Gestern abend haben uns Nachrichten von P. Christian Temu OSB, dem Missionsprokurator der Abtei Ndanda in Tansania, erreicht, dessen Kloster die Mission in N’nango im Norden Mosambiks gegründet hat. Er hatte Kontakt zu den Mitbrüdern, die sich zur Pfarrei Imbuho (50 km von N’nango entfernt) durchgeschlagen haben und nun auf ihre Ausreise nach Tansania warten, wo sie abwarten wollen, bis sich die Lage beruhigt hat. P. Christian beschreibt den Ablauf der Ereignisse in der Nacht des 12. Mai 2020:

In der Nacht am Dienstag, den 12. Mai, näherten sie (die Rebellen) sich unserer Mission. Die Brüder waren nervös und konnten daher nicht schlafen. Sie hörten sie kommen und flohen sofort in den Busch, bevor die militante Gruppe sie erreichen konnte. Drei Brüder flohen gemeinsam. Der vierte Bruder lief in eine andere Richtung und wurde von seinen Mitbrüdern getrennt. Nach einem ganzen Tag wurden sie dank der Hilfe eines treuen Arbeiters wieder vereint. Dieser Arbeiter, Thadeo, ging ins Dorf und kaufte rohes Maniok zum Essen. Zwei Tage lebten und schliefen die Brüder im Wald. In Ndanda hörten wir von alldem durch Freunde und Nachbarn. Aber wir konnten sie nicht erreichen, weil sie ihre Handys nicht dabeihatten. Wir waren sehr um ihre Sicherheit besorgt. P. Deusdedith ist als ein sehr zäher und positiv denkender Mensch bekannt. Er ist jemand, der erfolgreich sein will und der nicht aufgibt. Ich wusste, dass er mit seinen Brüdern überleben wird. Wir waren nicht überrascht zu hören, dass sie Imbuho in 50 km Entfernung erreicht haben. Es wird von der Sicherheitslage auf dem Weg nach Tansania abhängen, wann sie nach Hause kommen, während wir die Lage in Mosambik sondieren. Wir hoffen, dass wir in unsere Mission zurückkehren können, sobald es die Situation erlaubt.

P. Christian gibt auch einen Überblick, was genau an Schäden im Kloster zu verzeichnen ist:

  • Das äußere Gebäude wurde niedergebrannt. Dieses Gebäude enthält Lagerräume, eine Wäscherei, eine Garage und zwei Gästezimmer. Es wird wiederaufgebaut werden müssen. Alles in diesem Gebäude ist abgebrannt, auch ein Generator.
  • Sie haben versucht, das Hauptgebäude abzubrennen, indem sie Diesel auf den Boden schütteten, das sie anzünden wollten. Zum Glück hat der Herr es verhindert, dass der Diesel ernsthaft brannte. Der Schaden hier ist gering.
  • Sie haben gestohlen und mit sich fortgetragen, was sie tragen konnten, u.a. die Kleidung der Brüder, Computer etc.
  • Den Toyota Pickup haben sie auch mitgenommen.

Offizielle Vertreter der islamischen Gemeinschaft in Deutschland haben sich von dem Anschlag distanziert. So schrieb Aiman A. Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, auf Twitter: Verurteile das aufs Schärfste. Wer christliche Geschwister angreift, greift uns an. „..wenn Gott nicht die einen Menschen durch die anderen abgewehrt hätte, so wären Mönchsklausen, Kirchen, Bethäuser und Gebetsstätten zerstört worden, in denen Gottes Name häufig genannt wird..“ Koran

Unsere Brüder sind fest entschlossen, ihre Mission in Mosambik fortzuführen. Ein Blick in die Geschichte der Missionsbenediktiner zeigt uns, dass gerade nach Rückschlägen ein verheißungsvoller Neuaufbruch zu verzeichnen war. 1889 haben Rebellen (gegen das deutsche Kolonialregime) das erste Kloster der Missionsbenediktiner in Pugu in Tansania zerstört – mittlerweile kommen mehr als die Hälfte unserer Mönche aus Afrika. Und die Abtei Waegwan in Südkorea, die nach der blutigen Unterdrückung der nordkoreanischen Abtei Tokwon im Koreakrieg 1949/50 gegründet wurde, ist eines der blühendsten Kloster der Kongregation.

Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung für unsere Brüder in Mosambik!

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