Weltkunst aus Tansania
Viele Menschen hierzulande denken nicht unbedingt an Weltkunst, wenn sie von Tansania hören. Die Ausstellung „Weltkunst aus Tansania – mehr als Tingatinga“, die noch bis 7. November im Foyer der OASE der Abtei Königsmünster zu sehen ist, bricht mit diesem Vorurteil und zeigt, dass es in Tansania eine vielfältige Kunstszene gibt, die sich in ihren Werken mit aktuellen gesellschaftlichen und kulturellen Fragen auseinandersetzt.
Fritz Gleiß, der Kurator der Wanderausstellung, die seit 2024 in verschiedensten Institutionen zu Gast war, ist schon seit vielen Jahren in Tansania unterwegs und pflegt viele Kontakte zu lokalen Künstlerinnen und Künstlern. Er war zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, den 27. September 2026, in der Abtei Königsmünster zu Gast und brachte in seinem lebendigen Einführungsvortrag den rund 30 Anwesenden die Werke der Ausstellung nahe. Viele der Gäste haben durch die Arbeit der Missionsbenediktiner selbst einen Bezug zu Tansania. P. Klaus-Ludger Söbbeler, Prior der Abtei, begrüßte in Vertretung von Abt Cosmas, der selbst zurzeit in Tansania ist, die Anwesenden und Herrn Gleiß und betonte das Herzblut, mit dem der Kurator der Ausstellung den Menschen die Kunstszene Tansanias näherbringt. P. Maurus Runge, Missionsprokurator der Abtei, stellte die Ausstellung in den Kontext des Weltmissionsmonats, den die Kirche im Oktober feiert und so den Blick weitet auf Menschen anderer Völker und Kulturen. Von jeher haben die Missionsbenediktiner von St. Ottilien Brücken zu den Menschen in Afrika gebaut. Auch Herr Gleiß baue mit seiner Arbeit Brücken von den ausgestellten Künstlern hin zu einem interessierten Publikum in Deutschland.
In seinem Einführungsvortrag führte Fritz Gleiß aus, dass das Bild tansanischer Malerei in Deutschland bis heute geprägt ist von naiver Dekokunst aus der Malschule Edward Tingatingas (1932-1972). Es dominierten auch eurozentrische Wahrnehmungsmuster, die schnell rassistisch werden können. Die Ausstellung „Weltkunst aus Tansania“ belege, dass es abseits der plakativen Design- und Popart eine breite Szene tansanischer Malerei gebe, die Beachtung verdient. Drei tansanische Meister:innen seien beispielsweise bei der 60. Kunstbiennale in Venedig 2024 im ersten dort jemals gezeigten tansanischen Pavillon beteiligt gewesen.
Die Werke der 26 ausgestellten Künstlerinnen und Künstler zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus. Neben abstrakten Werken werden koloniale und politische Themen behandelt, ganz aktuell auch die Wahlen in Tansania im vergangenen Jahr, bei denen es schwere Ausschreitungen unter der Bevölkerung gab. Einer der ausgestellten Künstler, Sigi Hittu (geb. 1977) ist den Missionsbenediktinern kein Unbekannter. Er war Schüler des Malers und Priesters P. Polycarp Uehlein und arbeitet als Teilzeitangestellter in der Abtei Ndanda.
Bis zum 7. November 2026 ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der OASE (montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr) noch zu sehen. Die Bilder können käuflich erworben werden über die Website der Ausstellung oder über diese Email-Adresse!




