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Am 6. Januar 1996, vor 25 Jahren hat unser Bruder Emmanuel Panchyrz OSB in der Abtei Königsmünster Beständigkeit, klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam versprochen. Heute, am 10. Januar 2021, am Fest der Taufe des Herrn, konnte er voll Dankbarkeit erneut das „Suscipe me, Domine“ (Nimm mich an, Herr) singen und seine Profess bekräftigen. Das passt, denn wie Bruder Benjamin in seiner Predigt ausführte, hat sich in der Taufe Jesu der Himmel für jeden Menschen geöffnet, und jedem gilt der Zuspruch: „Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter!“

Vor der Professerneuerung zitierte Abt Aloysius, untermalt von Bruder Vincent an der Orgel, einige Verse aus dem Lied „Jesus soll die Losung sein“:

Unsre Wegen wollen wir nur in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein.

Alle Sorgen, alles Leid soll der Name uns verheißen; so wird alle Bitterkeit uns zur Freude werden müssen. Jesu Nam‘ sei Sonn‘ und Schild, welcher allen Kummer stillt.

Jesus, unser Trost und Hort, sei die Losung fort und fort.

Bruder Emmanuel engagiert sich in unserer Gemeinschaft auf vielfältige Weise: in der Krankenhausseelsorge im Karolinenhospital Hüsten (in ökumenischer Zusammenarbeit mit Pfarrerin Ulrike Rüter), im Abteiladen Olsberg, in der Begleitung von Gästen, bei Kontemplativen Exerzitien. Auch für die liebevolle und kreative Gestaltung des Blumenschmucks in der Abteikirche und in den übrigen Klosterräumen ist er verantwortlich. Für all diese Dienste sei ihm herzlich gedankt. Wir gratulieren Bruder Emmanuel an seinem Jubeltag und wünschen ihm Gottes Segen für die nächsten 25 Jahre!

 

Gott, ich ahne das Wagnis.
Eines Tages lass mich erkennen:
Auf dem Weg ins Leben
lag eine Frage.
Ich habe JA gesagt.

Dieser Ausschnitt aus einem „Gebet aus Königsmünster“ ist auf der Einladung zur Feierlichen Profess von Bruder Vincent Grunwald OSB zu finden. Eigentlich sollte sie schon am 4. Fastensonntag „Laetare“ stattfinden. Das war aus den bekannten Gründen nicht möglich, und so fand sie im Beisein seiner Verwandten und Freunde am Pfingstsonntag, den 31. Mai 2020, in der Abteikirche statt. An Pfingsten erinnert die Kirche an die Sendung des Heiligen Geistes und an den missionarischen Aufbruch der ersten Jünger Jesu, die begannen, die Frohe Botschaft des Auferstandenen allen Menschen zu verkünden. So ist dieses Fest für die Feierliche Profess eines Missionsbenediktiners passend – denn hier wird er zum Dienst des Stundengebetes für die Menschen beauftragt und erhält die Kukulle, das traditionelle Mönchsgewand, das den Neuprofessen ganz umfängt: er zieht sozusagen Christus an und lässt sich von ihm in die Nachfolge rufen.

Bruder Vincent erhält das Stundenbuch.

Nach der Anrufung des Heiligen Geistes verlas Bruder Vincent die handgeschriebene Professurkunde, besiegelte sie mit seiner Unterschrift und zeigte sie allen Feierlichen Professen der Gemeinschaft, bevor er sie auf den Altar legte. Anschließend stimmte er dreimal das „Suscipe“ an, den Gesang der Hingabe an Gott, das man zu Recht ein „klösterliches Liebeslied“ nennen kann: „Nimm mich auf, Herr, nach deinem Wort, und ich werde leben; lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern!“ In der anschließenden „Prostratio“ auf dem Boden vor dem Altar liegend wurde diese Hingabe an Christus in unserer Gemeinschaft leibhaft erfahrbar. Schließlich wurde Br. Vincent durch das Zusprechen der PAX, des Friedensgrußes – wegen der Corona-Pandemie ohne Umarmung, aber nicht weniger herzlich – in die Gemeinschaft von Königsmünster aufgenommen.

Bruder Vincent wurde 1989 in Belecke geboren. Er studierte Theologie in Paderborn und Freiburg. Nach einem „Kloster auf Zeit“-Aufenthalt trat er 2015 in die Abtei Königsmünster ein. Er engagiert sich in unserer Gemeinschaft als Organist, im Gastbüro und in der geistlichen Begleitung von Einzelgästen und Gruppen. Wir wünschen Bruder Vincent alles Gute an seinem Festtag und weiterhin Freude an seiner Berufung.