nach dem Abitur im Juni 1997 an der Marienschule in Lippstadt leistete er seinen Zivildienst beim DRK und machte anschließend eine Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann. Bis zum Beginn seines Studiums der Fächer Anglistik, Katholische Theologie und Sinologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster verbrachte er einige Monate in der Mission seines Onkels in Taiwan.

Nach einem halben Jahr Vertretungslehrertätigkeit am Johanneum in Wadersloh und am Gymnasium in Steinheim begann Herr Grewe im August 2007 seine Tätigkeit am Städtischen Gymnasium Delbrück als Lehrer für Englisch, Katholische Religionslehre und Chinesisch. Dort arbeitete er bis zu seinem Wechsel an das Gymnasium der Benediktiner zum 1. Februar 2022, wirkte am Fahrtenprogramm mit und koordinierte die Jahrgangsstufenfahrten der Mittelstufe. Außerschulisch brachte er sich in den vergangenen acht Jahren als Prüfer in der Bundesjury beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen ein.

Schon seit seiner eigenen Teilnahme an einem Schüleraustausch mit Neuseeland interessiert sich Hendrik Grewe für den Bereich des Schüleraustausches und der Begegnung mit Menschen anderer Länder und Kulturen. Die Erfahrungen, die er in der Jahrgangsstufe 11 in Neuseeland und mit seinem Austauschpartner bei sich zu Hause sammeln konnte, wurden richtungsweisend für seinen weiteren Lebensweg und bestimmten seine Berufsentscheidung zum Gymnasiallehrer. Schon damals schwebte ihm vor, möglichst vielen Schüler*innen ähnliche Erfahrungen, wie er sie gemacht hat, zu ermöglichen.

Daher organisiert Hendrik Grewe für seine Schüler*innen gern Begegnungen mit Jugendlichen in der ganzen Welt. Völkerverständigung sollte seiner Meinung nach da praktiziert werden, wo es besonders effektiv ist – nämlich in der Schule. Er findet es außerordentlich wichtig, dass Menschen „über den eigenen Tellerrand schauen“. Jungen Menschen diesen Weitblick zu vermitteln, sieht er als einen wesentlichen Bildungsauftrag der Schule an. Seine Devise: Nur durch gegenseitiges Kennenlernen können sich Vertrauen und Verständigung entwickeln.

Während seines Referendariats an der Anne-Frank-Gesamtschule in Gütersloh hatte er die Möglichkeit, an einem Schüleraustauschprojekt mit der School of Hope in Ramallah mitzuwirken. Mit diesen Erfahrungen entwickelte er ein eigenes Konzept zur Vorbereitung eines Schüleraustausches mit Israel und Palästina.

Mit Beginn seiner Tätigkeit am Städtischen Gymnasium Delbrück im August 2007 begann Hendrik Grewe, im Rahmen der PASCH-Initiative einen Schüleraustausch mit der 高雄市立中正高工 Gāoxióng Zhōng Zhēng Gāo Gōng in Taiwan zu planen, vorzubereiten und durchzuführen.

Diese Begegnung mit Besuch und Gegenbesuch fand im Frühjahr und Herbst 2009 statt. Da viele seiner Kollegen an diesem Projekt interessiert waren, organisierte er einen pädagogischen Austausch, der in den Herbstferien 2010 mit dem Besuch von 12 Delbrücker Kollegen und im Februar 2011 mit dem Gegenbesuch der taiwanischen Lehrer stattfand.

Als Religionslehrer handelt Hendrik Grewe aus seinem Glauben und im Vertrauen auf Gott. Zugleich vermittelt er christliche Werte und hilft den Schüler*innen, ihre Zukunft in politischer, sozialer und ökologischer Verantwortung zu gestalten. Er freut sich sehr, dass religiöse Bildung und Erziehung eine besondere Rolle am Gymnasium der Benediktiner einnehmen.

Im Einklang mit der Grundlage der pädagogischen Arbeit am Gymnasium und den benediktinischen Leitlinien möchte er in Meschede die Schüler*innen dazu anleiten, sich im Denken und Handeln für den Frieden einzusetzen, im Vertrauen auf Gott ein Leben aus dem Glauben zu führen und sich in einer pluralen Gesellschaft als Christen zu bewähren.

In der Funktion des stellvertretenden Schulleiters möchte Hendrik Grewe das Gymnasium der Benediktiner in Meschede in seiner christlichen Ausrichtung weiter prägen und dafür Sorge tragen, dass Verantwortungsbewusstsein, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Achtung und Respekt nicht nur gelehrt, sondern täglich gelebt werden.

In den letzten Wochen hat die ganze Gemeinschaft auf dem Klosterberg, Mönche und Mitarbeitende, intensiv miteinander überlegt, was wir tun können, um unseren Beitrag für die Menschen in der Ukraine, die bei uns Zuflucht vor Krieg und Terror suchen, zu leisten. Als Missionsbenediktiner, die täglich in einer Kirche beten, die auf den Tag genau 25 Jahre nach dem deutschen Überfall auf Polen und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs geweiht wurde, fühlen wir uns dazu kraft unseres Auftrags verpflichtet. Es sind in den letzten Wochen schon einige Aktionen spontan entstanden, die wir hier kurz zusammenfassen möchten:

Über die Friedensgebete der Schul- und Klostergemeinschaft haben wir schon berichtet. Als sichtbares Zeichen unserer Solidarität erstrahlt unsere Friedenskirche abends in den ukrainischen Nationalfarben. Die Mitarbeitenden in der AbteiGaststätte und den Abteiläden in Meschede und Olsberg haben Spendendosen aufgestellt und Friedenskerzen verkauft, deren Erlös ohne Abzug den Menschen in der Ukraine zugutekommt. Der Abteiladen auf dem Klosterberg möchte verstärkt in der nächsten Zeit ukrainischen Autorinnen und Autoren eine Bühne geben und so einen Beitrag leisten, dass das kulturelle Leben in der Ukraine in den Fokus der Aufmerksamkeit gerät. Bruder Marcus bietet in diesem Jahr ukrainischen Geflüchteten eine kostenlose Mitgliedschaft in seiner Karateschule an, um durch die gemeinsame sportliche Aktivität Brücken zueinander zu bauen.

Auch unsere Klostergemeinschaft hat sich in den letzten Wochen verstärkt mit dem Thema beschäftigt. Wir sind im Gespräch mit den zuständigen Behörden der Stadt und des Kreises, um gemeinsam zu schauen, was wir konkret tun können. Zwei Wohnungen in unserem Besitz können wir der Stadt als Unterbringungsmöglichkeit zur Verfügung stellen. Ebenso haben wir angeboten, die Räumlichkeiten des AbteiForums für Begegnungsmöglichkeiten der geflüchteten Menschen untereinander zur Verfügung zu stellen. Die Menschen kommen im gesamten Hochsauerlandkreis bei vielen Privatpersonen unter. Der Wunsch gerade der Geflüchteten selber ist es, in Kontakt mit ihren Landsleuten zu kommen bzw. zu bleiben. Was darüberhinaus an Hilfe möglich ist und von uns geleistet werden kann, darüber bleiben wir mit den Behörden im Gespräch.

Wir bitten Sie um Unterstützung für unsere Flüchtlingsarbeit mit den Menschen der Ukraine. Mit Ihren Spenden können wir die Aufwendungen in diesem Bereich bestreiten. Das, was wir nicht brauchen, leiten wir ohne Abstriche an das „Aktionsbündnis Katastrophenhilfe“ weiter, sodass Ihre Gabe auf jeden Fall den geflüchteten Menschen zugutekommt.

 

Die Not der Menschen in der Ukraine ist groß. Mehr als 5 Millionen Menschen befinden sich in Gebieten, in denen aktiv gekämpft wird. Dort ist die Versorgung mit Lebensmitteln und sanitären Produkten sehr schwierig und vielerorts nicht mehr möglich. Viele Menschen fliehen, in andere Teile des Landes oder ins Ausland. Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist nicht bekannt und es ist zu erwarten, dass es noch viel schlimmer wird und es zu noch stärkeren Flüchtlingsbewegungen kommen wird.

Gegenüber dieser Not möchten wir unsere Anteilnahme und Mitgefühl ausdrücken.

Am Freitag, den 11.03.2022 um 19.30 Uhr laden wir zu einem ökumenischen Friedensgebet in die Abteikirche ein.

Im Anschluss an das Gebet können kleine Friedenskerzen mitgenommen werden, für die wir um eine Spende von mindestens 2€ bitten, zusätzlich stellen wir in der Abteigaststätte und in den Abteiläden auf dem Klosterberg und in Olsberg Spendendosen auf.

Die Spenden gehen komplett an das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe und deren Mitgliedsorganisationen: Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland.

Der Abteiladen Königsmünster möchte in den nächsten Wochen der Literatur aus der Ukraine eine Bühne geben und Bücher von Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus der Ukraine verstärkt ins Sortiment nehmen.