Öffne uns auf die Fürsprache der hl. Odilia die Augen, damit wir in der geschaffenen Schönheit deine Größe erahnen. (Aus dem Tagesgebet am Fest der heiligen Odilia)

Heute feiern wir – vom Dritten Adventssonntag auf den 14.12. verdrängt – das Hochfest der heiligen Odilia, die im 7. Jahrhundert im Elsass gelebt hat. In diesem Jahr feiern wir ihren 1300. Todestag. Der Legende nach hat sie, die blind geboren war, bei ihrer Taufe das Augenlicht geschenkt bekommen. Die Missionsbenediktiner von St. Ottilien begehen an ihrem Festtag ihr „Patronatsfest“.

Ein Gedanke aus dem heutigen Tagesgebet lässt mich nicht los. Wir erahnen in der geschaffenen Schönheit die Größe Gottes. Die Welt ist nicht einfach nur vergängliche, sündhafte, „böse“ Welt, sondern gute Schöpfung Gottes. In der Welt, in der Schönheit der Welt können wir Spuren Gottes erahnen – wenn wir dafür empfänglich sind, wenn wir offene Augen haben, ja, wenn wir „sehen“ können.

Oft bin ich aber blind. Nicht im wörtlichen Sinn, sondern übertragen. Vor lauter Problemen und Sorgen sehe ich die Spuren Gottes in seiner Schöpfung nicht mehr. Dann muss ich mir die Augen öffnen lassen, neu sehen lernen. Von Gott die Gnade des Sehens erbitten, damit ich nicht seine Spuren der Schönheit in dieser Welt übersehe – auch mitten in der Pandemie.

Öffnen wir heute unsere Augen, oder lassen wir sie uns öffnen. Wir werden staunen, was wir alles entdecken können.

P. Maurus Runge OSB