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von Abtpräses Jeremias Schröder OSB

1972 kamen die Missionsbenediktiner nach Kenia. In Tanzania hatte die Übergabe der Mission an den einheimischen Klerus begonnen, und einige jüngere Patres suchten nach neuen Aufgaben. Ein paar Jahre später gründeten sie ein Kloster in Nairobi – dem wichtigsten Zentrum Ostafrikas. Das Kloster zog später aufs Land nach Tigoni, 20 km vor der Stadt. Die europäischen Gründer rekrutieren junge Männer aus Uganda und Kenia, und allmählich entstand ein stattliches Priorat mit großer Landwirtschaft, Teeplantage und Gästehaus. In der Tradition der Missionsbenediktiner übernahmen sie Verantwortung für eine große Stadtpfarrei und entwickelten ein Bibelzentrum an den Ausläufern des Mount Kenia. 2005 starteten sie die Erstmission bei den Dassenech, einem Nomadenvolk im Norden des Landes.

Das Wachstum von Tigoni war nicht ungetrübt. In den über 40 Jahren der Klostergeschichte gab es auch Rückschläge. Die spannungsreiche und manchmal auch gewalttätige Geschichte des Landes spiegelte sich auch in der Entwicklung des Klosters. Aber allmählich erlangte die seit vielen Jahren ganz afrikanische Gemeinschaft – nur noch ein Deutscher lebt dort, in der Dassenech-Mission – die lang ersehnte Stabilität. Mönche aus Tigoni sind heute auch verantwortlich für die Neugründung in Ägypten und helfen anderen Klöstern aus. Ein Pater ist in der Kongregationsleitung in St. Ottilien tätig. Die Zeit schien reif, um dieses Kloster endlich zur Abtei zu erheben – der Vollform eines Benediktinerklosters.

Am 21. September 2020 war es soweit. Der Abtpräses vollzog die Erhebung zur Abtei in einem schlichten Festakt während der Vesper des Evangelisten Matthäus. Am nächsten Tag begann die erste Abtswahl. Von den rund 50 Mönchen der Gemeinschaft waren 26 wahlberechtigt und entschieden sich schließlich für Pater John Batist Imai OSB, der zuvor schon fast sechs Jahre lang als Prior das Kloster geleitet hatte. Das spricht für Kontinuität!

Tigoni ist das einzige Mönchskloster in Kenia. Als Abtei wird das Kloster in Zukunft wohl eine noch größere Rolle spielen. Die Brüder haben guten Nachwuchs und noch viele Pläne. Sie planen weitere Gründungen und die Missionsbenediktiner sind zuversichtlich, dass die jüngste Abtei unseres Ordens die Sendung der Missionsbenediktiner in Kenia und auch in anderen Ländern weitertragen wird.

Abt John Baptist

 

Friedensgruß in Coronazeiten