Impuls zu Spr 25,11-28

Mit dem heutigen Tag beginnt die Lesung aus dem Buch der Sprüche. Auf den ersten Blick – eine unzusammenhängende Zusammenstellung von verschiedenen weisheitlichen Mahnungen. Und diese wollen eines: dem Leser Hilfen für ein gutes Leben, für ein Leben unter den Augen Gottes an die Hand geben. Doch dazu muss ich eines tun: mir diese Worte zu Herzen nehmen, sie in die Tat umsetzen. Ja, auf sie hören! Auch in der Auswahl des heutigen Tages hören wir davon: „Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn hört, das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband!“ (Spr 25,12). „Höre!“ – so beginnt auch die Regel des Hl. Benedikt. Und tatsächlich war er ein Freund dieses biblischen Buches. Immer wieder finden sich Anklänge in seiner Mönchsregel. Schon der Beginn könnte ein Zitat aus diesem biblischen Buch sein: „Höre, mein Sohn, auf die Worte des Meisters. Neige das Ohr deines Herzens und erfülle sie durch die Tat!“ (Prolog Benediktsregel) Aufmerksam hinzuhören, was mir jemand sagen will! Für das Buch der Sprüche ein Weg zum wirklichen Leben!

Wenn wir das „hören“ ein wenig umschreiben, wird vielleicht noch klarer, was gemeint ist. Wenn ich auf jemanden höre, dann lasse ich mir etwas sagen. „Lass dir etwas sagen!“ – und schon spüren wir alle, dass das doch nicht so einfach ist. Denn wer von uns will sich schon gerne etwas sagen lassen. Kann denn nicht nur ich selber wissen, was gut für mich ist?! Die Bibel ist jedenfalls der Meinung, dass ich die Stimme Gottes nicht nur in meinem Innern hören kann, sondern dass sie mir auch von außen entgegenkommt, ja, gesagt wird! Also, versuchen wir es heute einfach einmal und schauen, welche neuen Lebensperspektiven sich vielleicht eröffnen: „Lass dir etwas sagen!“

P. Jonas Wiemann OSB